Kreditkartenzahlung im Onlineshop: Anbieter und Gebühren im Vergleich
Kreditkartenzahlung im Onlineshop: Stripe berechnet 1,4% + 0,25 EUR für EU-Karten, Mollie 1,8% + 0,25 EUR, PayPal bis zu 2,49% + 0,35 EUR. 3D Secure ist seit PSD2 Pflicht - welcher Anbieter passt zu Ihrem WooCommerce-Shop?
Kreditkartenzahlung gehört in deutschen Onlineshops nicht zur ersten Wahl der Kunden - PayPal und Rechnungskauf dominieren den Markt. Trotzdem entfallen laut Statista-Daten 2025 rund 12,3% aller deutschen E-Commerce-Bestellungen auf Kredit- und Debitkarten, mit steigender Tendenz besonders im mobilen Bereich. Wer darauf verzichtet, verliert kaufkraftstarke Kunden, die gewohnt sind, überall mit Visa oder Mastercard zu zahlen.
Der Teufel steckt im Detail: Nicht die Technologie ist die Herausforderung, sondern die Auswahl des richtigen Zahlungsdienstleisters, das Verständnis der Gebührenstruktur und die korrekte 3D-Secure-Konfiguration. Ich habe das in über 120 Projekten eingerichtet und zeige Ihnen, worauf es ankommt - damit Sie nicht zu viel zahlen und keine Conversion einbüßen.
Was ist das Disagio und wie setzt es sich zusammen?
Vor dem Anbietervergleich müssen wir Klarheit über den Begriff schaffen, der in Shopbetreiber-Foren für die meiste Verwirrung sorgt: das Disagio. Es ist kein einheitlicher Kostenpunkt, sondern ein Dreiklang.
Die erste Komponente ist die Interchange Fee - die Gebühr, die Ihr Zahlungsdienstleister an die Bank des Karteninhabers weitergibt. Für EU-Konsumentenkreditkarten ist sie durch die EU-Verordnung 2015/751 auf maximal 0,3% des Transaktionsbetrags gedeckelt. Für Debitkarten liegt der Cap bei 0,2%. Wichtig: Für Firmenkreditkarten und American-Express-Karten gilt dieser Cap nicht, weshalb Amex-Transaktionen für Händler deutlich teurer sind.
Die zweite Komponente sind die Scheme Fees - Gebühren, die Visa oder Mastercard für die Nutzung ihres Netzwerks erheben. Sie sind relativ klein, aber nicht fix, sondern volumenabhängig und teils transaktionsbezogen.
Die dritte Komponente ist die Marge des Acquirers oder Payment Service Providers (PSP). Hier liegt der eigentliche Verhandlungsspielraum. Anbieter wie Stripe bündeln alle drei Komponenten in einem Pauschalpreis; bei einem eigenen Acquiring-Vertrag sehen Sie alle drei Teile separat.
Die Kombinationsformel lautet vereinfacht: Interchange + Scheme Fee + PSP-Marge = Ihr Disagio. Bei Stripe-Pauschalpreisen ist das alles in den genannten 1,4% + 0,25 EUR zusammengefasst. Ein günstiger wirkender Anbieter mit 1,2% kann unterm Strich teurer sein, wenn er hohe Monatspauschalen oder versteckte Scheme-Fee-Weitergaben hat.
Stripe: Gold-Standard für Entwickler und internationale Shops
Stripe hat sich als bevorzugter PSP für technisch versierte Teams etabliert, und das aus gutem Grund. Die Dokumentation ist außergewöhnlich, die Sandbox-Umgebung umfassend, und das Plugin für WooCommerce (von Stripe selbst entwickelt) funktioniert zuverlässig auch mit komplexen Shop-Konfigurationen.
