PrestaShop zu WooCommerce migrieren: Shop umziehen ohne SEO-Verlust
Du ziehst deinen Shop von PrestaShop zu WooCommerce um. Ich zeige, was du exportierst, wie du Kategorien und Attribute zuordnest, wie 301-Weiterleitungen funktionieren und was es kostet.
Du migrierst Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellungen, in dieser Reihenfolge
Das größte Risiko ist SEO-Verlust, deshalb sind 301-Weiterleitungen Pflicht
FG PrestaShop to WooCommerce ist kostenlos, Cart2Cart kostenpflichtig aber bequem
Merkmale und Attribute aus PrestaShop ordnest du WooCommerce-Attributen und Variationen zu
Migriere immer in einer Testumgebung, niemals im Live-Shop
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Warum Shops von PrestaShop zu WooCommerce wechseln
PrestaShop ist eine solide Plattform, doch in der Praxis fragen mich immer mehr Shopbetreiber nach dem Wechsel zu WooCommerce. Die Gründe wiederholen sich und selten geht es um ein einziges Problem. Meist ist es die Summe vieler kleiner Dinge, die im Alltag mit der Zeit stören.
- Wartungskosten: gute kostenpflichtige Module für PrestaShop kosten schnell 50 bis 200 Euro pro Stück, und oft braucht man mehrere. Bei WooCommerce bekommst du viele dieser Funktionen in kostenlosen oder günstigen Plugins.
- Updates: der Sprung zwischen Hauptversionen von PrestaShop ist oft schmerzhaft und erfordert häufig einen Theme-Umbau und Modulkorrekturen. WordPress aktualisiert sich sanfter.
- Verfügbarkeit von Dienstleistern: WordPress-Betreuer findet man leichter und günstiger als PrestaShop-Entwickler, was die Kosten für die Weiterentwicklung senkt.
- Content und SEO: WordPress ist die beste Umgebung für Blog und Content, und das hilft messbar beim Ranking des Shops.
Das heißt nicht, dass PrestaShop schlecht ist. Bei sehr großen Katalogen und spezieller Logik kann es die richtige Wahl sein. Doch für den typischen kleinen bis mittleren Shop gewinnt WooCommerce oft bei Flexibilität und Kosten, deshalb führe ich solche Migrationen regelmäßig durch.
Was du bei der Migration genau überträgst
Eine Shop-Migration ist kein einzelner Klick. Du überträgst vier Datengruppen, und die Reihenfolge ist wichtig, weil sie voneinander abhängen.
- Kategorien: zuerst die Struktur des Kategoriebaums, denn ihr ordnest du die Produkte zu.
- Produkte: Namen, Beschreibungen, Preise, Bilder, Varianten, Attribute, Lagerbestand und SEO-Daten.
- Kunden: Konten, Adressen, Rechnungsdaten, Verknüpfungen zu Bestellungen.
- Bestellungen: Bestellhistorie, Status, Verknüpfungen zu Kunden und Produkten.
Dazu kommen leicht übersehene Dinge: Gutscheine, Produktbewertungen, statische Seiten (Impressum, AGB, Datenschutzerklaerung) und, am wichtigsten für SEO, die Karte der alten URLs. Ohne sie kannst du keine Weiterleitungen einrichten, und genau die schützen deine Google-Rankings.
Bevor du irgendetwas überträgst, exportiere aus dem alten Shop die komplette Liste aller URLs (Produkte, Kategorien, Seiten, Beiträge). Das wird deine Karte für die 301-Weiterleitungen. Am einfachsten geht das mit einem Crawler wie Screaming Frog, der den ganzen Shop durchgeht und die Adressliste ausgibt.
Datenexport aus PrestaShop
PrestaShop hat einen eingebauten CSV-Export im Backend, doch für die Migration nutze ich ihn selten, weil er Rohdaten ohne Verknüpfungen liefert. In der Praxis holst du die Daten auf zwei Wegen, je nach gewähltem Tool.
Der erste Weg ist das Plugin FG PrestaShop to WooCommerce, das sich direkt mit der PrestaShop-Datenbank verbindet. Du gibst die Zugangsdaten zur Datenbank des alten Shops an, und das Plugin liest Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellungen selbst aus und speichert sie in WooCommerce. Du exportierst keine CSV-Dateien von Hand.
