Widerrufsbutton in WooCommerce einrichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ab dem 19. Juni 2026 verlangt § 356a BGB einen elektronischen Widerrufsbutton in jedem deutschen B2C-Online-Shop. Diese Anleitung zeigt, wie Sie ihn in WooCommerce rechtssicher einrichten - mit Plugin, Bestätigungsseite und automatischer E-Mail.
Der 19. Juni 2026 markiert einen echten Einschnitt im deutschen E-Commerce-Recht. Ab diesem Datum verlangt der neue § 356a BGB von jedem Betreiber eines B2C-Online-Shops eine elektronische Widerrufsfunktion - einen sichtbaren, jederzeit zugänglichen Button, über den Kunden ihren Vertrag mit wenigen Klicks widerrufen können. Wer das bis dahin nicht umgesetzt hat, riskiert Abmahnungen und verlängerte Widerrufsfristen.
In diesem Artikel erkläre ich als WooCommerce-Entwickler mit mehr als 13 Jahren Projekterfahrung, was das Gesetz technisch konkret verlangt, welche Plugin-Lösung für welchen Shop passt und wie Sie die Umsetzung Schritt für Schritt durchführen. Hinweis: Ich bin Webentwickler, kein Rechtsanwalt. Für abschließende juristische Bewertung Ihres Einzelfalls sprechen Sie bitte mit einem Fachanwalt für IT-Recht.
Was genau verlangt § 356a BGB?
Die Norm geht auf die EU-Richtlinie 2023/2673 zurück, die die Verbraucherrechterichtlinie 2011/83/EU ändert. Deutschland hat sie im Februar 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet. Der Kerngedanke: Wer online kaufen kann, muss genauso einfach online widerrufen können. Der Gesetzgeber nennt das Prinzip ausdrücklich: "easy to exit" soll genauso gelten wie "easy to buy".
Die Pflicht gilt für alle Unternehmer, die Fernabsatzverträge mit Verbrauchern (B2C) über eine Online-Benutzeroberfläche schließen und bei denen ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Das betrifft also klassische Produktshops, digitale Downloads mit Widerrufsrecht, Abonnementdienste und hybride Shops.
Reine B2B-Shops, die sich nachweislich ausschließlich an Gewerbetreibende richten, sind ausgenommen - aber nur dann, wenn faktisch keine Verbraucher bei Ihnen kaufen können. Im Zweifel gilt: Button einbauen.
Das zweistufige Verfahren - so muss es technisch funktionieren
Das Gesetz schreibt kein genaues Design vor, aber einen klar definierten Prozess. Der Widerruf muss zwingend zweistufig ablaufen:
Stufe 1 - Formular: Der Kunde klickt auf den Widerrufsbutton (Beschriftung idealerweise "Vertrag widerrufen") und gelangt auf eine Formularseite. Dort gibt er seine Daten ein. Pflichtfelder sind ausschließlich: Name, Vertragsidentifikation (z.B. Bestellnummer oder Datum) und eine E-Mail-Adresse für die Eingangsbestätigung. Ein Widerrufsgrund darf nicht als Pflichtfeld abgefragt werden.
Stufe 2 - Bestätigung: Der Kunde sieht eine Zusammenfassung seiner Angaben und klickt auf "Widerruf bestätigen" (oder ähnlich). Erst dieser zweite Klick löst den rechtswirksamen Widerruf aus. Unmittelbar danach muss automatisch eine Eingangsbestätigung per E-Mail an den Kunden gesendet werden - mit Datum und Uhrzeit des Eingangs sowie den Inhalten der Widerrufserklärung.
Wer ist betroffen - und wer nicht?
Die Pflicht greift immer dann, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Sie sind Unternehmer, Ihr Vertragspartner ist Verbraucher, und der Vertrag wird über eine Online-Benutzeroberfläche geschlossen. Trifft das auf Ihren WooCommerce-Shop zu, sind Sie betroffen.
