Von Shopify zu Shopware migrieren: Anleitung ohne Datenverlust
Shopify zu Shopware migrieren gelingt ohne Datenverlust, wenn Sie Produkte, Kunden und Bestellungen strukturiert per CSV exportieren, Shopware 6 korrekt befüllen, alle alten URLs per 301-Redirect weiterleiten und den Shop mindestens zwei Wochen parallel testen.
Viele Shopbetreiber kommen zu mir mit einer klaren Feststellung: Shopify war ein guter Start, aber jetzt reicht es nicht mehr. Das Sortiment ist gewachsen, die Transaktionsgebühren schmerzen, der Wunsch nach echten B2B-Funktionen oder vollständiger Datenkontrolle wächst. Die Frage ist dann nicht mehr ob man wechseln soll, sondern wie man es ohne Datenverlust und ohne SEO-Absturz schafft.
Ich bin Dawid Dudzinski, WordPress- und WooCommerce-Entwickler aus Hamburg mit über 13 Jahren Erfahrung und mehr als 120 realisierten Projekten im DACH-Raum. In diesem Leitfaden beschreibe ich den Weg von Shopify zu Shopware 6 so, wie ich ihn selbst mit Kunden gegangen bin - mit konkreten Schritten, realen Stolperstellen und allem, was die meisten Anleitungen weglassen.
Warum Händler von Shopify zu Shopware wechseln
Der häufigste Auslöser ist das Kostenmodell. Shopify erhebt je nach Plan 0,5 bis 2 Prozent Transaktionsgebühr auf jede Bestellung, sofern man nicht Shopify Payments nutzt. Bei einem Shop mit 50.000 Euro Monatsumsatz können das 250 bis 1.000 Euro zusätzliche Kosten pro Monat sein - Geld, das direkt in ein besseres Hosting oder Theme-Entwicklung fließen könnte.
Dazu kommen strukturelle Grenzen: Shopify erlaubt keine mehrstufigen Kundengruppen, kein echtes B2B-Pricing ohne teure Apps, keine freie Checkout-Anpassung (außer in Shopify Plus ab ca. 2.300 Euro monatlich). Shopware 6 bringt B2B-Funktionen wie Unternehmenskonten, Preislisten und Genehmigungsworkflows in der Community Edition mit.
Shopify vs. Shopware 6: Schnellvergleich
| Kriterium | Shopify | Shopware 6 Community |
|---|---|---|
| Transaktionsgebühr | 0,5-2 % (ohne Shopify Payments) | keine |
| Lizenzkosten | 29-299 €/Monat (Basic bis Advanced) | kostenlos bis 1 Mio. € GMV/Jahr |
| Hosting | inklusive | selbst verwaltet (30-150 €/Monat) |
| B2B-Funktionen | nur mit Apps (ab 50 €/Monat) | nativ in der Plattform enthalten |
| Checkout-Anpassung | begrenzt (vollständig nur Plus) | vollständig anpassbar |
| Dateihoheit | bei Shopify | beim Betreiber (eigener Server) |
Was Sie vor dem Wechsel klären müssen
Bevor Sie eine Zeile Daten exportieren, sollten vier Fragen beantwortet sein.
Erstens: Shopware-Edition. Die Community Edition ist kostenlos und ausreichend für die meisten KMU, aber seit März 2025 gilt die Fair Usage Policy: Wer mehr als 1 Million Euro GMV pro Jahr erzielt, muss auf eine kommerzielle Edition upgraden. Rise startet bei ca. 600 Euro monatlich, Evolve bei 2.400 Euro. Für Shops unter der Umsatzschwelle ist CE die ideale Wahl.
Zweitens: Hosting. Shopware 6 läuft auf PHP 8.2+ (empfohlen: 8.3), MySQL 8 oder MariaDB 10.6+ und benötigt mindestens 2 GB RAM. Für Shops mit über 5.000 Produkten ist Elasticsearch oder OpenSearch für die Suchfunktion praktisch unverzichtbar. Anbieter wie Hetzner Cloud (CPX31, ca. 15 Euro/Monat) oder managed Shopware-Hosting bei profihost oder IONOS (ab ca. 50 Euro/Monat) sind bewährte Optionen.
Drittens: Theme und Design. Anders als bei Shopify gibt es bei Shopware kein durchgängiges 1-Klick-Themenkonzept. Die Storefront basiert auf Twig und Bootstrap 5. Fertige Themes kosten 200-600 Euro einmalig, eine individuelle Theme-Entwicklung liegt bei 3.000-10.000 Euro.
