Wer zum ersten Mal eine Website erstellen möchte, stößt schnell auf zwei Begriffe: Domain und Hosting. Beide klingen technisch, beide scheinen notwendig zu sein, und oft werden sie im selben Atemzug genannt. Trotzdem verwechseln viele Einsteiger sie oder verstehen nicht, warum man beides separat buchen muss.

In diesem Artikel erkläre ich den Unterschied so, wie ich ihn Kunden erkläre, die noch nie eine Website betrieben haben. Kein Fachwissen nötig, nur fünf Minuten Zeit.

Die einfachste Erklärung: Haus und Adresse

Stellen Sie sich vor, Sie eröffnen ein Ladengeschäft. Das Haus, in dem der Laden eingerichtet ist, muss irgendwo stehen - auf einem Grundstück, mit Räumen, Regalen und Lagerfläche. Und damit Kunden den Laden finden, brauchen Sie eine Adresse, die auf dem Schild steht und die man ins Navi eingeben kann.

Genau so verhält es sich bei einer Website:

  • Hosting = das Haus (der Server, auf dem alle Dateien Ihrer Website gespeichert sind)
  • Domain = die Adresse (der Name, den Besucher in ihren Browser eingeben, z.B. www.meinbetrieb.de)

Ohne Haus hat die Adresse nichts zu zeigen. Ohne Adresse findet niemand das Haus. Beide brauchen einander.

Domains weltweit registriertüber 350 Mio.
TLD-Endungen verfügbarmehr als 1500
DNS-Abfragen täglichHunderte Milliarden
Durchschn. Hosting-Einstiegspreisab wenigen Euro/Monat

Was ist eine Domain genau?

Eine Domain ist der menschenlesbare Name, unter dem eine Website im Internet erreichbar ist. Technisch gesehen ist eine Domain nichts weiter als ein einprägsamer Platzhalter für eine IP-Adresse, also eine numerische Serveradresse wie 185.220.12.5.

Eine Domain setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:

  • Third-Level / Subdomain (optional): www. oder shop.
  • Second-Level-Domain: der eigentliche Name, z.B. meinbetrieb
  • Top-Level-Domain (TLD): die Endung, z.B. .de, .com, .shop

Für den deutschen Markt ist die .de-Endung die bekannteste und oft erste Wahl. Sie wird von der DENIC eG verwaltet, der zentralen Registrierungsstelle für .de-Domains in Deutschland. Über akkreditierte Registrare - also Anbieter wie united-domains, Strato oder IONOS - kann jeder eine .de-Domain registrieren, solange sie noch frei ist.

Eine Domain mieten Sie in der Regel jährlich. Sie erwerben damit kein Eigentum im klassischen Sinne, sondern ein zeitlich befristetes Nutzungsrecht. Zahlen Sie nicht rechtzeitig, verlieren Sie die Domain. Manche Registrare bieten auch mehrjährige Registrierungen an, was sinnvoll ist, wenn Sie die Domain langfristig nutzen möchten und sich keine Gedanken über jährliche Verlängerungen machen wollen.

Ein wichtiger Punkt, den viele Einsteiger übersehen: Die Domain selbst speichert keine Daten und keine Website-Inhalte. Sie ist lediglich ein Name, ein Zeiger. Die eigentlichen Inhalte - Texte, Bilder, Ihre WordPress-Datenbank - liegen alle auf dem Hosting-Server.

Sichern Sie Ihre Wunschdomain frühzeitig, auch wenn Sie die Website noch nicht aufgebaut haben. Domains sind günstig und schnell vergriffen - vor allem kurze, einprägsame Namen in der .de-Zone.

Was ist Webhosting genau?

Webhosting ist ein Dienst, bei dem ein Anbieter Ihnen Speicherplatz und Rechenkapazität auf einem Server zur Verfügung stellt. Auf diesem Server liegen alle Dateien Ihrer Website: HTML-Seiten, Bilder, Stylesheets, PHP-Skripte, Datenbankinhalte.