Ausnahmen gibt es für B2B-Shops (wenn wirklich keine Verbraucher kaufen können), für Verträge, bei denen das Widerrufsrecht bereits erloschen ist (z.B. individuell angefertigte Waren), sowie für Fälle, in denen der Verbraucher das Widerrufsrecht wirksam ausgeschlossen hat (z.B. bei digitalen Inhalten nach ausdrücklicher Zustimmung vor Ausführungsbeginn). Für alle anderen Shops der in deutschen Online-Shops tätigen Händler bleibt: Umsetzung ist Pflicht.
Drei Lösungswege für WooCommerce im Vergleich
In der Praxis haben sich für WooCommerce drei Ansätze etabliert. Welcher passt, hängt davon ab, ob Sie bereits Germanized nutzen und wie viel technische Flexibilität Sie brauchen.
WooCommerce Widerrufsbutton: Plugin-Vergleich
| Kriterium | Germanized v4.0+ | vendidero Standalone | VASTCOB Plugin |
|---|---|---|---|
| Kosten | kostenlos | kostenlos | 49 Euro / Domain |
| Voraussetzung | Germanized aktiv | nur WooCommerce | nur WooCommerce |
| Gastbestellungen | ja | ja | ja |
| Shortcode | [gzd_withdrawal_button] | [eu_owb_order_withdrawal_request_form] | eigener Shortcode |
| Aktive Installationen | 100.000+ | neu (2026) | einige hundert |
| Backend-Verwaltung | über Germanized-Dashboard | einfach | erweitert |
| Empfehlung | Germanized-Nutzer | Shop ohne Germanized | große Shops mit Verwaltungsbedarf |
Für die meisten mittelgroßen deutschen Shops - also genau die Zielgruppe meiner Kunden - ist Germanized die erste Wahl, wenn es bereits installiert ist. Wer kein Germanized will oder nutzt, greift zu dem kostenlosen vendidero-Standalone-Plugin "EU Widerrufsbutton für WooCommerce" aus dem offiziellen WordPress-Plugin-Verzeichnis (Stand Juni 2026: Version 2.0.1).
Weg 1: Widerrufsbutton mit WooCommerce Germanized einrichten
Germanized hat seit Version 4.0 eine integrierte Widerrufsfunktion. Wenn Sie Germanized bereits nutzen, müssen Sie kein weiteres Plugin installieren. So gehen Sie vor:
Schritt 1 - Plugin aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass Germanized auf Version 4.0 oder höher aktualisiert ist. Das prüfen Sie unter WordPress-Dashboard > Plugins > Installierte Plugins.
Schritt 2 - Seite prüfen oder erstellen: Germanized legt bei der Aktivierung automatisch eine Seite "Vertrag widerrufen" an - prüfen Sie unter Seiten, ob sie existiert und veröffentlicht ist. Falls nicht, legen Sie eine neue Seite mit diesem Titel an und fügen Sie den Shortcode [gzd_withdrawal_button] ein. Veröffentlichen Sie die Seite.
Schritt 3 - Einstellungen konfigurieren: Navigieren Sie zu WooCommerce > Einstellungen > Germanized > Allgemein > Widerrufsbutton. Wählen Sie dort die soeben erstellte Seite als Ziel des Buttons aus. Aktivieren Sie die Footer-Integration, damit der Button sitewide sichtbar ist.
Schritt 4 - E-Mail-Vorlage prüfen: Unter WooCommerce > Einstellungen > E-Mails finden Sie zwei neue Vorlagen: die Eingangsbestätigung an den Kunden und die Benachrichtigung an den Shop-Betreiber. Passen Sie Absender-Name und -Adresse an und stellen Sie sicher, dass Ihr SMTP-Plugin diese E-Mails zuverlässig zustellt.
Schritt 5 - Testlauf: Führen Sie eine Testbestellung durch und klicken Sie anschließend den Widerrufsbutton - sowohl als eingeloggter Kunde als auch als Gast. Prüfen Sie, ob die Bestätigungs-E-Mail innerhalb von zwei Minuten ankommt und ob die Widerrufsdaten korrekt im Backend unter WooCommerce > Widerrufe erfasst sind.
Weisen Sie dem Footer-Menü-Eintrag "Vertrag widerrufen" die CSS-Klasse btn oder button zu, damit er optisch als klickbares Element erkennbar ist - und nicht als einfacher Textlink im Fußzeilen-Dschungel untergeht.