Viertens: Migrationstiefe. Wollen Sie nur Produkte und Kategorien oder auch die komplette Bestellhistorie und alle Kundenkonten? Die Bestellhistorie ist technisch importierbar, aber Kunden müssen auf der neuen Plattform neue Passwörter vergeben. Klären Sie das mit Ihrer Kundschaft, bevor Sie planen.
Checkliste: Vorbereitung vor dem Shopify-Export
- Shopware-Edition festlegen (Community oder kommerziell)
- Hosting einrichten und Server-Anforderungen prüfen
- Theme oder Agentur beauftragen
- Alle indizierten URLs aus der Google Search Console exportieren
- Entscheidung: manuelle Migration oder Tool (LitExtension, Cart2Cart)
- Testumgebung für Shopware aufsetzen
- Zahlungsanbieter prüfen (PayPal, Stripe, Klarna, Mollie)
Schritt 1: Daten aus Shopify exportieren
Shopify bietet für alle drei Kernentitäten einen nativen CSV-Export. Der Weg ist jeweils im Admin-Bereich unter dem entsprechenden Menüpunkt zu finden.
Für Produkte gehen Sie zu Produkte - Alle Produkte und klicken oben rechts auf "Exportieren". Wählen Sie "Alle Produkte" und das Format "CSV für Excel, Numbers oder andere Tabellenkalkulationsprogramme". Bei Shops mit mehr als 5.000 Produkten oder Varianten über 100 pro Produkt sendet Shopify die Datei per E-Mail.
Für Kunden gehen Sie zu Kunden und wählen "Kunden exportieren". Die CSV enthält Vor- und Nachname, E-Mail, Telefon, Adresse und Tags - aber keine Passwörter (die sind in Shopify gehasht und nicht exportierbar, Kunden müssen auf Shopware neue Passwörter vergeben).
Für Bestellungen gehen Sie zu Bestellungen und klicken auf "Exportieren". Bei mehr als 50 Bestellungen kommt die Datei per E-Mail. Beachten Sie: Shopify-Bestellexporte enthalten keine Zahlungsdetails wie Kreditkartendaten, sondern nur Bestellstatus, Positionen und Kundenzuordnung.
Deaktivieren Sie in Shopware vor dem Kundenimport den Flow "Kundenkonto registriert" im Flow Builder unter Einstellungen. Sonst erhalten alle importierten Kunden sofort eine Registrierungs-E-Mail - was bei hunderten Adressen zu Spam-Beschwerden und einer beschädigten Absender-Reputation führen kann.
Schritt 2: Daten in Shopware importieren
Shopware 6 bringt seit Version 6.4 einen integrierten Import/Export-Manager mit, den Sie unter Einstellungen - Import/Export finden. Der Clou: Sie können sich für jede Entität eine Beispiel-CSV herunterladen, die genau das Shopware-Spaltenschema zeigt.
Mein empfohlener Ablauf:
1. In Shopware eine Beispiel-Entität (ein Produkt, ein Kunde) manuell anlegen.
2. Über Einstellungen - Import/Export die entsprechende Entität exportieren.
3. Die exportierte CSV als Vorlage nehmen und die Shopify-Felder darauf mappen.
4. Einen Testimport mit 10-20 Datensätzen durchführen.
5. Die Fehlerdatei prüfen, die Shopware nach jedem Import anbietet.
6. Bei Erfolg den vollständigen Import durchführen.
Die Reihenfolge ist wichtig: zuerst Kategorien, dann Hersteller, dann Produkte, dann Kunden, zuletzt Bestellungen. Produktvarianten und Eigenschaften (Farbe, Größe) werden in Shopware in separate Spalten aufgeteilt.
Wann sich Migrations-Tools lohnen
Für Shops mit bis zu 100 Produkten und wenigen hundert Kunden ist der manuelle CSV-Weg gut machbar. Ab 500 Produkten, mit vielen Varianten oder bei komplexen Kategoriestrukturen wird die manuelle Arbeit schnell aufwändig.
Tools wie LitExtension oder Cart2Cart verbinden sich per API mit beiden Plattformen und konvertieren die Datensätze automatisch in das Zielformat. LitExtension berechnet nach Entitäten-Anzahl, typisch 100-500 Euro je nach Datenmenge. Der Vorteil gegenüber manueller Migration: automatische Feldübertragung, Fehlerprotokolle, optionale Delta-Migration kurz vor Go-live (nur seit dem letzten Export geänderte Datensätze werden erneut übertragen).
