Wie lange dauert es, einen Onlineshop zu erstellen? Realistischer Zeitplan
Wie lange dauert es, einen Onlineshop zu erstellen? Je nach Projektgröße zwischen 2 Wochen und 6 Monaten. Dieser Leitfaden zeigt ehrliche Zeitpläne pro Phase, erklärt welche Engpässe den meisten Verzug verursachen und wie Sie diese verkürzen.
Kunden fragen mich fast in jedem Erstgespräch dasselbe: "Wie lange dauert das eigentlich?" Die ehrliche Antwort lautet: zwischen zwei Wochen und sechs Monaten. Diese Spanne ist kein Fehler in der Kalkulation, sondern das Ergebnis von Projekten, die sich in Umfang, Komplexität und Kundenmitarbeit fundamental unterscheiden.
In 13 Jahren und über 120 Projekten habe ich gelernt, dass die meisten Zeitpläne nicht an der Entwicklung scheitern. Die Flaschenhälse sitzen woanders: fehlende Produktfotos, Feedback-Schleifen, offene rechtliche Fragen und unterschätzte Integrationen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was realistisch ist, welche Phasen die meiste Zeit fressen und was Sie konkret tun können, um früher online zu gehen.
Drei Projektklassen und ihre realistischen Zeitpläne
Bevor wir in die einzelnen Phasen einsteigen, hilft eine grobe Einteilung nach Projektgröße. Diese Kategorien basieren auf echten Projekten aus meiner Praxis, nicht auf Agentur-Marketingversprechen:
Projektgrössen im Überblick
| Kriterium | Klein | Mittel | Komplex |
|---|---|---|---|
| Produktanzahl | bis 50 Artikel | 50 bis 500 Artikel | 500+ oder Varianten |
| Design | Standardtheme | angepasstes Theme | Individualdesign |
| Integrationen | Stripe, PayPal | Stripe + Klarna + Rechnung | ERP, PIM, Warenwirtschaft |
| Rechtliches | Standard-Pakete | Germanized Pro | individuelle Prüfung |
| Zeitplan mit Agentur | 4 bis 8 Wochen | 8 bis 16 Wochen | 4 bis 6 Monate |
| Zeitplan DIY | 6 bis 14 Wochen | nicht empfohlen | nicht empfohlen |
Der größte Irrtum, den ich regelmäßig korrigiere: Viele Kunden kommen mit einem vermeintlich einfachen Produkt, aber komplexen Anforderungen im Hintergrund. Ein Modegeschäft mit 80 T-Shirts klingt übersichtlich, hat aber 80 mal 4 Farben mal 5 Größen, das ergibt 1.600 Varianten in WooCommerce. Allein die Datenpflege dauert dann länger als die gesamte technische Entwicklung. Das ist kein Einzelfall, das ist die Regel.
Phase 1: Konzeption und Anforderungsanalyse (1-2 Wochen)
Hier wird das Fundament gelegt. Wer diese Phase überspringt oder zu schnell durchläuft, zahlt später doppelt, manchmal dreifach. Zur Konzeption gehört eine ehrliche Bestandsaufnahme aller Anforderungen:
Welche Produkte werden verkauft und wie sind sie strukturiert? Einfache physische Waren ohne Varianten sind das unkomplizierteste Szenario. Downloadprodukte (Software, PDFs, Musik) brauchen eigene Lieferprozesse und andere AGB-Klauseln. Konfigurierbare Produkte mit Maßangaben oder Personalisierungen erfordern oft individuelle Plugin-Entwicklung. Diese Unterschiede multiplizieren den Aufwand und müssen in Woche 1 geklärt sein.
Welche Zahlungsarten sind Pflicht für Ihre Zielgruppe im deutschen Markt? Ohne Kauf auf Rechnung fehlt Ihnen die Zahlungsart mit der höchsten Konversionsrate, besonders bei Warenkörben über 50 Euro. Ohne SEPA-Lastschrift verlieren Sie B2B-Kunden. Diese Entscheidung beeinflusst direkt, welche Zahlungsanbieter eingerichtet werden und wie viel Entwicklungszeit dafür eingeplant wird.