Der zweite Weg ist Cart2Cart, ein Cloud-Dienst, der sich über einen Connector mit beiden Shops verbindet und die Daten dazwischen überträgt. Auch hier gibt es keinen manuellen Export, du stellst nur ein, was migriert werden soll, und startest die Migration.
Den manuellen CSV-Export hebe ich mir für Fälle auf, in denen nur ein Teil der Daten umzieht, etwa eine reine Produktliste in einen neuen, sauberen Shop ohne Bestellhistorie. Dann gibt CSV plus Import über WP All Import die volle Kontrolle über die Feldzuordnung.
Tools: FG PrestaShop to WooCommerce gegen Cart2Cart
Das sind die beiden meistgenutzten Werkzeuge für diese Migration, und die Wahl hängt von Budget, Shopgroesse und dem gewünschten Maß an Kontrolle ab.
| Merkmal | FG PrestaShop to WooCommerce | Cart2Cart |
|---|---|---|
| Modell | WordPress-Plugin, Gratisversion + kostenpflichtige Add-ons | Cloud-Dienst, Gebühr pro Migration |
| Kosten | Basis gratis, Add-ons 30 bis 200 Euro | ab einigen hundert Euro, steigt mit Datenmenge |
| Bestellungen und Kunden | ja, in den Premium-Add-ons | ja, im Standard |
| Kontrolle über den Prozess | voll, du arbeitest lokal auf deiner Datenbank | geringer, Prozess in der Cloud des Anbieters |
| Für wen | Entwickler, Shops mit Datenbankzugriff | Betreiber ohne technisches Backend |
In meiner Arbeit greife ich meist zu FG PrestaShop to WooCommerce, weil ich in einer lokalen Umgebung arbeite, Datenbankzugriff habe und die volle Kontrolle über die Zuordnung will. Cart2Cart empfehle ich Betreibern, die selbst migrieren und einen fertigen Prozess ohne Datenbankarbeit bevorzugen. Beide sind gut, der Unterschied liegt zwischen Bequemlichkeit und Kontrolle.
Kategorien und Attribute zuordnen
Hier stolpern die meisten, weil PrestaShop und WooCommerce dieselben Begriffe unterschiedlich verstehen. Der Kategoriebaum wandert meist glatt mit, doch die Attribute brauchen eine Entscheidung.
In PrestaShop gibt es Merkmale (features) und Attribute (attributes). Merkmale sind beschreibende Daten wie Material oder Herkunftsland, die keine Varianten bilden. Attribute sind Größe und Farbe, die Produktkombinationen erzeugen. In WooCommerce sind das alles Attribute, und erst die für Varianten genutzten werden zur Basis der Variationen (variables Produkt).
- PrestaShop-Merkmale ordnest du WooCommerce-Attributen zu, die sichtbar, aber nicht für Variationen genutzt werden. Sie erscheinen im Datenblatt des Produkts.
- PrestaShop-Attribute (Größe, Farbe) ordnest du globalen WooCommerce-Attributen zu, die für Variationen genutzt werden, damit ein variables Produkt mit Auswahl entsteht.
- Kombinationen in PrestaShop entsprechen den Variationen in WooCommerce, jede mit eigenem Preis, SKU und Lagerbestand.
Der häufigste Fehler ist, Attribute als reinen Text in der Beschreibung statt als globale WooCommerce-Attribute zu übernehmen. Dann verlierst du die Filter im Shop und die Möglichkeit, Varianten zu bilden. Prüfe nach der Migration, ob variable Produkte korrekte Variationen haben und ob Filter nach Größe und Farbe funktionieren.
301-Weiterleitungen und SEO erhalten
Das ist das wichtigste Kapitel der ganzen Migration. Du kannst die Daten perfekt überträgen, doch wenn du die Weiterleitungen vernachlässigst, verlierst du Google-Rankings, die du über Jahre aufgebaut hast. Der Grund ist einfach: WooCommerce bildet URLs anders als PrestaShop.