Bei einem Kunden aus dem Rheinland mit einem Shopify-Modeshop (ca. 2.800 Produktvarianten in Farbe und Größe) hat die manuelle Methode zwei Wochen Datenaufbereitung gekostet. Beim nächsten ähnlichen Projekt haben wir LitExtension eingesetzt - die Datenmigration war in einem Tag erledigt, und wir konnten die restliche Zeit in das Theme und die Redirects investieren.
Vorteile
- Shopware CE kostenlos bis 1 Mio. € GMV
- Volle Datenkontrolle auf eigenem Server
- B2B-Funktionen nativ ohne App-Kosten
- Flexible Checkout-Anpassung
- Keine Transaktionsgebühren
- Starke DACH-Community und lokale Agenturen
Nachteile
- Selbst verwaltetes Hosting nötig
- Höherer Einrichtungsaufwand als Shopify
- Theme-Auswahl kleiner als bei Shopify
- Lernkurve für Shop-Manager aus dem Shopify-Umfeld
- Kostenlose Edition seit 2025 mit GMV-Limit
Schritt 3: Das Redirect-Mapping aufbauen
Das ist die Stelle, an der die meisten Migrationen scheitern oder unnötige SEO-Verluste produzieren. Wenn Sie Ihre alten Shopify-URLs nicht auf die neuen Shopware-URLs weiterleiten, verlieren die Seiten ihr bisheriges Ranking. Google interpretiert eine nicht weitergeleitete URL als gelöscht und entfernt sie aus dem Index.
Mein Prozess:
Exportieren Sie aus der Google Search Console alle URLs, die Impressionen hatten - das sind Ihre wertvollen Seiten. Zusätzlich: alle Produktseiten, Kategorieseiten, CMS-Seiten und Blogartikel aus dem Shopify-Admin exportieren. Shopify-Produktseiten folgen dem Muster /products/mein-produkt, Kategorien /collections/kategorie.
In Shopware erzeugt das System eigene URL-Strukturen, die Sie in den SEO-Einstellungen beeinflussen können. Erstellen Sie eine Mapping-Tabelle: alte URL links, neue URL rechts. Diese laden Sie als CSV über Einstellungen - SEO - URL-Weiterleitungen in Shopware hoch.
Erstellen Sie das Redirect-Mapping in einem Google Sheet mit zwei Spalten: "Alte URL (Shopify)" und "Neue URL (Shopware)". Nutzen Sie VLOOKUP, um automatisch zu prüfen, ob Duplikate oder fehlende Einträge existieren. Das Sheet wird zur einzigen Wahrheitsquelle für Ihr SEO-Team und die Entwicklung.
Für Shops mit über 1.000 Seiten gibt es kostenpflichtige Shopware-Plugins für erweiterte Redirect-Verwaltung - z.B. das Plugin "SEO Weiterleitungen" im Shopware Store, das Bulk-Import per CSV und Wildcards unterstützt.
Schritt 4: Shopware-Shop vollständig konfigurieren
Bevor der neue Shop live geht, müssen eine Reihe von Einstellungen überprüft werden, die Shopify automatisch mitgebracht hat:
Zahlungsanbieter: Installieren Sie die gewünschten Zahlungs-Extensions (PayPal, Stripe, Klarna, Mollie). Alle sind im Shopware Store als Plugin verfügbar, die meisten kostenlos oder mit einmaligen Installationsgebühren unter 100 Euro. Testen Sie jeden Zahlungsweg in der Testumgebung.
Versandmethoden: Shopware hat ein flexibles Versandregelwerk. Richten Sie Ihre Versandkosten, kostenlosen Versand ab Mindestbestellwert und alle Versandregionen ein.
Steuern: Für den deutschen Markt prüfen Sie, ob alle Steuerklassen korrekt eingerichtet sind (Regelsteuersatz 19%, ermäßigter Satz 7%). Shopware 6 unterstützt das EU-OSS-Verfahren für grenzüberschreitende Lieferungen.
Rechtliches: Hinterlegen Sie AGB, Widerrufsbelehrung, Impressum und Datenschutzerklärung. Ich bin Webentwickler, kein Anwalt oder Steuerberater - die rechtlichen Inhalte sollten von einem auf E-Commerce spezialisierten Juristen geprüft werden.