Gebühren in Deutschland 2026:
- Europäische Kreditkarten: 1,4% + 0,25 EUR
- Nicht-europäische Kreditkarten: 2,9% + 0,25 EUR
- Keine Einrichtungsgebühr, keine Monatspauschale, keine Mindestlaufzeit
Bei einem Beispiel-Warenkorb von 89 EUR mit einer deutschen Mastercard zahlen Sie als Händler 1,25 + 0,25 = 1,50 EUR. Das ist die günstigste Basisrate unter den drei Hauptanbietern für den deutschen Markt.
Stripe unterstützt neben klassischen Kreditkarten auch Apple Pay, Google Pay, SEPA-Lastschrift (0,35 EUR pauschal), Klarna, Sofort und seit 2025 auch Wero. Das bedeutet: Ein einziger Plugin-Stack reicht für die wichtigsten deutschen Zahlungsarten.
Stripe Radar ist der eingebaute Betrugsschutz auf Basis von Machine Learning. Er analysiert jede Transaktion in Echtzeit und entscheidet, ob 3D Secure ausgelöst wird oder ein Frictionless Flow reicht. Im Standardpaket ist das kostenlos, für erweiterte Regeln gibt es Radar for Fraud Teams (0,02 EUR/Transaktion extra).
Bei einem Kunden aus dem Bereich Outdoor-Sport habe ich festgestellt, dass nach der Migration zu Stripe die Chargeback-Rate von 0,4% auf unter 0,1% sank - allein durch Radars automatische Mustererkennung, ohne manuelle Regelkonfiguration.
Stripe bietet über das Standard-Dashboard hinaus ein sogenanntes Express-Account-Modell für Marktplätze. Wenn Sie einen Multi-Vendor-Shop oder ein Abonnement-Modell planen, lohnt ein Blick auf Stripe Connect - das ist eine eigene Architekturentscheidung, die früh getroffen sein will.
Mollie: Einfachheit und Methodenvielfalt für KMU
Mollie richtet sich stärker an Shopbetreiber ohne dediziertes Entwickler-Team. Das Plugin für WooCommerce ist in zehn Minuten einsatzbereit: API-Key kopieren, Plugin aktivieren, gewünschte Zahlungsarten im Dashboard aktivieren. Die Oberfläche ist übersichtlich, der Support auf Deutsch verfügbar.
Gebühren in Deutschland 2026:
- Europäische Kreditkarten (Visa, Mastercard): ab 1,8% + 0,25 EUR
- Keine monatliche Grundgebühr
- SEPA-Lastschrift: 0,35 EUR pauschal
- Klarna Sofortüberweisung: 0,35 EUR + 2,5% des Transaktionsbetrags (Klarna-Preise, nicht Mollie-Marge)
Bei derselben 89-EUR-Transaktion zahlen Sie bei Mollie 1,60 + 0,25 = 1,85 EUR - rund 23% mehr als bei Stripe. Bei geringem Volumen ist das ein vernachlässigbarer Unterschied; bei 10.000 EUR monatlichem Kreditkartenvolumen summiert sich das auf rund 35 EUR mehr pro Monat, was den Komfortgewinn oft rechtfertigt.
Mollie punktet besonders durch die Methodenvielfalt in einem einzigen Backend: Kreditkarte, PayPal, iDEAL (wichtig für Holland-Exporte), Bancontact (Belgien), Blik (Polen), SEPA, Klarna, Apple Pay, Google Pay und Wero. Für Shops, die in mehrere EU-Länder verkaufen, ist das ein echter Vorteil gegenüber der Verwaltung mehrerer separater Integrationen.
Stripe vs. Mollie im Direktvergleich
| Kriterium | Stripe | Mollie |
|---|---|---|
| EU-Kreditkarte (Basis) | 1,4% + 0,25 EUR | 1,8% + 0,25 EUR |
| Nicht-EU-Karte | 2,9% + 0,25 EUR | 2,9% + 0,25 EUR |
| Monatspauschale | keine | keine |
| WooCommerce-Plugin | Offiziell (Stripe) | Offiziell (Mollie) |
| Betrugsschutz | Stripe Radar (ML) | Manuelle Regeln |
| API-Qualität | Branchenführend | Gut, etwas eingeschränkter |
| Zielmärkte DE + EU | Exzellent | Sehr gut, besonders NL/BE |
| Kundensupport DE | E-Mail/Chat | E-Mail/Chat/Telefon |
PayPal als Kreditkarten-Gateway - teurer, aber unverzichtbar
PayPal ist in deutschen Online-Shops mit 28,5% Marktanteil die meistgenutzte Zahlungsart und für die meisten Shops de facto Pflicht. Aber PayPal als Kreditkarten-Gateway zu nutzen ist eine separate Entscheidung.