PrestaShop hat oft eine Zahlen-ID in der Adresse, etwa /123-produktname.html, und Kategorien enden auf .html. WooCommerce nutzt standardmäßig saubere Adressen wie /produkt/produktname/. Diese Adressen passen nicht zusammen, also muss jeder alte Link, jede Google-Position und jeder externe Link auf die neue Adresse zeigen.
Das machst du über 301-Weiterleitungen, also dauerhafte. Sie sagen Google: diese Seite ist dauerhaft hierher umgezogen, übertrage das Ranking. Du hast zwei Wege:
- Allgemeine Regel: unterscheiden sich alte und neue Struktur in einem Muster (etwa die Endung .html), kannst du eine Regel in der Serverkonfiguration setzen, die alle Adressen auf einmal umschreibt.
- Eins-zu-eins-Karte: für Produkte mit geänderten Adressen baust du eine Tabelle alte Adresse zu neuer Adresse. Das Plugin Redirection in WordPress lässt eine solche Liste per CSV im Block hochladen.
Nach dem Hochladen der Weiterleitungen machst du drei Dinge: die neue Sitemap in der Google Search Console einreichen, ein Dutzend alte Adressen pruefen, ob sie tatsächlich auf den richtigen neuen Seiten landen, und den Indexierungsbericht über die nächsten Wochen beobachten. Die Rankings kommen meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen zurück, wenn die Weiterleitungen vollständig sind.
Logik-Unterschiede, die nach dem Umzug ueberraschen
WooCommerce und PrestaShop sind zwei Philosophien, und einige Dinge funktionieren anders als erwartet. Es lohnt sich, sie vor der Migration zu kennen, damit du sie nicht für Fehler hältst.
- Kundenpasswoerter: wandern nicht mit, weil beide Systeme anders verschluesseln. Kunden setzen beim ersten Login ein neues Passwort, kündige das per E-Mail an.
- Bestellnummern: WooCommerce nummeriert Bestellungen nach interner Beitrags-ID, daher sind die Nummern eventuell nicht fortlaufend. Wenn die Buchhaltung das verlangt, ergänzt du ein Plugin für fortlaufende Nummern.
- MwSt-Saetze und Steuerzonen: die richtest du in WooCommerce neu ein, sie wandern nicht immer automatisch mit. Prüfe sie vor dem Shop-Start.
- PrestaShop-Module: haben kein Eins-zu-eins-Pendant. Für jede wichtige Funktion wählst du ein WooCommerce-Plugin, manchmal mit anderem Namen und anderem Verhalten.
Migrationsplan Schritt für Schritt
Damit das Ganze zusammenhält, führe ich die Migration immer in derselben bewährten Reihenfolge durch. Wichtigste Regel: niemals im Live-Shop migrieren, sondern in einer separaten Testumgebung, die du erst nach den Tests auf Produktion umschaltest.
PrestaShop zu WooCommerce migrieren Schritt fuer Schritt
- Erstelle ein vollständiges Backup des alten PrestaShop (Dateien und Datenbank)
- Exportiere die Liste aller URLs mit einem Crawler für die Weiterleitungskarte
- Richte ein sauberes WordPress mit WooCommerce in einer Testumgebung ein
- Übertrage die Daten mit FG PrestaShop to WooCommerce oder Cart2Cart
- Prüfe die Zuordnung von Kategorien, Attributen und Produktvariationen
- Konfiguriere MwSt-Saetze, Versandzonen und Zahlungsmethoden neu
- Lade die 301-Weiterleitungen von alten auf neue Adressen hoch (Plugin Redirection)
- Teste Kauf, Zahlung und Kundenlogin in der Testumgebung
- Schalte die Domain auf den neuen Shop um und reiche die Sitemap in der Search Console ein
- Beobachte Indexierung und Weiterleitungen über die nächsten Wochen
Zeit und Kosten der Migration
Die reine Datenmigration über ein Tool dauert oft einige Stunden, doch das ist nur ein Baustein. Das gesamte Projekt umfasst Theme, Zuordnung, Weiterleitungen, Konfiguration von Zahlung und Versand sowie Tests. Realistisch braucht ein mittlerer Shop wenige Tage bis zwei Wochen.