Gibt es externe Systeme, die angebunden werden müssen? Eine ERP-Anbindung (Weclapp, Lexware, Sage) oder ein Warenwirtschaftssystem kann das Projekt allein um 6 bis 10 Wochen verlängern. Das ist kein Problem, wenn es von Anfang an eingeplant ist. Als Überraschung in Woche 5 ist es eine Katastrophe.
Bei einem Kunden aus dem Handwerk in Schleswig-Holstein haben wir in der Konzeption festgestellt, dass sein "einfacher" Shop eine individuelle Konfigurator-Lösung brauchte, weil jedes Produkt maßgefertigt war und Kunden Abmessungen direkt im Bestellprozess eingeben sollten. Das hätte mitten in der Entwicklung zu einem kompletten Neustart geführt. Die Konzeptionsphase hat uns diese drei Wochen Verlust erspart.
Erstellen Sie vor dem ersten Gespräch mit Ihrer Agentur eine Excel-Liste aller Produkte mit Preis, Varianten und Beschreibung. Das verkürzt die Konzeptionsphase um die Hälfte und spart bares Geld bei den Agenturstunden.
Phase 2: Design und Prototyping (1-3 Wochen)
Beim Design unterscheiden sich die Wege je nach Budget und Anforderung erheblich. Es gibt zwei grundsätzliche Pfade, und beide haben ihre Berechtigung.
Pfad 1: Premiumtheme mit CI-Anpassung. Mit einem hochwertigen Theme wie Flatsome, Astra Pro oder einem maßgeschneiderten Blocksy-Aufbau dauert der Design-Aufbau für einen mittelgroßen Shop 3 bis 5 Arbeitstage. Das Theme bringt eine getestete Grundstruktur mit, Farben und Schriften werden an Ihre Corporate Identity angepasst, und das Ergebnis ist in den meisten Fällen professionell genug für einen kompetitiven Marktauftritt. Kosten für das Theme selbst: einmalig 50 bis 200 Euro.
Pfad 2: Individualdesign vom Grafiker. Ein maßgefertigtes Design, das zunächst als Figma-Prototyp erstellt und dann durch einen Entwickler umgesetzt wird, kostet zusätzlich 1 bis 3 Wochen Entwicklungszeit zuzüglich der Grafikerkosten. Der Mehrwert ist eine visuelle Alleinstellung, die mit keinem Theme erreichbar ist. Der Nachteil: Feedback-Schleifen zwischen Grafikern, Entwicklern und dem Kunden multiplizieren sich schnell.
Was die meisten Guides verschweigen: Design-Freigaben durch den Kunden sind häufig die größte Zeitfalle in dieser Phase. In der Praxis sieht das so aus: Der Entwickler liefert einen Entwurf am Dienstag. Der Kunde schaut sich das gemeinsam mit seinem Geschäftspartner an, hat zwei Meinungen, die nicht übereinstimmen, meldet sich erst am nächsten Dienstag zurück und möchte dann noch eine dritte Variante sehen. Zwei Wochen verloren. Vereinbaren Sie deshalb von Anfang an konkrete Feedbackfenster (24 bis 48 Stunden) und klare Entscheidungsprozesse mit einer Ansprechperson.
Vorteile
- Standardtheme: sofort verfügbar, mobil optimiert, gut getestet
- Klare Kostenkontrolle durch Festpreis-Themen (einmalig 50-200 EUR)
- Schnellere Umsetzung, damit früher live und früher echtes Kundenfeedback
Nachteile
- Eingeschränkte visuelle Differenzierung vom Wettbewerb
- Anpassungen an Marken-CI erfordern trotzdem Entwicklerzeit
- Spätere Redesigns kostspieliger, wenn das Theme nicht flexibel genug ist
Phase 3: Technische Entwicklung und Einrichtung (1-4 Wochen)
Die eigentliche Entwicklungsphase ist oft kürzer als Kunden erwarten. WooCommerce und Germanized Pro sind ausgereifte Lösungen mit einem riesigen Plugin-Ökosystem. Ein erfahrener Entwickler richtet die technische Basis eines mittelgroßen Shops, inklusive Hosting-Setup, SSL, Caching und Grundkonfiguration, in 3 bis 7 Arbeitstagen ein. Das ist schnell, weil die Werkzeuge dafür seit Jahren stabil und gut dokumentiert sind.