Wenn jemand Ihre Website aufruft, verbindet sich sein Browser mit diesem Server und lädt die Dateien herunter, um sie als fertige Seite darzustellen. Der Hosting-Anbieter stellt sicher, dass dieser Server rund um die Uhr erreichbar ist, dass genügend Rechenleistung für Datenbankabfragen vorhanden ist und dass die Verbindung sicher über HTTPS läuft.

Neben dem reinen Speicherplatz enthält ein Hosting-Paket oft weitere Bestandteile: eine oder mehrere Datenbanken (für WordPress zwingend notwendig), E-Mail-Postfächer für Ihre geschäftliche E-Mail-Adresse, ein Verwaltungspanel (häufig cPanel oder Plesk) und oft automatische Backups. Es lohnt sich, diese Leistungen beim Vergleich von Angeboten genau zu prüfen, weil Pakete mit ähnlichem Preis sehr unterschiedliche Inhalte haben können.

Es gibt verschiedene Arten von Hosting-Modellen:

Shared Hosting

Mehre Websites teilen sich einen physischen Server und seine Ressourcen. Das ist die günstigste Variante und für viele kleine Unternehmenswebsites und Blogs vollkommen ausreichend. Die Kehrseite: Wenn andere Websites auf demselben Server viel Traffic haben, kann das die Performance beeinflussen.

Virtual Private Server (VPS)

Bei einem VPS erhalten Sie einen eigenen, virtuell abgetrennten Bereich auf einem physischen Server mit garantierten Ressourcen. Mehr Kontrolle, mehr Leistung, etwas höherer Preis. Eine gute Wahl für wachsende Onlineshops oder Projekte mit stabilen Anforderungen.

Managed WordPress Hosting

Ein Hosting-Paket, das speziell auf WordPress zugeschnitten ist. Der Anbieter übernimmt Updates, Sicherheits-Scanning, Caching und oft auch Backups. Ich empfehle dieses Modell häufig Unternehmern, die sich nicht mit Serveradministration beschäftigen möchten.

Hosting-Arten im Vergleich

KriteriumShared HostingVPSManaged WP
Preis (grob)niedrigmittelmittel bis hoch
Technisches Wissen nötigwenigmittelwenig
Leistungausreichendgutgut bis sehr gut
Kontrollegeringhochmittel
Geeignet fürBlogs, VisitenkartenShops, WachstumWordPress-Projekte

Wie Domain und Hosting zusammenarbeiten: das DNS

Das Domain Name System (DNS) ist das unsichtbare Bindeglied zwischen Domain und Hosting. Es funktioniert wie ein weltweites Telefonbuch des Internets: Es übersetzt den einprägsamen Domainnamen in die numerische IP-Adresse des Servers, auf dem die Website liegt.

Wenn jemand www.meinbetrieb.de in den Browser eingibt, läuft im Hintergrund folgendes ab:

1. Der Browser fragt einen DNS-Server, welche IP-Adresse hinter meinbetrieb.de steckt.
2. Der DNS-Server schaut nach und antwortet mit der IP-Adresse des Hosting-Servers.
3. Der Browser verbindet sich mit diesem Server und lädt die Website-Dateien.
4. Die fertige Seite erscheint auf dem Bildschirm des Besuchers.

Dieser Vorgang dauert nur Millisekunden und passiert bei jedem einzelnen Seitenaufruf.

Die entscheidende Einstellung, die Domain und Hosting verbindet, heißt Nameserver (NS-Eintrag). Im Verwaltungsbereich Ihrer Domain tragen Sie die Nameserver-Adressen Ihres Hosting-Anbieters ein. Ab diesem Moment weiß das DNS, wo Ihre Website-Dateien liegen.

Nach einer Nameserver-Änderung dauert es in der Regel ein bis 24 Stunden, bis die neue Einstellung weltweit aktiv ist. Dieser Vorgang heißt DNS-Propagation. Während dieser Zeit kann die Website von manchen Standorten noch die alte Einstellung anzeigen.