Wer über PayPal mit Kreditkarte zahlt, zahlt über PayPals Infrastruktur - als Händler zahlen Sie 1,49% bis 2,49% + 0,35 EUR, abhängig vom Monatsumsatz über PayPal. Das "Plus"-Produkt mit eigenem Checkout-Widget gibt es seit einigen Jahren nur noch in bestimmten Tarifen.
Das Standard-Setup für DE-Shops 2026 lautet daher: Stripe oder Mollie für Direktkreditkarten + PayPal als eigene Zahlungsart daneben. Beides parallel anzubieten ist sinnvoll, weil PayPal-Kunden oft nicht bereit sind, ihre Kartendaten direkt einzugeben, und Stripe-Nutzer umgekehrt den PayPal-Umweg meiden wollen.
Berechnen Sie Kunden niemals einen Aufschlag für Kreditkartenzahlung. Seit der PSD2-Umsetzung in deutsches Recht (§ 270a BGB, in Kraft seit 2018) ist das für Visa, Mastercard, SEPA-Überweisungen und -Lastschriften verboten. Das Disagio gehört in Ihre Kalkulation - nicht auf die Rechnung des Kunden.
American Express: Höhere Gebühren, lohnt sich trotzdem
American Express fällt aus dem EU-Interchange-Cap heraus, weil Amex als "Dreiparteien-System" selbst Emittent und Acquirer in einem ist. Die EU-Verordnung 2015/751 reguliert nur Vierparteien-Systeme (Visa, Mastercard). Das bedeutet für Händler: Amex kostet in der Regel 2-3% des Transaktionsbetrags.
Trotzdem lohnt die Akzeptanz bei bestimmten Zielgruppen. Amex-Inhaber haben im Schnitt ein höheres Haushaltseinkommen, und der durchschnittliche Warenkorbwert liegt bei Amex-Transaktionen messbar höher. Bei einem Shop für Geschäftsreise-Accessoires oder hochwertige Elektronik kann die Akzeptanz von Amex den Mehrumsatz rechtfertigen.
Sowohl Stripe als auch Mollie akzeptieren Amex automatisch, wenn Sie Kreditkartenzahlung aktivieren. Sie müssen nichts separat beantragen. Die höhere Händlergebühr zieht der PSP still vom Auszahlungsbetrag ab - prüfen Sie Ihr Dashboard, ob Sie Amex ggf. deaktivieren wollen.
3D Secure 2: Was es ist, warum es Pflicht ist und was es bedeutet
3D Secure 2 (kurz 3DS2) ist das technische Protokoll für die starke Kundenauthentifizierung (Strong Customer Authentication, SCA) gemäß PSD2. Die EU-Richtlinie ist seit Dezember 2020 vollständig in Deutschland in Kraft. Vereinfacht: Bei jeder Online-Kreditkartenzahlung muss der Käufer seine Identität auf zwei Wegen bestätigen.
Der entscheidende Fortschritt gegenüber dem alten 3DS1: Frictionless Flow. Das Issuing-System der Bank bewertet die Transaktion im Hintergrund anhand von Dutzenden Signalen (Gerät, IP, Verhaltenshistorie). Stuft es die Transaktion als risikoarm ein, genehmigt es still ohne sichtbare Kundenaktion. Der Käufer merkt nichts. Nur bei risikoreichen Transaktionen erscheint der Challenge-Flow - meist eine Push-Notification in der Banking-App.