Weg 2: Widerrufsbutton ohne Germanized - vendidero Standalone-Plugin
Für Shops, die kein Germanized nutzen, bietet vendidero ein eigenständiges, kostenloses Plugin: "EU Widerrufsbutton für WooCommerce". Das Plugin ist Open Source, auf WordPress.org veröffentlicht und wird aktiv gepflegt.
Schritt 1 - Plugin installieren: Im WordPress-Dashboard unter Plugins > Neu hinzufügen nach "EU Widerrufsbutton WooCommerce" suchen. Installieren und aktivieren.
Schritt 2 - Widerrufsseite erstellen: Das Plugin legt beim ersten Aktivieren automatisch eine neue Seite an - prüfen Sie unter Seiten > Alle Seiten, ob eine Seite mit dem Shortcode [eu_owb_order_withdrawal_request_form] existiert und veröffentlicht ist. Falls nicht, legen Sie sie manuell an.
Schritt 3 - Plugin-Einstellungen: Unter WooCommerce > Einstellungen > Widerrufsbutton tragen Sie die URL der Widerrufsseite ein, konfigurieren die Empfänger-E-Mail-Adresse des Shops und aktivieren die automatische Bestätigung.
Schritt 4 - Button platzieren: Das Plugin stellt einen Widget-Block und einen Shortcode bereit, mit dem Sie den Button in den Footer, in das Kundenkonto-Dashboard oder auf jede beliebige Seite einbinden können. Für die Pflicht nach § 356a BGB muss der Button dauerhaft erreichbar sein - Footer oder Kundenkonto-Menü sind die typischen Positionen.
Schritt 5 - Testlauf und SMTP: Auch hier gilt: Testen Sie den kompletten Durchlauf als Gast und als registrierter Kunde. Achten Sie besonders darauf, dass die Bestätigungs-E-Mail tatsächlich zugestellt wird - viele Shared-Hosting-Provider blockieren PHP-Mail, wenn kein SMTP-Plugin konfiguriert ist.
Checkliste: Widerrufsbutton in WooCommerce einrichten
- Plugin installiert (Germanized v4.0+ oder vendidero Standalone)
- Widerrufsseite mit Formular-Shortcode erstellt und veröffentlicht
- Seiten-URL in den Plugin-Einstellungen hinterlegt
- Button im Footer oder Kundenkonto-Menü sichtbar platziert
- Beschriftung: Vertrag widerrufen oder gleichwertig
- Zweistufiger Prozess: Formular + Bestätigungs-Button getrennt
- Pflichtfelder korrekt: nur Name, Bestellnummer, E-Mail
- Kein Pflichtfeld Widerrufsgrund
- Automatische Eingangsbestätigung per E-Mail aktiv
- SMTP-Plugin konfiguriert (kein reines PHP-Mail)
- Testlauf als Gast durchgeführt
- Testlauf als registrierter Kunde durchgeführt
- Widerruf im Backend korrekt erfasst
- Mobile-Ansicht geprüft (Button muss auch auf Smartphone sichtbar sein)
Häufige Fehler in der Praxis - und wie Sie sie vermeiden
In der Arbeit mit Kundenprojekten sehe ich immer wieder dieselben Stolpersteine. Bei einem Kunden aus Hamburg, der einen kleinen Naturkosmetik-Shop betreibt, war der Button technisch korrekt eingebaut - landete aber durch das aktive Cookie-Consent-Plugin unter einer Scroll-Hürde, sodass er auf Mobilgeräten erst nach drei Scrolls sichtbar wurde. Das reicht nicht. Der Button muss ohne Hindernisse direkt auffindbar sein.
Ein anderer häufiger Fehler: Der Shortcode ist eingebaut, aber die Seite ist im Entwurfsmodus geblieben. Der Kunde klickt auf den Button, landet auf einer 404-Seite. Das klingt trivial, passiert aber öfter als man denkt - besonders wenn die Plugin-Einrichtung hastig vor einem Urlaub erledigt wird.