Go-live-Checkliste Shopware
- Alle Produkte und Kategorien importiert und korrekt dargestellt
- Produktbilder übertragen und optimiert
- Zahlungsanbieter getestet (jede Methode)
- Versandmethoden konfiguriert und geprüft
- 301-Redirects für alle relevanten alten URLs eingerichtet
- Sitemap generiert und an Google Search Console übermittelt
- robots.txt korrekt (kein Disallow: /)
- SSL-Zertifikat aktiv
- Checkout-Prozess komplett durchgespielt
- E-Mail-Vorlagen (Bestellbestätigung, Versandbenachrichtigung) geprüft
- Impressum, AGB, Datenschutz, Widerruf vorhanden
- Cache-System (Varnish oder Shopware HTTP-Cache) eingerichtet
Schritt 5: Parallelbetrieb und DNS-Umschaltung
Machen Sie die DNS-Umschaltung nie ohne Vorlauftest. Mein Standardvorgehen: Shopware läuft mindestens zwei Wochen auf einer Testdomain (z.B. shop-new.ihr-domain.de), bevor die Hauptdomain umgezogen wird.
In dieser Zeit führen Sie realistische Tests durch: vollständige Bestellungen mit allen Zahlungsmethoden, Retouren-Workflow, E-Mail-Versand, Performance unter Last. Bei einem Kunden aus Hamburg mit einem Werkzeug-Onlineshop haben wir in dieser Phase einen Bug entdeckt, der dazu geführt hätte, dass alle Bestellungen mit Klarna-Ratenkauf keine Bestätigungs-E-Mail erhielten. Gefunden im Test, nicht im Livebetrieb.
Für die DNS-Umschaltung selbst: Senken Sie die TTL (Time to Live) Ihrer DNS-Records mindestens 48 Stunden vorher auf 300 Sekunden. So propagiert die Umschaltung schneller und ein Rollback auf Shopify ist im Notfall binnen Minuten möglich.
Shopify erlaubt es, Ihren Shop nach der Kündigung noch 60 Tage lang im Lesemodus zu betreiben. Nutzen Sie dieses Fenster, um eventuelle Nachzügler-Bestellungen oder Datenlücken zu identifizieren, bevor der Zugang endgültig endet.
SEO nach der Migration schützen
Die ersten 8-12 Wochen nach der Migration sind SEO-kritisch. Bei sauberem Redirect-Mapping liegen Rankings nach 10-12 Wochen erfahrungsgemäß bei 80-95 Prozent des Ausgangsniveaus, mit vollständiger Stabilisierung nach 3-4 Monaten.
Was in dieser Phase zu tun ist:
Google Search Console: Neue Property für die Shopware-Domain anlegen, Sitemap einreichen, Crawl-Fehler täglich überwachen. Wenn 404-Fehler auftauchen, sofort prüfen, ob ein Redirect fehlt.
Canonical-Tags: Shopware setzt Canonicals automatisch, aber prüfen Sie, ob Seiten mit Filtern oder Sortierfunktionen korrekte Canonicals auf die Hauptkategorie-URL setzen.
Meta-Descriptions und Title-Tags: Importierte Texte aus Shopify landen oft nicht korrekt in den SEO-Feldern von Shopware. Prüfen Sie die wichtigsten 20-30 Seiten manuell.
PageSpeed: Shopware 6 ist gut optimierbar, aber ein frisches Setup ist oft nicht auf Performance getrimmt. Aktivieren Sie den Shopware HTTP-Cache, komprimieren Sie Produktbilder auf WebP und prüfen Sie Core Web Vitals in der Search Console.
Wer sich ausführlicher mit dem Thema Shop-Migration ohne Ranking-Verluste beschäftigen möchte, findet in meinem Artikel zu Shop-Migration ohne Ranking-Verlust einen detaillierten SEO-Migrationsplan.
Kosten einer Shopify-zu-Shopware-Migration realistisch einschätzen
Es gibt keine Migration zum Nulltarif - aber die Gegenrechnung lohnt sich. Wer monatlich 1-2 Prozent Transaktionsgebühr an Shopify zahlt und dazu 5-10 Shopify-Apps à 30-50 Euro monatlich betreibt, spart bei Shopware nach 12-18 Monaten die Migrationskosten wieder ein.