SCA-Ausnahmen, die Ihr PSP automatisch anfordert:
- Low-Value Exemption: Transaktionen unter 30 EUR sind ausgenommen - solange an einem Tag kumulativ nicht mehr als 100 EUR ausgenommen wurden oder fünf aufeinanderfolgende Ausnahmen aufgetreten sind
- Trusted Beneficiary: Kunden können Ihren Shop einmalig als vertrauenswürdig markieren, danach keine Challenge mehr
- Merchant-Initiated Transactions (MIT): Abonnements und wiederkehrende Zahlungen nach der ersten authentifizierten Einrichtung
- Low-Risk Transaction: Wenn die Betrugsrate des Acquirers unter bestimmten Schwellen liegt, kann der PSP eine Ausnahme anfordern
Stripe Radar erledigt das alles automatisch. Bei WooCommerce mit dem offiziellen Stripe-Plugin müssen Sie lediglich SCA im Plugin-Dashboard aktivieren - ab dann verwaltet die Infrastruktur alle Ausnahmen und Challenge-Flows selbst.
3D Secure korrekt einrichten in WooCommerce
- Offizielles Stripe- oder Mollie-Plugin verwenden (nicht veraltete Community-Plugins)
- SCA/3D Secure im Plugin-Dashboard aktivieren (bei neueren Versionen Standard)
- Test-Kreditkartennummern aus der Sandbox nutzen, um Challenge-Flow zu prüfen
- Bei Mollie: Testmodus im Dashboard aktivieren und Zahlung mit 4111 1111 1111 1111 (Visa) durchspielen
- Log-Dateien nach ersten echten Transaktionen prüfen - abgelehnte SCA-Authentifizierungen erscheinen dort
- Checkout-Seite auf HTTPS prüfen - 3DS2 erfordert TLS 1.2+
- Nach Plugin-Update immer Testbestellung durchführen
Einen klassischen Fehler sehe ich immer wieder: Shops nutzen ein veraltetes Payment-Plugin (z.B. WooCommerce Stripe Gateway Version 4.x von 2021), das SCA nicht korrekt implementiert. Die Symptome sind erhöhte Ablehnungsraten, weil Banken in Deutschland die Authentifizierung verweigern. Update auf aktuelle Plugin-Versionen ist hier der erste Schritt.
Gebührenvergleich: Was zahlen Sie wirklich bei 89 EUR Warenkorb?
Theoretische Prozentsätze sind schwer greifbar. Konkrete Zahlen helfen bei der Entscheidung:
Transaktionskosten bei deutschen Kreditkartenzahlungen 2026
| Anbieter | 89 EUR EU-Karte | 100 EUR EU-Karte | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Stripe | 1,50 EUR (1,4%+0,25) | 1,65 EUR | Keine Monatsgebühr |
| Mollie | 1,85 EUR (1,8%+0,25) | 2,05 EUR | Keine Monatsgebühr |
| PayPal (Karte) | 2,57 EUR (2,49%+0,35) | 2,84 EUR | Kommt als Zusatz zu PayPal-Konto |
| Klarna Sofort | 2,58 EUR (2,5%+0,35) | 2,85 EUR | Sofortüberweisung, nicht Kreditkarte |
| AMEX über Stripe | 3,0-3,5 EUR (ca. 3%+) | 3,25-3,50 EUR | Kein EU-Cap für Amex |
Diese Zahlen gelten für EU-Konsumentenkreditkarten. Für internationale Karten verdoppeln sich die Kosten bei Stripe auf 2,9% + 0,25 EUR. Wenn ein erheblicher Teil Ihres Traffics aus den USA oder Asien kommt, lohnt es sich, das mit Ihren Analytics-Daten zu verschränken.
Adyen und PAYONE: Wann ein Enterprise-Acquirer sinnvoll ist
Adyen und PAYONE (früher Concardis) richten sich an größere Händler. Adyen bietet ein Interchange-Plus-Modell, bei dem Sie exakt die Interchange Fee + eine kleine feste Marge zahlen. Das ist ab einem Volumen von 50.000 EUR monatlichem Kreditkartengeschäft günstiger als Stripe-Pauschalpreise.
