Shopware 6 ist das meistgenutzte professionelle Shopsystem im deutschsprachigen Raum. 80,73 Prozent aller Shopware-Kunden sitzen im DACH-Raum - das System wurde von Anfang an für deutsche Marktanforderungen gebaut: DSGVO-konforme Bestellabwicklung, deutsche Rechnungsstellung und europäisches Steuerrecht sind keine Nachgedanken, sondern Teil der Architektur. Wer einen neuen Shop einrichten oder eine bestehende Lösung ablösen will, findet hier eine vollständige, praxisnahe Anleitung für 2026.

Ich begleite seit 13 Jahren Unternehmen beim Aufbau von Online-Shops, hauptsächlich in Deutschland, und habe in dieser Zeit über 120 Projekte umgesetzt - darunter WooCommerce-Shops, Shoper-Migrationen und in den letzten Jahren zunehmend Shopware-6-Setups für Kunden aus dem KMU-Bereich. Diese Anleitung zeigt Ihnen den direkten Weg, ohne Marketing-Sprache und ohne die typischen Anfängerfehler.

Edition wählen: Was kostet Shopware 6 wirklich?

Die Community Edition ist Open Source und kostenlos nutzbar - das ist der Einstiegspunkt für die meisten neuen Projekte. Seit März 2025 gilt allerdings eine Fair Usage Policy: sobald ein Shop mehr als 1 Million EUR Jahresumsatz (GMV) über Shopware abwickelt, ist mindestens die Rise-Edition fällig. Rise kostet ab Mai 2026 rund 600 EUR pro Monat und beinhaltet bis zu 2 Millionen EUR GMV, Cloud-Hosting als SaaS-Option, den AI Copilot in der Basisvariante und Support mit 8 Stunden Reaktionszeit. Evolve (ab 2.400 EUR/Monat) schaltet B2B-Komponenten frei, Beyond (ab 6.500 EUR/Monat) richtet sich an Enterprise-Projekte.

Für einen KMU-Shop unter der GMV-Grenze bleibt die CE die wirtschaftlich sinnvolle Wahl. Die Lizenz macht laut aktuellen Marktanalysen ohnehin nur 15 bis 25 Prozent der Gesamtkosten aus - Hosting, Entwicklung und Plugins sind meist der größere Kostenfaktor.

0 EURCommunity Edition Lizenzkosten
600 EUR/Mon.Rise-Edition ab Mai 2026
1 Mio. EURGMV-Grenze für kostenlose Nutzung
80,73 %Shopware-Kunden im DACH-Raum

Systemanforderungen und Hosting-Entscheidung

Shopware 6 ist kein Shared-Hosting-System. Die Mindestanforderungen für einen produktiven Betrieb: PHP 8.2 oder höher (8.3 empfohlen), MariaDB 10.11+ oder MySQL 8, Composer 2.2+, Node.js 20 LTS und mindestens 4 GB RAM. Der memory_limit in der php.ini sollte auf mindestens 512 MB gesetzt werden, für Theme-Kompilierung und Indexierung sind 1024 MB sicherer.

Bei der Hosting-Wahl haben sich für den deutschen Markt drei Kategorien bewährt: managed Shopware Hosting bei Spezialanbietern (creoline als offizieller Shopware-Partner, mittwald, dogado), Cloud-Server bei IONOS oder Hetzner ab 4-8 GB RAM, oder eigene dedizierte Server für hochvolumige Shops. IONOS wird 2026 mit einem Testsieger-Urteil der Note 1,4 geführt und bietet Shopware 6 als Vorinstallation an. Creoline erhält auf Trustpilot 4,9 von 5 Sternen und kümmert sich als offizieller Partner um Shopware-spezifische Serveroptimierung.

Bei einem Kunden aus dem Bereich Haushaltsartikel haben wir auf einen günstigen Shared-Hoster gesetzt - die Performance-Probleme beim Indexieren des 3.000-Produkte-Katalogs haben uns später mehr Zeit gekostet, als ein ordentlicher VPS von Anfang an gedauert hätte. Meine Empfehlung: lieber einmal richtig aufsetzen.