Auch die E-Mail-Zustellung ist ein kritischer Punkt. Viele günstige Hosting-Pakete blockieren ausgehende PHP-Mails oder leiten sie in den Spam-Ordner. Ohne zugestellte Eingangsbestätigung ist die technische Pflicht nach § 356a BGB nicht erfüllt. Richten Sie zwingend ein SMTP-Plugin ein - WP Mail SMTP (kostenlose Basisversion), FluentSMTP oder Postmark sind bewährte Lösungen für WooCommerce-Shops.
Vorteile
- Kostenlose Plugins für beide gängigen WooCommerce-Setups verfügbar
- Germanized-Integration bedeutet zero Zusatzaufwand für bestehende DE-Shops
- Klarer, gesetzlich geregelter Prozess - keine Interpretationsspielräume bei der Technik
- Automatische Eingangsbestätigung schützt auch den Händler (Beweis des Eingangs)
Nachteile
- SMTP muss separat konfiguriert sein - sonst funktioniert die Pflichtbestätigung nicht
- Gastbestellungen werden von einfachen Eigenlösungen oft vergessen
- Optisches Einbinden in individuell gestaltete Themes erfordert manchmal CSS-Anpassung
- Bei Kombination mit anderen Germanized-Funktionen können Shortcode-Konflikte auftreten
Die Bestätigungsseite richtig gestalten
Die Bestätigungsseite ist der zweite Schritt im Zweistufenprozess und das Herzstück der rechtlichen Anforderung. Sie muss dem Kunden die eingegebenen Daten noch einmal anzeigen - Name, betroffener Vertrag, E-Mail - und einen klar beschrifteten Button "Widerruf bestätigen" enthalten. Erst dieser zweite Klick löst den rechtswirksamen Widerruf aus.
Was viele vergessen: Die Bestätigungsseite muss auch barrierefrei sein. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für digitale Produkte und Dienstleistungen. Ein Widerrufsformular, das für Screenreader-Nutzer nicht bedienbar ist, kann doppelt zum Problem werden - sowohl nach § 356a BGB als auch nach dem BFSG.
Praktisch gesehen: Beide empfohlenen Plugins generieren die Bestätigungsseite automatisch aus dem Formular-Shortcode. Sie müssen hier in der Regel nichts manuell bauen. Testen Sie aber ausdrücklich, ob die Seite auf Ihrem Theme korrekt dargestellt wird - insbesondere bei stark angepassten Blocksy- oder Divi-Themes kann es vorkommen, dass das Theme-Stylesheet die Form-Elemente überschreibt.
Die gesetzlich vorgeschriebene Eingangsbestätigung per E-Mail muss auf einem dauerhaften Datenträger übermittelt werden - eine E-Mail erfüllt diese Anforderung. Eine reine Bildschirm-Meldung ohne E-Mail reicht nicht aus.
Integration in das Kundenkonto und den Footer
Das Gesetz schreibt nicht vor, wo genau der Button erscheinen muss, solange er "leicht zugänglich" und dauerhaft während der Widerrufsfrist erreichbar ist. In der Praxis haben sich zwei Platzierungen bewährt: im Footer der Website (sitewide, für alle Besucher sichtbar) und im Bereich "Mein Konto" für eingeloggte Kunden.
Die Footer-Platzierung ist die sicherste Variante, weil sie auch für Gastbestellungen ohne Login funktioniert. Ein Menüeintrag im Footer-Navigationsmenü mit der Beschriftung "Vertrag widerrufen" und Verlinkung auf die Widerrufsseite ist technisch die einfachste und rechtlich die robusteste Lösung.
Für Shops mit vielen eingeloggten Stammkunden - etwa Abonnementshops oder Shops mit Kundenkonto-Pflicht - bietet sich zusätzlich die Integration in den WooCommerce-Konto-Dashboard an. Dort können Kunden direkt aus der Bestellübersicht heraus den Widerruf starten, was die Bestellidentifikation vereinfacht.
Bei einem Kunden aus Nordrhein-Westfalen, der Bürobedarf an gewerbliche und private Kunden verkauft, haben wir beide Varianten kombiniert: Footer-Button für alle, Kundenkonto-Integration für registrierte Käufer. Das hat die Anzahl der telefonischen Widerrufsanfragen deutlich reduziert - der Kundenservice profitiert also direkt.