Die eigentlichen Zeitfresser in dieser Phase sind Integrationen mit Drittanbietern. Jede Anbindung bringt ihre eigenen technischen Abhängigkeiten mit:
Für den deutschen Markt ist Kauf auf Rechnung via Klarna keine Kür, sondern eine Kernanforderung, wenn Sie die Konversionsrate ernst nehmen. Deutsche Käufer bevorzugen Rechnungskauf besonders bei unbekannten Shops und bei Warenkörben über 50 Euro. Die technische Einrichtung über Stripe als Aggregator ist seit dem Update im August 2025 erheblich einfacher geworden: Klarna-Zahlungsmethoden werden nun automatisch aktiviert, ohne dass eine separate Klarna-Direktintegration nötig ist. Das spart im Schnitt 1 bis 2 Entwicklertage.
Ein häufig unterschätzter Aufwand ist das vollständige Konfigurieren von Germanized Pro für den deutschen Markt. Die korrekte Einstellung von Steuerklassen, Versandkostenhinweisen, rechtlich konformen Bestellprozessen und automatisierter Rechnungserzeugung kostet bei einem mittelgroßen Shop gut und gerne 3 bis 5 Arbeitstage - selbst wenn ein erfahrener Entwickler daran sitzt.
Verschieben Sie die Zahlungsanbieter-Integration nicht auf "nach dem Launch". Shops ohne Rechnungskauf verlieren in Deutschland nach aktuellen Marktdaten bis zu 30 Prozent möglicher Bestellungen. Das ist kein theoretischer Verlust, das ist realer Umsatz, der zum Wettbewerber geht.
Phase 4: Rechtliche Absicherung (3-7 Werktage)
Diese Phase wird systematisch unterschätzt und führt zu den teuersten Nacharbeiten. Im deutschen E-Commerce-Recht hat sich in den letzten zwei Jahren viel verändert. Wer mit einer 2022 erstellten AGB-Vorlage und einem alten Impressum startet, hat ein Problem.
Rechtliche Pflichten vor dem Launch 2026
- Impressum mit vollständigen Pflichtangaben nach DDG (Digitale-Dienste-Gesetz, löste das TMG ab)
- Datenschutzerklärung nach TDDDG (seit Mai 2024, früher TTDSG)
- AGB mit korrekten Widerrufsbelehrungen je Produkttyp (physisch, digital, Dienstleistung)
- Widerrufsformular als Muster zum Download bereitstellen
- Widerrufsbutton als aktive Funktion (Pflicht ab 19. Juni 2026 nach § 356a BGB)
- GPSR-Konformität: Produktsicherheitsangaben für physische Waren (vollständig ab 19. Februar 2026)
- Barrierefreiheitserklärung (BFSG-Pflicht ab 28. Juni 2025 für Shops über 10 Mitarbeiter oder 2 Mio. EUR Umsatz)
- Cookie-Consent-Banner nach TDDDG, technisch korrekt (Opt-in vor Tracking)
- Angaben zu Versandkosten und Steuern auf jeder Produktseite und im Checkout konsistent
Besonders der Widerrufsbutton, der ab dem 19. Juni 2026 nach § 356a BGB für alle B2C-Onlineshops in Deutschland gesetzlich verpflichtend ist, erfordert nicht nur einen sichtbaren Button im Interface. Er muss in eine vollständige Prozesskette eingebettet sein: Der Widerruf wird elektronisch eingereicht, der Händler schickt eine Eingangsbestätigung, und die Frist beginnt erst nach korrekter Abwicklung. Shops, die das ignorieren oder nur einen Button ohne Funktion implementieren, riskieren Abmahnungen durch Mitbewerber und Verbraucherverbände sowie Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Ich bin Webentwickler und kein Rechtsanwalt, für eine verbindliche rechtliche Einschätzung zu Ihrem konkreten Fall wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für IT-Recht.