Die Kosten haengen von der Produktzahl, der Anzahl der Weiterleitungen und davon ab, ob ein neues Theme gebaut oder auf ein fertiges migriert wird. Für einen typischen kleinen bis mittleren Shop liegt der realistische Bereich bei 1200-3500 Euro. Dazu kommt die eventuelle Cart2Cart-Lizenz, deren Kosten mit der Datenmenge steigen. Shops mit tausenden Produkten und besonderer Logik kalkuliere ich individuell nach Sichtung des alten Shops.
Wenn du den Umzug deines Shops von PrestaShop zu WooCommerce planst, übernehme ich bei DawidWeb die technische und die SEO-Seite: vollständige Datenmigration, korrekte Zuordnung von Attributen und Varianten, ein komplettes Set an 301-Weiterleitungen, das deine Google-Rankings schützt, und Tests vor dem Domainwechsel. Webseiten und Shops baue ich ab 600 Euro, ich habe über 120 Projekte umgesetzt, und ein Angebot für deine konkrete Migration bekommst du innerhalb von 24 Stunden.
Häufige Fragen
Verliere ich beim Umzug von PrestaShop zu WooCommerce Google-Rankings?
Nicht, wenn du es richtig machst. Entscheidend sind eine Karte der alten und neuen URLs sowie 301-Weiterleitungen von jeder PrestaShop-Adresse auf das Pendant in WooCommerce. Dann uebertraegt Google die Linkkraft auf die neuen URLs und die Rankings kommen innerhalb weniger Wochen zurueck. Einbrueche entstehen nur, wenn jemand die Weiterleitungen ignoriert oder die URL-Struktur ohne Zuordnung aendert.
Wie lange dauert die Migration von PrestaShop zu WooCommerce?
Die reine Datenmigration ueber Plugin oder Cart2Cart dauert meist einige Stunden, je nach Anzahl der Produkte und Bestellungen. Das gesamte Projekt mit WooCommerce-Aufbau, Theme, Zuordnung von Kategorien und Attributen, Weiterleitungen, Tests und Korrekturen liegt bei einem mittleren Shop realistisch zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen. Je mehr Sonderfunktionen im alten PrestaShop stecken, desto laenger.
Kann ich Bestellungen und Kundenhistorie uebernehmen?
Ja. Sowohl FG PrestaShop to WooCommerce in den kostenpflichtigen Erweiterungen als auch Cart2Cart uebertragen Bestellungen, Kunden und deren Verknuepfungen. Kundenpasswoerter wandern in der Regel nicht mit, weil beide Systeme anders verschluesseln, daher setzen Kunden beim ersten Login ein neues Passwort. Informiere sie nach der Migration per E-Mail darueber, das gehoert auch zur DSGVO-konformen Kommunikation.
Was kostet die Migration von PrestaShop zu WooCommerce?
Fuer einen kleinen bis mittleren Shop liegt der realistische Preis meist zwischen 1200 und 3500 Euro, je nach Produktzahl, Anzahl der Weiterleitungen und ob ein neues Theme gebaut wird. Die Cart2Cart-Lizenz kommt als Zusatzkosten von einigen hundert Euro hinzu, abhaengig von der Datenmenge. Grosse Shops mit tausenden Produkten und besonderer Logik kalkuliere ich individuell nach Sichtung des Shops.
Ist WooCommerce guenstiger im Unterhalt als PrestaShop?
In der Regel ja, bei kleinen und mittleren Shops. WooCommerce laeuft auf WordPress, hat eine riesige Auswahl kostenloser und guenstiger Plugins, man findet leichter Dienstleister und das Hosting ist guenstiger. PrestaShop ist im Unterhalt oft teurer, weil kostenpflichtige Module und spezialisierte Betreuung mehr kosten. Bei sehr grossen Katalogen verwischen die Unterschiede und es zaehlt eher die konkrete Architektur.
Was mache ich nach der Migration mit dem alten PrestaShop?
Lass ihn eine Zeit lang im Lesemodus oder unter einer separaten Adresse aktiv, bis WooCommerce stabil laeuft und die Weiterleitungen den Traffic auffangen. Nach einigen Wochen, wenn Google die neuen Adressen neu indexiert hat und Bestellungen problemlos in WooCommerce ankommen, kannst du den alten PrestaShop abschalten. Loesche ihn nicht von einem Tag auf den anderen direkt nach dem Umschalten.
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