Hosting-Vergleich für Shopware 6

KriteriumShared HostingManaged VPS/Cloud
Minestanforderungen erfülltOft nicht (RAM, PHP)Ja
InstallationsaufwandHoch (manuelle Konfiguration)Niedrig (managed)
Monatliche Kosten5-20 EUR40-120 EUR
SkalierbarkeitKaumGut bis sehr gut
Shopware-Kompatibilität garantiertNeinJa (bei Spezialanbietern)

Installation: Die drei Wege

Shopware 6 lässt sich auf drei Wegen installieren. Der einfachste ist das Shopware Installer-Paket: ZIP herunterladen, per FTP auf den Server laden, Datenbankdaten eingeben, fertig. Dieser Weg funktioniert bei managed Hosts am zuverlässigsten. Der zweite Weg führt über Composer (composer create-project shopware/production my-shop) und gibt mehr Kontrolle über die Versionierung - dieser Weg ist für Entwickler, die das Projekt in Git verwalten wollen. Der dritte Weg: Shopware SaaS in der Cloud über rise, evolve oder beyond - kein Server, kein Update-Management, dafür die monatliche Lizenzgebühr.

Nach der Installation öffnen Sie die Shopware Administration unter /admin. Beim ersten Start werden Sie durch einen Einrichtungsassistenten geführt, der Sprache, Währung, Zeitzone und Grunddaten abfragt. Installieren Sie keine Demo-Daten, wenn Sie direkt mit echten Produkten starten - die Demo-Inhalte hinterlassen Spuren in der Datenbank, die später aufwändig zu bereinigen sind.

Checkliste nach der Erstinstallation

  • Admin-Passwort auf ein starkes Passwort ändern (min. 16 Zeichen)
  • Shopname, Logo und Favicon in den Grundeinstellungen hinterlegen
  • Standard-Sprache und Standardwährung prüfen (de-DE, EUR)
  • Zeitzone auf Europe/Berlin setzen
  • SSL-Zertifikat aktiv und erzwungen (HTTPS everywhere)
  • Demo-Daten prüfen und ggf. entfernen
  • Composer-Abhängigkeiten auf aktuellem Stand

Sales Channels: Die logische Grundstruktur

Shopware 6 denkt in Sales Channels - das ist der erste konzeptionelle Unterschied zu anderen Systemen und gleichzeitig die wichtigste Stellschraube für Multi-Shop- oder Multi-Länder-Setups. Jeder Sales Channel hat eigene Zahlungsarten, Versandarten, Sprachen, Währungen und eine eigene Kategorie-Baumwurzel.

Nach der Installation gibt es einen voreingestellten Storefront-Channel. Für einen einfachen Single-Shop belassen Sie es dabei. Wenn Sie aber von Anfang an mehrere Marken oder Länder bedienen wollen - etwa Deutschland und Österreich mit unterschiedlicher Mehrwertsteuer - lohnt es sich, für jeden Markt einen eigenen Channel anzulegen. Gehen Sie dazu in der Administration zu Einstellungen > Verkaufskanäle > Kanal hinzufügen.

Jeder Channel bekommt eine eigene Navigationswurzel (Root-Kategorie). Das bedeutet: Sie legen im Kategoriebaum zunächst die Hauptkategorie an (zum Beispiel "Shop DE"), weisen dort alle Unterkategorien zu und hinterlegen diese Root-Kategorie dann im Sales Channel unter Stammkategorie. Ohne diesen Schritt bleibt die Storefront leer.

Grundeinstellungen: Was Sie nicht überspringen dürfen

Unter Einstellungen > Shop finden Sie die zentralen Konfigurationen. Drei Bereiche sind besonders wichtig:

Die Steuereinstellungen legen fest, ob Preise brutto oder netto angezeigt werden und welche Steuersätze gelten. Für einen deutschen B2C-Shop setzen Sie den Standard-Steuersatz auf 19 Prozent und den reduzierten Satz auf 7 Prozent. Shopware bringt diese Steuersätze zwar vorinstalliert mit, aber prüfen Sie, ob sie auch korrekt den Produkten und Ländergruppen zugewiesen sind.

Das Bestellnummern-Präfix und die Startnummer legen Sie einmalig fest - danach ist eine Änderung mit bestehenden Bestellungen heikel. Ich empfehle ein aussagekräftiges Präfix (z. B. "DWB-2026-") und eine sechsstellige Startnummer, die den Eindruck eines etablierten Shops vermittelt.

E-Mail-Templates werden in der Administration unter Marketing > E-Mail-Templates gepflegt. Passen Sie mindestens Auftragsbestätigung, Versandbestätigung und Passwort-Reset an - diese Templates sind im Rohzustand nicht auf Ihren Shop abgestimmt und enthalten Platzhalter.