Die Rechtstexte selbst kommen bei professionellen Projekten aus spezialisierten Abo-Diensten wie Händlerbund, IT-Recht Kanzlei oder Trusted Shops. Die Kosten liegen bei 25 bis 100 Euro monatlich. Das klingt nach einer laufenden Ausgabe, aber sie kaufen damit aktuell gehaltene Texte, die angepasst werden, wenn sich Gesetze ändern. Wer das selbst pflegen will, unterschätzt den Aufwand erheblich.
Für die vollständige technische Umsetzung des Widerrufsbuttons in WooCommerce gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung sowie den detaillierten Überblick zu den rechtlichen Hintergründen der Widerrufspflicht ab Juni 2026.
Phase 5: Produktdatenerfassung - der versteckte Zeitriese (2-8 Wochen)
Hier liegt der größte Zeitfresser, den fast kein Zeitplan ehrlich ausweist und kaum eine Agentur im Erstgespräch thematisiert. Die Produktdaten werden in der Regel vom Kunden geliefert, nicht vom Entwickler erstellt. In der Praxis bedeutet das: Die technische Entwicklung steht fertig bereit, und das Projekt wartet vier Wochen, weil der Kunde noch Fotos schießt, Texte schreibt und Preise mit dem Lieferanten abstimmt.
Ein realistisches Rechenbeispiel für 100 Produkte:
Produktfotos: 3 bis 5 Bilder je Produkt, freigestellt vor Weiß, farbkalibriert und für Web optimiert. Bei inhouse-Fotografie mit eigenem Equipment: 15 bis 30 Minuten je Produkt, also 25 bis 50 Stunden reine Fotoarbeit. Alternativ: ein Produktfotograf in Hamburg oder München kostet 400 bis 800 Euro pro Halbtag und schafft 30 bis 60 Produkte.
Produkttexte: einzigartiger Titel mit Haupt-Keyword, Kurzbeschreibung mit etwa 80 bis 150 Zeichen, ausführliche Langbeschreibung mit 200 bis 400 Wörtern, die tatsächlich Kaufargumente liefert statt Herstellertexte zu kopieren. Aufwand: 20 bis 45 Minuten je Produkt, bei 100 Produkten also 30 bis 75 Stunden.
Technische Daten: Gewicht und Abmessungen (Pflicht für die automatische Versandkostenberechnung), Varianten mit allen Kombinationen, Lagerbestände je Variante, interne Artikelnummern (SKU), Steuerklassen und Versandklassen. Wer das unstrukturiert eingibt, kämpft später mit einem Datendschungel.
Bei 100 Produkten und konservativem Aufwand summiert sich das schnell auf 60 bis 120 Stunden reine Fleißarbeit. Das sind 3 bis 6 Wochen, wenn eine Person das neben dem Tagesgeschäft erledigt.
Bei einem Kunden aus dem Bereich Heimtextilien in Hamburg, der ursprünglich mit 150 Produkten starten wollte, haben wir die Strategie geändert: 20 Kernprodukte wurden für den Launch perfekt aufbereitet (professionelle Fotos, eigene Texte, vollständige Daten), die restlichen 130 kamen gestaffelt in den ersten 10 Wochen nach dem Launch dazu. Ergebnis: wir waren 6 Wochen früher online als im ursprünglichen Plan, und die ersten Verkäufe zeigten uns, welche Produkte aus dem Restbestand wirklich relevant waren.
Erstellen Sie ein standardisiertes Produktdaten-Template in Excel mit allen Pflichtfeldern, Erklärungen und Beispielen. Schicken Sie das dem Kunden in Woche 1, parallel zur technischen Entwicklung. Wer damit bis zum Ende der Entwicklungsphase wartet, verschwendet die teuerste Ressource im Projekt: Zeit.