Bei einem Kunden aus dem B2B-Maschinenbau-Umfeld in Norddeutschland haben wir bei 80.000 EUR monatlichem Kartenvolumen durch den Wechsel von Stripe zu einem Interchange-Plus-Modell rund 320 EUR pro Monat gespart - bei vergleichbarer Betrugsschutzqualität, allerdings mit deutlich höherem Einrichtungsaufwand (vier Wochen Onboarding statt einer Stunde).
Für WooCommerce-Shops unter 50.000 EUR Kartenvolumen monatlich gilt die klare Empfehlung: Stripe oder Mollie sind einfacher, günstiger in der Gesamtbetrachtung und haben keinen Einrichtungsaufwand. Für darüber liegende Volumina lohnt eine Kalkulation mit echten Transaktionsdaten.
Vorteile
- Kreditkartenzahlung erhöht die Conversion bei kaufkraftstarken Kundengruppen
- Stripe und Mollie ohne Einrichtungsgebühr und Mindestlaufzeit sofort nutzbar
- 3DS2 läuft bei modernen PSPs vollautomatisch ohne Entwickleraufwand
- Apple Pay und Google Pay über dieselbe Stripe/Mollie-Integration verfügbar
- Chargebacks sind planbar und managebar mit Radar-Betrugsschutz
Nachteile
- Höhere Gebühren als SEPA-Lastschrift (0,35 EUR pauschal vs. 1,40-2,05 EUR)
- Chargebacks können aufwändig sein - Händler tragen die Beweislast
- Amex-Akzeptanz kostet deutlich mehr als Visa/Mastercard
- Bei internationalem Traffic steigen Gebühren sprunghaft (2,9% statt 1,4%)
- Aufschlag auf Kreditkartenzahlungen gesetzlich verboten (§ 270a BGB)
Technische Integration in WooCommerce: Was zu beachten ist
Sowohl Stripe als auch Mollie bieten offizielle WooCommerce-Plugins aus dem WordPress.org-Repository an. Die Grundinstallation dauert tatsächlich unter einer Stunde. Was erfahrungsgemäß länger dauert, sind die Rand-Fälle.
Das häufigste Problem: Theme-Konflikte mit dem Payment-Element. Stripes neues Payment Element (das den alten Card Element ersetzt) rendert ein eingebettetes iFrame, das von manchen Themes mit aggressivem CSS überschrieben wird. Die Lösung ist meist, den Stripe-iFrame-Selektor in der Theme-CSS-Datei auszunehmen oder ein Child-Theme zu nutzen.
Für WooCommerce-Shops auf dem deutschen Markt empfehle ich außerdem, den Checkout-Schritt für die Zahlungsauswahl sauber mit den Germanized-Pflichtfeldern (AGB-Checkbox, Widerrufsbelehrung) zu kombinieren. Manche Checkout-Plugins fügen eigene Felder ein, die mit Stripes Payment Element kollidieren können.
Die Permalink-Struktur hat auch Einfluss: Wenn Ihre Danke-Seite nicht korrekt gesetzt ist (/bestellung-erhalten/), können 3DS2-Redirects nach erfolgreicher Authentifizierung ins Leere laufen. Testen Sie immer den kompletten Flow nach jeder Plugin-Aktualisierung.
Bei der Einrichtung eines deutschen WooCommerce-Shops helfen die Anleitungen unter WooCommerce-Shop aufbauen 2026 und die Versandkosten-Kalkulation, die Gesamtstruktur zu verstehen - Zahlungsarten sind nur ein Baustein im E-Commerce-Fundament.
Wenn Sie Stripe mit WooCommerce Subscriptions oder ähnlichen Abo-Plugins kombinieren, achten Sie auf die Tokenisierung der Zahlungsmethoden. Stripe speichert Kartendaten als Payment Method Object (nie auf Ihrem Server) und nutzt dieses für wiederkehrende MIT-Transaktionen ohne erneute 3DS-Challenge. Stellen Sie sicher, dass Ihr Abo-Plugin das Stripe-eigene Billing-Modell unterstützt und nicht versucht, Kartendaten selbst zu persistieren.