Shopware speichert E-Mail-Templates in der Datenbank, nicht als Dateien. Änderungen über die Administration sind sofort live - es gibt keinen Staging-Bereich für Templates, es sei denn, Sie nutzen ein Plugin. Testen Sie nach jeder Änderung mit einer echten Bestellung in der Test-Umgebung.

Zahlungsarten einrichten: Zweistufiger Prozess

Zahlungsarten in Shopware 6 funktionieren nach einem zweistufigen Prinzip, das viele bei der Ersteinrichtung verwirrt: Zuerst aktivieren Sie die Zahlungsart systemweit unter Einstellungen > Zahlungsarten, dann weisen Sie sie dem Sales Channel zu unter Einstellungen > Verkaufskanäle > [Ihr Channel] > Zahlungsarten.

Die wichtigsten Zahlungsanbieter für den deutschen Markt sind alle als kostenlose Plugins im Shopware Store verfügbar. PayPal bringt das offizielle "PayPal, Pay Later & Venmo" Plugin mit, das Zahlung per PayPal-Konto, Kreditkarte über PayPal und Ratenkauf über Pay Later abdeckt. Stripe bietet in seinem Plugin Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, SEPA, Sofort und Klarna in einer Integration. Das offizielle Klarna-Plugin ergänzt bei Bedarf Rechnung, Ratenzahlung und Direktüberweisung unter einem Dach.

Für B2B-Shops ist Vorkasse (Banküberweisung) nach wie vor relevant - diese Zahlungsart ist nativ in Shopware enthalten, ohne Plugin. Mollie ist eine weitere gut etablierte Option, besonders wenn Sie mehrere europäische Märkte aus einem Channel heraus bedienen.

Installationsreihenfolge: Plugin im Shopware Store kaufen (kostenlos), in der Administration unter Erweiterungen > Meine Erweiterungen installieren, API-Zugangsdaten im Plugin-Konfigurationsbereich hinterlegen, Zahlungsart aktivieren und dem Sales Channel zuweisen. Für PayPal und Stripe dauert dieser Prozess inklusive Testbestellung unter 30 Minuten.

Vorteile

  • Alle großen Zahlungsanbieter mit offiziellem Shopware-Plugin
  • Zweistufige Konfiguration ermöglicht Channel-spezifische Zahlungsarten
  • Testmodus für jeden Anbieter ohne echte Transaktionen
  • SEPA, Klarna und Kreditkarte nativ gut integriert

Nachteile

  • Zweistufiger Aktivierungsprozess verwirrend für Einsteiger
  • Jedes Plugin erfordert separate API-Zugangsdaten und Testphase
  • Bei mehreren Channels muss jede Zahlungsart separat zugewiesen werden
  • Einige Plugins (z. B. ältere PayPal-Versionen) erfordern explizite Kompatibilitätsprüfung bei Shopware-Updates

Versand konfigurieren: Der Rule Builder als Stärke

Versandkosten werden in Shopware 6 unter Einstellungen > Versand > Versandarten angelegt. Jede Versandart bekommt einen Namen (z. B. "DHL Paket"), eine Lieferzeit und einen Preistyp. Der entscheidende Teil ist die Preisgestaltung über den Rule Builder.

Der Rule Builder ist Shopwares regelbasierte Logik-Engine. Hier definieren Sie Bedingungen: Versandkostenfrei ab 50 EUR Warenkorbwert, Zuschlag für schwere Pakete über 20 kg, andere Preise für Österreich oder die Schweiz. Das alles ohne zusätzliche Plugins - der Rule Builder ist in jeder Edition enthalten.

Typische Versandkostenstruktur für einen deutschen Shop:

  • Standard DHL Paket: 4,99 EUR, versandkostenfrei ab 50 EUR
  • Expressversand DHL Express: 14,99 EUR, keine Freigrenze
  • Sperrgutzuschlag (Gewicht >31,5 kg): +15 EUR

Für die DHL-Label-Erstellung und Trackingnummern empfehle ich Sendcloud oder Pickware als Middleware-Plugins. Diese verbinden Shopware mit DHL, DPD, GLS und Hermes und erstellen Versandlabels direkt aus der Administration heraus. Sendcloud kostet ab ca. 40 EUR pro Monat, Pickware ist ebenfalls als Plugin im Shopware Store verfügbar.