Phase 6: Testing und Qualitätssicherung (3-7 Tage)
Ein Onlineshop ist kein statisches Website-Projekt. Fehlschlagende Zahlungsvorgänge, falsche Steuerberechnungen bei bestimmten Produktkombinationen oder eine auf dem Smartphone kaputte Checkout-Ansicht kosten nicht nur Nerven, sondern echte Umsätze. Die Testphase muss strukturiert und vollständig sein, nicht nur ein kurzes Durchklicken.
Folgende Punkte sind Mindeststandard vor dem Launch: Testkäufe mit allen Zahlungsmethoden im Testmodus (Stripe-Testmodus, Klarna Sandbox, PayPal-Sandbox), Bestellbestätigungs-E-Mails auf mindestens drei verschiedenen Geräten und E-Mail-Clients prüfen, Versandkostenberechnung für alle Regeln und Ausnahmen durchspielen (kostenloser Versand ab Bestellwert X, Inseln, Großpakete), den Widerrufsprozess vollständig durchspielen und die Bestätigungs-E-Mail prüfen, Mobilansicht auf iOS Safari und Android Chrome, sowie Ladezeit-Check mit Google PageSpeed Insights (Zielwert: LCP unter 2,5 Sekunden auf mobilen Geräten).
Für einen vollständigen WooCommerce-Aufbau mit allen deutschen Rechts- und Technik-Anforderungen gibt es den umfassenden WooCommerce-Aufbau-Leitfaden 2026, der jeden Schritt von Hosting bis Launch im Detail erklärt.
Die fünf häufigsten Zeitkiller in der Praxis
Nach über 120 Projekten sehe ich immer wieder dieselben Muster, die selbst gut geplante Projekte um Wochen verzögern. Diese Liste ist keine Theorie, sondern echte Projekterfahrung:
Erstens: fehlende Inhalte zum Projektstart. Der Entwickler richtet das System in Woche 2 fertig ein. Der Kunde liefert die Produktfotos in Woche 8, weil der geplante Fotoshooting-Termin verschoben wurde. Fünf bis sechs Wochen Leerlauf. Das Projekt bezahlt der Kunde trotzdem, und die Motivation auf beiden Seiten sinkt.
Zweitens: endlose Feedback-Schleifen beim Design. Ohne klare Entscheidungsstrukturen auf Kundenseite kann eine Designfreigabe 2 bis 3 Wochen in Anspruch nehmen. Die Lösung ist einfach: eine Ansprechperson, 48 Stunden Feedbackfenster, maximale zwei Überarbeitungsrunden.
Drittens: nachträgliche Funktionswünsche. "Könnten Sie noch schnell einen Abo-Bereich einbauen?" oder "Wir brauchen doch einen Konfigurator für Sonderbestellungen." Neue Funktionen mitten im Projekt sprengen Zeitplan und Budget. Die vereinbarte Spezifikation ist verbindlich, Erweiterungen kommen in Projektphase 2.
Viertens: unterschätzte Rechtstexte-Integration. Das AGB-Paket wird oft erst in Woche 5 oder 6 bestellt, dann stellt sich heraus, dass einzelne Klauseln auf den konkreten Shop zugeschnitten werden müssen, und die Datenschutzerklärung muss alle installierten Plugins (Analyse-Tools, Chat-Widgets, Zahlungsanbieter) korrekt abbilden. Das kostet weitere 3 bis 5 Tage.
Fünftens: technische Überraschungen bei Drittanbieter-Integrationen. ERP-Systeme mit undokumentierten API-Limits, die nur 100 Anfragen pro Stunde erlauben. Fakturierungssoftware, die einen bestimmten Zeichensatz für Artikelnummern voraussetzt, den WooCommerce nicht direkt liefert. Immer einen Puffer von 20 bis 30 Prozent speziell für Integrationsaufgaben einplanen.
Wie Sie den Zeitplan aktiv verkürzen
Es gibt konkrete Hebel, die den Unterschied zwischen einem 6-Wochen- und einem 16-Wochen-Projekt ausmachen. Kein einziger davon liegt auf der technischen Seite.