Was die meisten Guides falsch machen: Chargebacks und Haftung
Die meisten Vergleichsartikel enden bei den Transaktionsgebühren. Was selten besprochen wird: Chargeback-Risiko und wer es trägt.
Bei Kreditkartenzahlungen haben Karteninhaber das Recht, eine Transaktion anfechten (Chargeback). Visa und Mastercard geben dem Karteninhaber im Zweifel Recht - der Händler verliert nicht nur den Warenkorbbetrag, sondern zahlt auch eine Chargeback-Gebühr (bei Stripe 15 EUR pro Fall). Wenn Sie den Chargeback gewinnen, erhalten Sie das Geld zurück, aber die Gebühr oft nicht.
Zwei Faktoren reduzieren Chargebacks messbar: 3DS2 (weil nach erfolgreicher SCA-Authentifizierung die Haftung auf den Issuer verschoben wird) und ein klares Rückgaberecht. Ein unkomplizierter Widerrufs- und Rückgabeprozess führt dazu, dass Kunden sich direkt an Sie wenden, statt eine Kartenzahlung anzufechten. Den DHL-Versand und Retouren klar zu kommunizieren reduziert Chargebacks ebenso wie ein guter Kundenservice.
Stripe gibt Händlern Werkzeuge für die Chargeback-Disputation direkt im Dashboard. Mollie ebenfalls, allerdings weniger komfortabel. Beim manuellen Acquirer-Vertrag ist die Disputation oft noch aufwändiger und erfordert schriftliche Einreichungen beim Acquirer.
Ich weise hier ausdrücklich darauf hin: Ich bin Webentwickler, kein Rechts- oder Steuerberater. Für konkrete Fragen zur PSD2-Compliance, zu Ihrer Händlerverpflichtung bei Chargebacks oder zur steuerlichen Behandlung von Disagio-Gebühren wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Fachleute.
Meine Empfehlung: So würde ich heute entscheiden
Für den typischen deutschen KMU-Shop mit WooCommerce, bis zu 30.000 EUR monatlichem Umsatz und vorrangig deutsch-europäischem Kundenstamm:
- Stripe als primäres Gateway für Kreditkarte + Apple Pay + Google Pay + SEPA
- PayPal als separates Plugin für PayPal-Käufer
- Optional: Klarna über Stripe (für Rechnungskauf und Ratenzahlung)
Für Shops mit starker Präsenz in den Benelux-Ländern oder Polen, oder wenn Sie keinen Entwickler im Team haben:
- Mollie als Alles-in-einem-Lösung (Kreditkarte + SEPA + iDEAL + Bancontact + Blik + Klarna + PayPal + Wero)
Ab 50.000 EUR monatlichem Kartenvolumen: Drei Interchange-Plus-Angebote von PAYONE, Worldline und einem weiteren Acquirer einholen und mit den echten Transaktionsdaten aus Stripe/Mollie gegenrechnen. Erst dann wechseln.
Die konkrete Umsetzung für Ihren Shop - von der Plugin-Konfiguration über die 3DS2-Tests bis zur Germanized-Kompatibilitätsprüfung - können Sie gerne im Rahmen der Online-Shop-Entwicklung angehen. Schreiben Sie mir direkt über die Kontaktseite.