Domain und Hosting beim selben oder verschiedenen Anbietern

Viele Anbieter verkaufen Domain und Hosting als Paket. Das hat seinen Charme: Sie haben alles an einem Ort, müssen keine Nameserver manuell einstellen und erreichen bei Problemen einen einzigen Support.

Es ist aber auch möglich - und durchaus verbreitet -, Domain und Hosting bei verschiedenen Anbietern zu haben. Zum Beispiel weil ein Anbieter günstigere Domains hat, aber ein anderer besseres Hosting bietet.

Bei einem meiner Kunden war genau das der Fall: Die Domain war seit Jahren bei einem kleineren Registrar registriert, das neue Hosting sollte bei einem auf WordPress spezialisierten Anbieter laufen. Wir haben einfach die Nameserver der Domain aktualisiert - fertig. Kein Transfer, keine Downtime, keine Kosten außer dem neuen Hosting-Paket.

Vorteile

  • Alles bei einem Anbieter: einfachere Verwaltung und ein Ansprechpartner für Support
  • Keine DNS-Konfiguration nötig: Domain und Hosting sind automatisch verknüpft
  • Günstig als Einstieg: viele Anbieter bündeln Domain + Hosting zu Aktionspreisen

Nachteile

  • Abhängigkeit: Wechsel des Hostings bedeutet oft auch Aufwand mit der Domain
  • Kein Raum für Optimierung: vielleicht bietet ein anderer Anbieter besseres Hosting für den gleichen Preis
  • Qualitätskompromisse: ein Anbieter ist selten in allem gleich gut

Was kostet eine Domain, was kostet Hosting?

Für eine .de-Domain zahlen Sie in der Regel einen niedrigen einstelligen Betrag pro Jahr. Manche Aktionen bieten das erste Jahr noch günstiger an. Danach fallen die normalen Verlängerungsgebühren an, die meist im selben Bereich liegen.

Hosting-Pakete sind breiter gestreut. Shared Hosting für einfache Projekte ist oft für wenige Euro im Monat erhältlich. Managed WordPress Hosting oder VPS-Pakete können im zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr liegen, je nach Anbieter und enthaltenen Leistungen.

Beim Hosting lohnt es sich, auf diese Punkte zu achten:

Checkliste: Gutes Hosting erkennen

  • PHP in einer aktuellen, stabilen Version verfügbar
  • MySQL- oder MariaDB-Datenbank im Paket enthalten
  • SSL-Zertifikat kostenfrei oder günstig erhältlich
  • Tägliche oder wöchentliche Backups inbegriffen oder günstig zubuchbar
  • Erreichbarer Support auf Deutsch (Telefon oder Chat)
  • Klare Angaben zu Speicherplatz, Traffic und Datenbankanzahl
  • Serverstandort Deutschland für beste Ladezeiten im deutschen Markt

Häufige Anfängerfehler

Wer zum ersten Mal eine Website einrichtet, macht gerne denselben Fehler: Er kauft eine Domain, wartet, und wundert sich, warum die Website noch nicht erreichbar ist. Der Grund ist fast immer, dass Hosting fehlt oder die Nameserver noch nicht korrekt eingetragen wurden.

Ein anderer Klassiker: Die Domain läuft beim bisherigen Anbieter aus, während das Hosting längst woanders liegt. Plötzlich ist die Website offline, weil niemand an die Domain-Verlängerung gedacht hat. Ich empfehle, für Domain und Hosting jeweils eine automatische Verlängerung zu aktivieren und die Ablaufdaten im Kalender zu notieren.

Der dritte Fehler ist subtiler: Kunden wählen das billigste verfügbare Hosting ohne auf die enthaltenen Leistungen zu achten. Ein Paket ohne Backup-Funktion oder mit veralteter PHP-Version kann später teuer werden - sei es durch einen Datenverlust oder durch Kompatibilitätsprobleme mit WordPress.

Für mehr Details zur technischen Grundlage lesen Sie gern unseren Artikel Was ist eine Domain - einfach erklärt sowie Was ist Webhosting - Grundlagen.