Legen Sie die Versandart "Abholung" von Anfang an an, auch wenn Sie keinen Ladenlokal betreiben. Sie können sie später aktivieren oder für B2B-Kunden freischalten, ohne die Konfiguration neu aufzubauen.

Produkte anlegen und Kategorien strukturieren

Produkte in Shopware 6 werden unter Kataloge > Produkte angelegt. Jedes Produkt bekommt eine eindeutige Artikelnummer, einen Titel, Beschreibungstext, Preis (brutto oder netto je nach Einstellung), Steuersatz, EAN und optionale Varianten. Die Pflichtfelder sind überschaubar, aber für eine vollständige Shopware-Produktseite sollten Sie mindestens hinterlegen: mehrere Produktbilder (mindestens 3-5), Kurzbeschreibung, vollständige Beschreibung, Gewicht und Abmessungen (für Versandkostenberechnung), Hersteller und Lieferzeit.

Kategorien strukturieren Sie unter Kataloge > Kategorien. Shopware zeigt den Kategoriebaum als Navigation in der Storefront an. Legen Sie zunächst die Root-Kategorie an (die dem Sales Channel zugewiesen wird), darunter die Hauptkategorien und erst dann die Unterkategorien. Tiefere Hierarchien als drei Ebenen sind selten sinnvoll und erschweren die Navigation.

Die Produktsichtbarkeit können Sie für jeden Sales Channel separat steuern. Unter Erweiterte Sichtbarkeit legen Sie fest, ob ein Produkt in Suche und Listing erscheint oder nur über direkten Link erreichbar ist. Das ist hilfreich für Produkte, die Sie in Erlebniswelten einbinden, aber nicht im Katalog listen wollen.

Bei einem Kunden aus der Heimtextilbranche haben wir 1.200 Produkte per CSV-Import eingespielt. Shopware bietet dafür einen nativen Import-/Exportmechanismus unter Kataloge > Import/Export. Der Tipp aus der Praxis: Erst 10 Produkte manuell anlegen, dann den Export als Template nutzen und die restlichen Produkte in dieser Struktur vorbereiten. Das spart erheblich Zeit bei der Spaltenstruktur.

Produktverwaltung: Was geht ohne Plugin?

FunktionShopware 6 nativPlugin nötig
VariantenprodukteJaNein
Bundles / SetsNeinJa (z. B. Eshop Guide)
Digitale ProdukteJa (einfach)Ja (erweitert)
Abo-ProdukteNeinJa
KonfiguratorNeinJa
Massenzuweisung KategorienJa (Bulkeditor)Nein

Rechtliche Pflichten 2026: Was Sie nicht ignorieren dürfen

Ich bin Webentwickler und kein Anwalt oder Steuerberater - die folgenden Punkte sind eine technische Orientierung, keine Rechtsberatung.

Shopware 6 legt beim Setup automatisch Standardseiten an: Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung. Diese Seiten sind Platzhalter - der Inhalt muss von einem spezialisierten Rechtsanwalt oder einem juristischen Dienstleister wie der IT-Recht Kanzlei oder dem Händlerbund befüllt werden. Viele Anbieter bieten Shopware-Plugins mit automatisch aktualisierten Rechtstexten und AGB-Update-Service an.

Das wichtigste rechtliche Thema 2026 ist der Widerrufsbutton nach § 356a BGB, der seit dem 19. Juni 2026 für alle B2C-Online-Shops in Deutschland verpflichtend ist. Shopware hat mit dem Release 6.7.9.0 im April 2026 eine native Lösung veröffentlicht, inklusive Backport auf Version 6.6. Das Update müssen Sie aktiv einspielen und die Funktion in der Administration aktivieren. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 EUR oder 4 Prozent des Jahresumsatzes.

Weitere Pflichten: Die E-Rechnung (Empfangspflicht seit 01.01.2025 für B2B), DSGVO-konformes Cookie-Management (TDDDG seit Mai 2024, das frühere TTDSG), GPSR-Produktsicherheitsverordnung (voll gültig seit 19.02.2026) und Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG, gilt seit 28.06.2025 für neue Produkte und Dienstleistungen). Letzteres betrifft auch Online-Shops bestimmter Größen.