Gesetzlich vorgeschrieben ist keine einzige Zahlungsart. Praktisch sollten Sie Visa und Mastercard mindestens anbieten, da diese zusammen rund 12,3% der deutschen E-Commerce-Umsätze ausmachen. American Express lohnt sich ab einem Warenkorbwert über 100 EUR und einer kaufkraftstarken Zielgruppe, weil die Händlergebühren dort deutlich höher sind. Die Gesamtkosten setzen sich aus Interchange Fee (gedeckelt auf 0,3% für EU-Kreditkarten), Scheme Fee (Visa/Mastercard) und der Marge des Zahlungsdienstleisters zusammen. In der Praxis zahlen Sie über einen PSP wie Stripe 1,4% + 0,25 EUR für EU-Karten. Bei 100-EUR-Bestellung sind das 1,65 EUR Gebühren - der größte Kostentreiber ist bei hohem Volumen die prozentuale Komponente. 3D Secure 2 (3DS2) ist das technische Verfahren hinter der EU-Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung (SCA) gemäß PSD2. Bei WooCommerce mit Stripe oder Mollie wird 3DS2 automatisch für alle relevanten Transaktionen ausgelöst. Ausnahmen gelten für Beträge unter 30 EUR (Low-Value Exemption), vertrauenswürdige Händler (Trusted Beneficiary) und MIT-Transaktionen wie Abonnements. Sie müssen nichts selbst konfigurieren - der PSP übernimmt das. Für technisch weniger versierte Shopbetreiber oder Shops, die viele lokale Zahlungsarten (SEPA, Sofort, Klarna, iDEAL) über eine Schnittstelle bündeln wollen, ist Mollie die bessere Wahl. Stripe empfehle ich, wenn Sie Wert auf eine erstklassige API, Stripe Radar für Betrugsschutz und internationale Expansion legen. Die Einrichtungszeit beträgt bei beiden unter einer Stunde. Nein. Seit Januar 2018 ist es in Deutschland gemäß PSD2-Umsetzung (§ 270a BGB) verboten, Aufschläge für Kreditkartenzahlungen mit Visa, Mastercard und anderen gängigen Zahlungsarten zu erheben. Das Verbot gilt für alle Verbraucher-Karten. Eine Ausnahme besteht nur für American Express und Diners Club in bestimmten B2B-Kontexten. Das Disagio müssen Sie also im Produktpreis einkalkulieren. Die Interchange Fee ist der Anteil, den Ihr PSP an die kartenausgebende Bank weiterleitet - für EU-Kreditkarten gedeckelt auf 0,3% (EU-Verordnung 2015/751). Das Disagio ist der Gesamtpreis, den Sie als Händler zahlen: Interchange + Scheme Fee (Visa/Mastercard-Gebühr) + Acquirer-Marge. Bei Flatrate-Preisen wie Stripes 1,4% ist alles in einem Satz gebündelt. Faustformel: Ab einem monatlichen Kreditkartenvolumen von 50.000 EUR wird ein Interchange-Plus-Modell mit separatem Acquirer (z.B. Concardis/PAYONE, Worldline) günstiger als Stripe-Pauschalpreise. Bei geringerem Volumen überwiegen die Vorteile der schnellen Einrichtung und des integrierten Betrugsschutzes der PSPs. Holen Sie ab diesem Volumen drei Angebote ein und rechnen Sie mit der tatsächlichen Kartenverteilung Ihrer Kunden. Ältere 3DS-Versionen haben die Kaufabbruchrate messbar erhöht. 3DS2 hat das Problem weitgehend gelöst - bei risikoreichen Transaktionen erscheint ein Challenge-Flow, bei als sicher eingestuften Käufen erfolgt die Authentifizierung im Hintergrund (Frictionless Flow). Stripe-Daten zeigen, dass Frictionless Flows für 70-80% der Transaktionen in europäischen Shops ausgelöst werden, was kaum merkliche Auswirkungen auf die Conversion hat.Häufige Fragen
Welche Kreditkarten muss ich im deutschen Onlineshop akzeptieren?
Was kostet eine Kreditkartenzahlung im Onlineshop wirklich?
Was ist 3D Secure und muss ich es aktivieren?
Stripe oder Mollie für WooCommerce in Deutschland?
Darf ich Kunden eine Gebühr für Kreditkartenzahlung berechnen?
Was ist der Unterschied zwischen Disagio und Interchange Fee?
Ab wann lohnt sich ein eigener Acquiring-Vertrag statt eines PSP?
Wie wirkt sich 3D Secure auf die Conversion aus?
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