Materialpaket vor Projektstart: Stellen Sie Logo (SVG und PNG), Markenfarben als Hex-Codes, alle Produktfotos und -texte fertig bereit, bevor die erste Zeile Code geschrieben wird. Das klingt selbstverständlich, trifft aber auf vielleicht 20 Prozent aller Projekte zu. Alle anderen liefern das Material schrittweise nach, während das Projektteam wartet.
MVP-Ansatz konsequent durchhalten: Gehen Sie mit 20 bis 30 perfekten Produkten live statt mit 200 halbfertigen. Der erste echte Kundenfeedback - reale Warenkörbe, echte Suchanfragen, tatsächliche Abbruchpunkte - zeigt Ihnen mehr über Ihren Shop als jede theoretische Planung. Alles andere bauen Sie danach, informiert durch echte Daten. Erfahrungsgemäß macht das erste Drittel des Sortiments rund 80 Prozent des Umsatzes aus.
Rechtliches parallel vorbereiten: Bestellen Sie das Rechtstexte-Abo beim Händlerbund oder IT-Recht Kanzlei in Projektwoche 1, nicht in Woche 6. Die Texte müssen in WooCommerce eingebunden, konfiguriert und mit dem tatsächlichen Shop-Setup (Plugins, Zahlungsanbieter, Produkttypen) abgeglichen werden. Das dauert mehrere Tage und kann nicht auf die letzte Projektwoche verschoben werden.
Einen Überblick über professionelle Shop-Entwicklung, die von Anfang an auf diese Zeitfallen ausgelegt ist, finden Sie auf der Seite zu professionellen Online-Shops bei dawidweb.com. Mehr zu SEO und Auffindbarkeit nach dem Launch gibt es unter SEO-Optimierung für Webprojekte.
DIY versus Agentur: Was ist wann die richtige Wahl?
DIY vs. Agentur
| Kriterium | Selbst erstellen (DIY) | Agentur beauftragen |
|---|---|---|
| Zeitaufwand Gesamtprojekt | hoch, unterschätzt | geringer auf Kundenseite |
| Kosten initial | 300-1.500 EUR (Plugins, Themen) | 1.500-15.000+ EUR |
| Rechtstexte | selbst beschaffen und einbinden | beratend begleitet |
| Langfristige Wartung | eigenverantwortlich | Wartungsvertrag möglich |
| Qualitätskontrolle | selbst verantwortlich | Entwickler-Erfahrung und Tests |
| Empfehlung | unter 20 Produkte, einfache Struktur | ab 50 Produkten oder Integrationen |
Für Gründer mit einem klar umrissenen Kernsortiment von bis zu 20 Produkten und ausreichend Zeit für das Einarbeiten ist der DIY-Einstieg mit WooCommerce oder Shopify legitim. Der Lernaufwand ist real, aber bewältigbar. Sobald aber Klarna-Integration, steuerliche Sonderfälle (ermäßigter Steuersatz für bestimmte Produktgruppen, Differenzbesteuerung, innergemeinschaftliche Lieferungen), Mehrsprachigkeit für den deutschen und österreichischen Markt oder mehr als 100 Produkte im Spiel sind, rechnet sich eine erfahrene Agentur schnell durch gesparte Fehlerkosten und vermiedene Konversionsverluste.
Eine häufig übersehene Kompromisslösung: Die Agentur richtet den Shop technisch ein und schult Sie danach für die eigenständige Pflege. So zahlen Sie einmal für Expertise und tragen dann nur noch die laufenden Kosten für Hosting und Rechtstexte-Abo.
Realistische Gesamtübersicht nach Projekttyp
Abschließend die ehrliche Tabelle, die ich in jedem Erstgespräch vorlege. Diese Zeitrahmen gehen davon aus, dass alle Materialien rechtzeitig vorliegen und Feedbackfenster eingehalten werden:
In der Praxis verlängern sich diese Zeitpläne durch die beschriebenen Zeitkiller regelmäßig um 30 bis 50 Prozent. Das ist kein Zeichen schlechter Planung, sondern die ehrliche Realität der meisten E-Commerce-Projekte. Wer das von Anfang an einkalkuliert, hat weniger Stress, bessere Ergebnisse und einen Launch, der tatsächlich stattfindet statt immer weiter verschoben zu werden.