Typische Kostenpositionen für eine KMU-Migration:
- Shopware-Hosting: 30-150 Euro/Monat
- Migrations-Tool (einmalig): 100-500 Euro
- Theme (einmalig): 200-600 Euro (Fertigtheme) oder 3.000-10.000 Euro (individuell)
- Agentur/Entwickler für Datenmigration und Konfiguration: 1.500-8.000 Euro je nach Komplexität
- Shopware-Plugins für Zahlungen, SEO, Versand: oft kostenlos oder 100-300 Euro einmalig
Die laufenden Kosten sind nach der Umstellung oft deutlich niedriger als der monatliche Shopify-Betrag inklusive Apps. Mehr dazu im Vergleich auf Online-Shops, wo ich verschiedene Shopsysteme für den deutschen Markt gegenüberstelle.
Wer konkrete Zahlen für sein Projekt braucht, kann sich auf der Seite open-source-vs-saas-shopsystem-vorteile-nachteile einen Überblick über die TCO-Unterschiede zwischen SaaS und Open-Source-Lösungen verschaffen.
Monatliche Betriebskosten im Vergleich
| Kostenpunkt | Shopify Advanced | Shopware 6 CE |
|---|---|---|
| Plattformlizenz | 299 €/Monat | 0 € (bis 1 Mio. GMV) |
| Transaktionsgebühr | 0,5 % des Umsatzes | keine |
| Hosting | inklusive | 30-150 €/Monat |
| Zahlungs-Apps | 50-150 €/Monat | oft kostenlos |
| SEO- und Marketing-Apps | 100-300 €/Monat | 50-200 €/Monat |
| Gesamt (Beispiel 50k € Umsatz) | 649-999 €/Monat | 80-350 €/Monat |
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
In meiner Praxis sehe ich bei Shopware-Migrationen immer wieder dieselben Fehler.
Fehler 1: Migration ohne Redirect-Mapping. Das ist der teuerste Fehler. Ohne Redirects verliert jede migrierte Seite ihren SEO-Wert. Erstellen Sie das Mapping, bevor Sie migrieren.
Fehler 2: Go-live in Traffic-Hochphasen. Weihnachtsgeschäft, Black Friday und andere Peaks sind der schlechteste Zeitpunkt für einen Shop-Wechsel. Planen Sie den Go-live für ruhige Monate (Januar/Februar, Juni/Juli).
Fehler 3: Flow "Kundenkonto registriert" nicht deaktiviert. Führt dazu, dass alle importierten Kunden eine Willkommens-E-Mail bekommen. Bei 5.000 Kontakten eine E-Mail-Katastrophe.
Fehler 4: Produktbilder vergessen. Shopify hostet Bilder auf seinem CDN. Nach der Migration zeigen die importierten CSV-Dateien auf Shopify-Bild-URLs, die nach der Kündigung nicht mehr funktionieren. Laden Sie alle Bilder rechtzeitig herunter und uploaden Sie sie zu Shopware.
Fehler 5: Keine parallele Testphase. Wer den Shop direkt auf die neue Domain schaltet, ohne vorher gründlich zu testen, riskiert Ausfälle im Checkout.
Fehler 6: SEO-Felder nicht überprüft. Meta-Titles und Descriptions aus Shopify landen selten korrekt formatiert in Shopware. Manuelle Kontrolle der wichtigsten Seiten ist unverzichtbar.
Den größeren strategischen Kontext - warum viele Shops den Schritt von Shopify zu Shopware machen und was die Alternativen sind - beleuchte ich in meinem Artikel Shopify Plus vs. Shopware Enterprise für große Shops.
Nach der Migration: Shopware langfristig betreiben
Shopware 6 ist kein "Set it and forget it"-System. Es gibt regelmäßige Minor-Updates (Sicherheitspatches) und größere Feature-Updates. Pflegen Sie Updates regelmäßig ein - idealerweise monatlich - und immer erst in einer Stagingumgebung testen.
Für Plugin-Updates gilt dasselbe: Nach jedem Update Checkout und Kernfunktionen prüfen. Shopware hat eine gute Versionierungsstruktur, aber inkompatible Plugin-Kombinationen können Probleme verursachen.
Planen Sie außerdem eine monatliche Performance-Kontrolle: Core Web Vitals in der Search Console, Fehlerseiten im Crawling-Log und Ladezeiten der wichtigsten Kategorieseiten. Diese Grundhygiene verhindert, dass sich technische Schulden aufbauen.