Weitere rechtliche Pflichten im Online-Shop - von der GPSR-Produktkennzeichnung bis zur Impressumspflicht - beschreibe ich in meinem Artikel zu den Rechtspflichten für Website und Shop 2026.
Widerrufsbutton und DSGVO: Was gilt für die Formulardaten?
Das Widerrufsformular verarbeitet personenbezogene Daten: Name, Bestellnummer und E-Mail-Adresse des Kunden. Dafür brauchen Sie keine gesonderte Einwilligung - die Verarbeitung ist nach Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO rechtlich notwendig (Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung). Sie müssen aber sicherstellen, dass diese Verarbeitung in Ihrer Datenschutzerklärung dokumentiert ist.
Ein praktischer Hinweis: Die über das Widerrufsformular eingegangenen Daten sollten im Backend nachvollziehbar gespeichert werden - als Nachweis, dass und wann ein Widerruf eingegangen ist. Beide empfohlenen Plugins speichern die Widerrufsvorgänge im WooCommerce-Backend unter einem eigenen Menüpunkt. Legen Sie fest, wie lange Sie diese Daten aufbewahren - handelsrechtlich sind zehn Jahre Aufbewahrungspflicht üblich.
Wenn Sie mehr über GPSR-Produktsicherheitspflichten im Online-Shop erfahren möchten - einem weiteren wichtigen Rechtsbereich für 2026 - lesen Sie meinen Artikel zu GPSR-Produktsicherheitspflichten im Online-Shop sowie zur praktischen GPSR-Produktkennzeichnung in WooCommerce.
Konsequenzen bei Nichterfüllung - realistisch bewertet
Wer den Widerrufsbutton nicht rechtzeitig umsetzt, geht echte Risiken ein. Wettbewerber, Verbraucherschutzverbände und auf E-Commerce-Recht spezialisierte Kanzleien können ab dem 20. Juni 2026 abmahnen. Eine einzelne Abmahnung inklusive Anwaltskosten und Unterlassungserklärung kostet in der Regel mehrere hundert bis über tausend Euro. Dazu kommen mögliche behördliche Bußgelder, deren Höhe von der Größe des Unternehmens und der Schwere des Verstoßes abhängt.
Besonders schmerzhaft ist die automatische Widerrufsfristverlängerung: Wenn das Widerrufsrecht nicht ordnungsgemäß zugänglich gemacht wird, verlängert sich die Widerrufsfrist für Verbraucher auf bis zu zwölf Monate. Das bedeutet, dass Kunden bei größeren Bestellungen noch ein Jahr nach dem Kauf widerrufen könnten.
Der Aufwand für die Umsetzung ist überschaubar. Mit einem der empfohlenen Plugins und zwei bis vier Stunden Einrichtungszeit inklusive Testing ist die Pflicht für die meisten WooCommerce-Shops erfüllbar. Lassen Sie sich dabei unterstützen - als WooCommerce-Entwickler für deutsche Shops helfe ich bei der rechtssicheren Einrichtung.
Dokumentieren Sie das Datum der Einrichtung und machen Sie einen Screenshot des funktionierenden Widerrufsbuttons mit Datum - das hilft im Streitfall zu belegen, wann die Pflicht erfüllt war.
Zusammenfassung: Was Sie jetzt tun müssen
Der Widerrufsbutton ist kein großes technisches Projekt, aber er erfordert eine sorgfältige Umsetzung an mehreren Punkten: richtiges Plugin, korrekte Seite, konfigurierter SMTP-Versand, sichtbare Platzierung und vollständiger Test. Ein Button, der im Entwurfsmodus hängt oder dessen Bestätigungs-E-Mail im Spam landet, erfüllt die Pflicht nicht.
Für Ihren WooCommerce-Shop gilt: Wenn Sie Germanized nutzen, aktualisieren Sie auf Version 4.0 und aktivieren Sie die Funktion in den Einstellungen. Wenn nicht, installieren Sie das kostenlose vendidero-Standalone-Plugin. Testen Sie danach den kompletten Durchlauf als Gast und als eingeloggter Kunde - und stellen Sie sicher, dass die E-Mails ankommen. Das war es.