Haben Sie Fragen zu Ihrem konkreten Projekt oder möchten Sie einen realistischen Zeitplan besprechen? Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir gemeinsam herausfinden, was Ihr Shop wirklich braucht und wie lange es realistisch dauert.
Ein einfacher WooCommerce-Shop mit bis zu 50 Produkten, einem Standarddesign und den nötigen deutschen Rechtstexten ist realistisch in 4 bis 8 Wochen umsetzbar. Voraussetzung ist, dass alle Inhalte wie Produktfotos, Texte und Logofiles zu Projektbeginn vollständig vorliegen. Fehlt das Material, verlängert sich der Zeitplan erfahrungsgemäß um das Doppelte. Ein professionell umgesetzter WooCommerce-Shop für den deutschen Markt kostet bei einer erfahrenen Agentur zwischen 3.000 und 15.000 Euro. Kleinere Freelancer-Lösungen starten ab 1.500 Euro, komplexe Projekte mit ERP-Anbindung und individuellem Design können 30.000 Euro und mehr kosten. Stundensätze in Deutschland liegen 2026 bei 80 bis 180 Euro, je nach Agenturtyp und Spezialisierung. Mit einem Baukastensystem wie Shopify ist es technisch möglich, in einem Wochenende einen funktionsfähigen Shop aufzusetzen. Rechtlich fertig ist dieser Shop damit aber nicht. AGB, Widerrufsbelehrung, Impressum, Datenschutzerklärung und ab Juni 2026 der Widerrufsbutton erfordern erheblichen Zusatzaufwand. Ein Shop, der rechtlich sauber und technisch solide ist, braucht auch im DIY-Bereich mindestens 2 bis 4 Wochen. Meistens die Produktdatenerfassung. Bei 100 Artikeln mit je 3-5 Fotos, einer Kurzbeschreibung, Langbeschreibung, Varianten und Preisangaben kommen schnell 40 bis 80 Arbeitsstunden zusammen. Häufig ist diese Phase beim Kunden angesiedelt, nicht beim Entwickler. Wer mit einem sauber befüllten Produktdaten-Template startet, spart Wochen. Der Widerrufsbutton ist eine gesetzlich vorgeschriebene elektronische Widerrufsfunktion, die ab dem 19. Juni 2026 für alle B2C-Onlineshops in Deutschland gilt. Grundlage ist § 356a BGB (EU-Richtlinie 2023/2673). Der Button muss gut sichtbar, eindeutig beschriftet (z.B. 'Vertrag widerrufen') und dauerhaft während der Widerrufsfrist zugänglich sein. Bei Nichterfüllung drohen Abmahnungen und Bußgelder bis 50.000 Euro. Ich bin Webentwickler und kein Rechtsanwalt - für verbindliche Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für IT-Recht. Wenn Ihr Unternehmen mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt oder mehr als 2 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt, gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) seit dem 28. Juni 2025. Ihr Shop muss dann die WCAG-2.1-Standards auf Level AA erfüllen und eine Barrierefreiheitserklärung bereitstellen. Bei Nichterfüllung drohen Bußgelder bis 100.000 Euro. Kleinstunternehmen sind ausgenommen. Shopify geht technisch schneller: Hosting, SSL und Updates sind integriert, ein einfacher Shop ist in 1-2 Tagen technisch lauffähig. WooCommerce bietet mehr Flexibilität und geringere laufende Kosten, erfordert aber mehr Einrichtungszeit für Hosting, Plugins und Konfiguration. Für den deutschen Markt kommen bei beiden Systemen gleich viel Zeit für Rechtstexte, Germanisierung und Zahlungsanbieter-Integration dazu. Starten Sie mit einem sorgfältig gepflegten MVP: 20 bis 50 Kernprodukte mit perfekten Texten und Fotos sind besser als 200 halbfertige Einträge. Sie kommen früher online, erhalten echtes Kundenfeedback und können das Sortiment gezielt ausbauen. Erfahrungsgemäß verkaufen die ersten 20 Prozent des Sortiments 80 Prozent des Umsatzes.Häufige Fragen
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