Rechtliche Pflicht-Checkliste für Shopware-Shops 2026

  • Impressum mit vollständigen Pflichtangaben
  • Datenschutzerklärung (DSGVO-konform, aktuell)
  • AGB mit deutschem Recht und Verbraucherrechten
  • Widerrufsbelehrung und Widerrufsformular
  • Widerrufsbutton nach § 356a BGB (ab 19.06.2026 Pflicht)
  • Cookie-Consent-Tool TDDDG-konform
  • GPSR-konforme Produktkennzeichnung (Hersteller, Kontaktdaten, Warnhinweise)
  • Grundpreisangabe bei Produkten mit Mengenangabe
  • E-Rechnung für B2B-Kunden (Empfangspflicht seit 01.01.2025)

Theme und Design: Shopware Experience World

Shopware 6 liefert das Standard-Theme "Storefront" mit, das auf Bootstrap 5 basiert und responsive ist. Für einfache Anpassungen - Farben, Fonts, Logo - nutzen Sie den Theme Manager unter Inhalte > Themes. Dort können Sie Farbwerte und Schriften ohne CSS-Kenntnisse ändern.

Für tiefergehende Designanpassungen gibt es zwei Wege: Ein Child-Theme anlegen und per SCSS die Shopware-Variablen überschreiben, oder ein Premium-Theme aus dem Shopware Store kaufen (ca. 99-499 EUR). Kaufthemes liefern oft fertige Seitenvorlagen und sind schneller produktiv als ein Custom-Theme.

Die Erlebniswelten (Shopping Experiences) sind Shopwares Page-Builder-System. Damit gestalten Sie Startseite, Kategorieseiten und Landingpages per Drag-and-Drop. Verfügbare Blöcke: Bild-Text-Kombinationen, Produktlisten, Slider, Videos und benutzerdefinierte HTML-Blöcke. Für einen professionellen ersten Eindruck reichen die nativen Blöcke aus - teure Page-Builder-Plugins sind für die meisten KMU-Projekte nicht nötig.

Ein Wort zur Performance: Aktivieren Sie unter Einstellungen > Cache den HTTP-Cache und die Elasticsearch-Suche (sofern Ihr Hosting das unterstützt). Für Shops bis ca. 5.000 Produkte reicht Shopwares nativer Cache. Darüber hinaus ist ein CDN wie Cloudflare sinnvoll.

Shopware 6 oder WooCommerce? Die ehrliche Einschätzung

Diese Frage bekomme ich regelmäßig gestellt. Shopware 6 ist im DACH-Raum mit 11,5 Prozent Marktanteil unter den 1.000 größten deutschen Shops eine etablierte Größe - WooCommerce hält global 36-67 Prozent aller Online-Shops, aber nur 7,44 Prozent des deutschen Markts. Das sagt viel darüber aus, wo welche Plattform für welche Zielgruppe optimiert ist.

Wer einen WooCommerce-Shop aufbauen möchte und WordPress bereits kennt, ist dort schneller produktiv. Shopware 6 bietet nativ bessere B2B-Funktionen, einen ausgereifteren Rule Builder für komplexe Preis- und Versandlogik und ist für Shops ab 5.000 Produkten oder mit komplexen Variantenbäumen die stabilere Basis. Die Shopware B2B Suite mit Firmenkonten, Rollen und Budgets ist ein eigenes Thema, das den Rahmen dieser Einführung sprengt.

Wer von einem anderen System zu Shopware 6 wechselt, sollte den Migrationsplan ohne Ranking-Verlust sorgfältig durchdenken - URL-Struktur, Weiterleitungen und Sitemap sind dabei kritische Punkte.

Für die meisten KMU-Projekte, die ich betreue, ist die Entscheidung zwischen Shopware und WooCommerce weniger eine technische als eine strategische: Was ist das geplante Wachstum in 3 Jahren? Brauche ich B2B-Funktionen? Wie wichtig ist ein deutsch entwickeltes, DSGVO-nativ gedachtes System? Wer diese Fragen klar beantworten kann, trifft die richtige Wahl - unabhängig davon, welche Plattform das ist. Wenn Sie Unterstützung bei der Entscheidung oder der konkreten Umsetzung brauchen, schauen Sie auf meiner Seite zu Online-Shops vorbei.

Shopware 6 ist aktiv in der Entwicklung: Release 6.7.9.0 im April 2026 brachte den Agentic Commerce Sales Channel, den nativen Widerrufsbutton und weitere AI-Copilot-Funktionen. Halten Sie das System aktuell - Major Updates erscheinen ca. alle 6 Monate, Minor Releases alle 4-6 Wochen.