Wer die volle Kontrolle über Shopware behalten will, aber keine eigene IT-Abteilung hat, profitiert von einem Wartungsvertrag mit einer auf Shopware spezialisierten Agentur oder Freelancer. Das lohnt sich ab ca. 5 Stunden pro Monat, also 250-500 Euro.
Für einen Shop mit 200-500 Produkten und durchschnittlicher Komplexität sollten Sie 4-8 Wochen einplanen. Die technische Migration selbst dauert 1-2 Wochen, der Rest entfällt auf Theme-Entwicklung, QA-Tests und die Vorbereitung des Redirect-Mappings. Shops mit über 5.000 Produkten und B2B-Funktionen brauchen realistisch 3-6 Monate. Nein, wenn Sie strukturiert vorgehen. Shopify erlaubt den Export aller Bestellungen als CSV. In Shopware 6 können Bestellungen über den Import/Export-Manager oder spezielle Migrations-Plugins importiert werden. Allerdings ist die Bestellhistorie in Shopware primär für die interne Dokumentation relevant, da Kunden bei der neuen Plattform ohnehin neue Konten anlegen müssen. Für Shopware 6 brauchen Sie Managed Hosting oder einen eigenen Server mit PHP 8.2+, MySQL 8 oder MariaDB 10.6+, Elasticsearch (optional, aber für große Kataloge empfohlen) und mindestens 2 GB RAM. Anbieter wie Hetzner, IONOS oder profihost bieten Shopware-optimierte Pakete ab 30-80 Euro monatlich an. Das ist ein deutlicher Unterschied zu Shopify, wo Hosting inklusive ist. Die Community Edition ist kostenlos, aber seit März 2025 gilt die Fair Usage Policy: Ab 1 Million Euro Jahres-GMV benötigen Sie eine kommerzielle Edition. Rise startet ab ca. 600 Euro monatlich, Evolve ab 2.400 Euro, Beyond ab 6.500 Euro. Für KMU unter der GMV-Schwelle bleibt Shopware 6 Community Edition eine attraktive Option ohne Lizenzkosten. Shopware generiert URLs nach eigener Logik, daher sind identische URLs selten möglich. Was Sie tun müssen: alle alten Shopify-URLs per 301-Redirect auf die neuen Shopware-URLs umleiten. Shopware 6 hat dafür einen eingebauten Redirect-Manager unter Einstellungen - SEO - URL-Weiterleitungen. Für größere Shops empfehle ich, das Redirect-Mapping als CSV zu erstellen und per Bulk-Import hochzuladen. Shopware 6 hat einen nativen Import/Export-Manager, der CSV-Dateien importiert. Sie exportieren Produkte aus Shopify als CSV, passen die Spaltennamen an das Shopware-Format an und importieren dann in Shopware. Für Shops ab ca. 100 Produkten lohnt sich ein Migrations-Tool wie LitExtension, das die Formatkonvertierung automatisiert und Fehlerprotokolle liefert. Das Fundament ist vollständiges Redirect-Mapping: jede alte URL auf die neue Ziel-URL per 301. Exportieren Sie vorab alle indizierten URLs aus der Google Search Console, erstellen Sie die Mapping-Tabelle und implementieren Sie die Redirects in Shopware noch vor dem Go-live. Tragen Sie die neue Sitemap in der Search Console ein, überprüfen Sie Canonical-Tags und Meta-Descriptions und beobachten Sie die Rankings in den ersten 8-12 Wochen nach dem Wechsel. Shopware 6 unterstützt über das Plugin-System alle gängigen deutschen Zahlungsanbieter: PayPal, Stripe, Klarna (Ratenkauf, Sofort), Mollie, Heidelpay und PAYONE. Die offizielle PayPal-Integration ist kostenlos im Shopware Store verfügbar. Für die Germanized-Anforderungen wie Lastschrift und Vorkasse gibt es spezialisierte Extensions. Damit sind Sie für den DACH-Markt vollständig aufgestellt.Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Migration von Shopify zu Shopware?
Verliere ich meine Bestellhistorie bei der Migration zu Shopware?
Brauche ich für Shopware eine eigene Server-Infrastruktur?
Was kostet die Shopware Community Edition und wann brauche ich eine kommerzielle Lizenz?
Kann ich meine Shopify-URLs in Shopware beibehalten?
Muss ich Produkte manuell neu anlegen oder gibt es einen automatischen Import?
Wie sichere ich mein SEO-Ranking bei der Migration?
Welche Zahlungsanbieter unterstützt Shopware 6 für den deutschen Markt?
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