Der Widerrufsbutton ist ab dem 19. Juni 2026 für alle B2C-Online-Shops in Deutschland Pflicht. Die Rechtsgrundlage ist der neue § 356a BGB, der die EU-Richtlinie 2023/2673 in deutsches Recht umsetzt. Shops, die diesen Termin verpassen, riskieren Abmahnungen. Die empfehlenswerteste Lösung für die meisten Shops ist WooCommerce Germanized ab Version 4.0, da es bereits in vielen deutschen Shops aktiv ist und die Funktion kostenlos mitbringt. Wer kein Germanized nutzt, greift zum kostenlosen vendidero-Standalone-Plugin EU Widerrufsbutton für WooCommerce aus dem WordPress-Plugin-Verzeichnis. Kostenpflichtige Alternativen wie das VASTCOB-Plugin (49 Euro pro Domain) bieten zusätzliche Verwaltungsfunktionen. Die Bestätigungsseite zeigt dem Kunden die eingegebenen Daten noch einmal an und enthält einen Button Widerruf bestätigen. Pflichtfelder im Formular sind Name, Vertragsidentifikation (z.B. Bestellnummer) und eine E-Mail-Adresse für die Eingangsbestätigung. Ein Widerrufsgrund darf nicht als Pflichtfeld abgefragt werden. Unmittelbar nach Klick auf Widerruf bestätigen muss der Shop automatisch eine Eingangsbestätigung per E-Mail versenden. Ja. Der Widerrufsbutton und das zugehörige Formular müssen auch für Gäste ohne Kundenkonto zugänglich sein. Das ist eine der häufigsten technischen Lücken bei einfachen Eigenlösungen. Die empfohlenen Plugins - sowohl Germanized als auch das vendidero-Standalone-Plugin - unterstützen Gastbestellungen von Haus aus. Reine B2B-Shops, die sich eindeutig und ausschließlich an Gewerbetreibende richten, sind von der Pflicht befreit, weil für B2B-Verträge kein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Sobald aber auch Verbraucher bei Ihnen kaufen können - selbst wenn Sie das nicht primär beabsichtigen - greift die Pflicht. Im Zweifel ist ein Button rechtssicherer als das Fehlen. Das Gesetz schreibt nicht exakt den Wortlaut vor, nennt aber Vertrag widerrufen als Musterbezeichnung. Alternativen wie Widerruf einreichen oder Widerrufsrecht ausüben sind juristisch vertretbar, solange die Bedeutung klar ist. Formulierungen wie Stornieren, Kontakt aufnehmen oder Serviceanfrage sind nicht ausreichend und können abgemahnt werden. Ohne Widerrufsbutton riskieren Sie Abmahnungen durch Mitbewerber und Verbraucherschutzverbände - eine einzelne Abmahnung kostet schnell mehrere hundert bis über tausend Euro. Dazu kommen mögliche behördliche Bußgelder. Außerdem verlängert sich die gesetzliche Widerrufsfrist für Verbraucher automatisch auf bis zu zwölf Monate, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft oder der Widerrufsweg nicht korrekt bereitgestellt ist. Nein. Ein statischer Link zur Widerrufsbelehrung oder ein Link auf ein PDF-Formular erfüllt die neuen Anforderungen nicht. Der § 356a BGB verlangt eine aktive, elektronische Widerrufsfunktion mit zweistufigem Prozess und automatischer Eingangsbestätigung. Der reine Text-Link war nach altem Recht ausreichend - nach dem 19. Juni 2026 nicht mehr.Häufige Fragen
Ab wann ist der Widerrufsbutton in WooCommerce Pflicht?
Welches Plugin eignet sich am besten für den Widerrufsbutton in WooCommerce?
Was muss die Bestätigungsseite des Widerrufsbuttons enthalten?
Gilt die Pflicht auch für Gastbestellungen ohne Kundenkonto?
Mein Shop richtet sich nur an Geschäftskunden. Brauche ich trotzdem den Button?
Wie soll der Button beschriftet sein?
Was passiert, wenn ich den Widerrufsbutton nicht einrichte?
Reicht ein einfacher Link im Footer auf die Widerrufsbelehrung?
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