Häufige Fragen

Ist Shopware 6 kostenlos?

Die Community Edition ist Open Source und kostenlos herunterladbar. Seit März 2025 gilt jedoch eine Fair Usage Policy: wer mehr als 1 Million EUR Jahresumsatz über Shopware abwickelt, benötigt mindestens eine Rise-Lizenz ab 600 EUR pro Monat. Für kleinere Shops bleibt die CE ohne Lizenzkosten nutzbar, solange diese Grenze nicht überschritten wird.

Welchen Hosting-Anbieter empfehlen Sie für Shopware 6?

Für den Einstieg eignen sich managed Anbieter wie creoline (offizieller Shopware-Hosting-Partner), mittwald oder IONOS Cloud-Server. Shared Hosting reicht wegen der Mindestanforderungen von 4 GB RAM und PHP 8.2 in der Regel nicht aus. Ein VPS mit 4-8 GB RAM und SSD-Speicher ist die sinnvolle Basis für eine produktive Umgebung.

Was ist der Unterschied zwischen Sales Channel und Storefront in Shopware 6?

Ein Sales Channel ist der übergeordnete Kanal, über den Produkte verkauft werden - das kann eine Storefront (sichtbarer Webshop), eine Headless-API oder seit Shopware 6.7.9.0 auch ein Agentic Commerce Channel sein. Pro Shopware-Instanz können mehrere Sales Channels gleichzeitig laufen, zum Beispiel ein Shop für Deutschland und einer für Österreich mit unterschiedlichen Preisen und Zahlungsarten.

Wie lange dauert es, einen Shopware 6 Shop einzurichten?

Eine technisch saubere Grundinstallation mit Theme, Zahlungsarten und ersten Produkten ist in einem bis zwei Arbeitstagen machbar. Rechnen Sie für einen vollständigen, rechtssicheren Shop mit individuellen Versandregeln, importiertem Produktkatalog und Designanpassungen eher drei bis fünf Tage. Die Komplexität der Produktdaten und die Anzahl der Zahlungsanbieter sind dabei die größten Zeitfresser.

Muss ich für den Widerrufsbutton etwas tun?

Wenn Sie Shopware 6.6 oder 6.7 in einer aktuellen Version betreiben, hat Shopware die Funktion mit Release 6.7.9.0 im April 2026 nativ integriert - einschließlich Backport auf 6.6. Sie müssen das Update einspielen und die Funktion im Admin aktivieren. Bitte prüfen Sie die konkrete Umsetzung mit einem auf E-Commerce spezialisierten Juristen, denn der Button muss bestimmten inhaltlichen Anforderungen nach § 356a BGB entsprechen.

Kann ich WooCommerce-Produkte nach Shopware 6 migrieren?

Ja, es gibt mehrere Wege: das offizielle Shopware Migration Assistant Plugin unterstützt WooCommerce als Quelle und überträgt Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellungen. Alternativ funktioniert ein CSV-Export aus WooCommerce mit anschließendem Import über das Shopware-Importtool. Bei größeren Katalogen ab 10.000 Produkten empfiehlt sich ein spezialisiertes Migrationstool oder ein Dienstleister.

Welche Zahlungsarten sollte ich in einem deutschen Shop aktivieren?

Pflichtbestandteile für den deutschen Markt sind PayPal, Kreditkarte (via Stripe oder Mollie), SEPA-Lastschrift und Kauf auf Rechnung. Klarna bündelt Rechnung, Ratenzahlung und Sofort in einem Plugin und ist gerade im Möbel- und Fashion-Segment sehr stark. Vorkasse ist weiterhin relevant für B2B. Alle genannten Anbieter sind als kostenlose Plugins im Shopware Store verfügbar.

Was kostet ein Shopware 6 Projekt realistisch bei einem Agentur-Setup?

Reine Lizenzkosten für die Community Edition: 0 EUR. Hosting ab ca. 40-80 EUR pro Monat für einen managed VPS. Entwicklungskosten für ein individuelles Theme und saubere Grundkonfiguration: je nach Umfang 3.000 bis 15.000 EUR netto. Laufende Wartung, Updates und Plugins kommen on top. Die Lizenz macht laut aktuellen Marktanalysen nur 15-25 Prozent der Gesamtkosten eines Shopware-Projekts aus.