Was Sie als nächstes tun können

Wenn Sie gerade am Anfang stehen und eine neue Website aufbauen möchten, empfehle ich folgendes Vorgehen: Überlegen Sie zuerst, welche Domain Sie möchten, und prüfen Sie deren Verfügbarkeit. Dann entscheiden Sie, bei welchem Anbieter Sie Hosting buchen. Wenn Sie beides bündeln möchten, wählen Sie einen Anbieter, der beides im Paket anbietet. Wenn Sie bereits eine Domain haben und nur das Hosting wechseln möchten, brauchen Sie nur die Nameserver anzupassen.

Für WordPress-Projekte - ob Unternehmenswebsite oder Onlineshop - ist ein zuverlässiges Managed Hosting die bequemste Lösung, weil sich der Anbieter um Updates und Sicherheit kümmert und Sie sich auf den Inhalt konzentrieren können.

Wenn Sie bei der Auswahl unsicher sind oder Hilfe beim Aufbau Ihrer Website brauchen, helfe ich Ihnen gern. Auf der Seite Webseiten erstellen finden Sie, was ich für kleine und mittelständische Unternehmen anbiete. Gern können Sie auch direkt über die Kontaktseite Kontakt aufnehmen.

Häufige Fragen

Brauche ich sowohl eine Domain als auch Hosting?

Ja, beides ist notwendig. Die Domain ist die Adresse, über die Besucher Ihre Website aufrufen, und das Hosting ist der Ort, an dem alle Dateien gespeichert sind. Eine Domain ohne Hosting zeigt nichts an, ein Hosting ohne Domain ist für normale Besucher nicht erreichbar. Erst zusammen ergibt beides eine funktionierende Website.

Kann ich Domain und Hosting bei verschiedenen Anbietern haben?

Ja, das ist technisch problemlos möglich und auch verbreitet. Sie tragen einfach die Nameserver Ihres Hosting-Anbieters in die Einstellungen Ihrer Domain ein. Ihr Registrar (also der Anbieter, bei dem Sie die Domain registriert haben) leitet dann alle Anfragen automatisch an den richtigen Server weiter. Nach der Änderung kann es einige Stunden dauern, bis die Weiterleitung weltweit aktiv ist.

Was ist DNS und wozu brauche ich es?

DNS steht für Domain Name System. Es ist ein weltweites Verzeichnis, das Domainnamen in IP-Adressen übersetzt. Wenn jemand Ihre Adresse in den Browser eintippt, fragt der Browser beim DNS nach, auf welchem Server die Dateien liegen. Ohne DNS müsste jeder die numerische IP-Adresse des Servers auswendig kennen.

Was passiert, wenn ich nur eine Domain kaufe, aber kein Hosting buche?

Die Domain gehört Ihnen und ist reserviert, aber sie zeigt auf nichts. Besucher sehen eine leere Seite oder eine Parkseite des Registrars. Erst wenn Sie Hosting buchen und die Domain auf diesen Hosting-Server zeigen lassen, ist eine echte Website erreichbar.

Welches Hosting brauche ich für eine WordPress-Website?

Für eine einfache WordPress-Seite reicht Shared Hosting bei einem zuverlässigen deutschen Anbieter. Es sollte PHP in einer aktuellen Version, eine MySQL- oder MariaDB-Datenbank und idealerweise ein SSL-Zertifikat enthalten. Für Onlineshops oder Seiten mit höherem Besucher-Aufkommen empfiehlt sich ein Managed WordPress Hosting oder ein VPS, der mehr Ressourcen und Kontrolle bietet.

Wie lange dauert es, bis eine neue Domain funktioniert?

Die Domain selbst ist in der Regel innerhalb weniger Minuten nach der Registrierung aktiv. Wenn Sie jedoch die Nameserver ändern, um die Domain auf einen anderen Hosting-Server zu zeigen, kann die sogenannte DNS-Propagation bis zu 24 Stunden dauern. In dieser Zeit kann es sein, dass die Website von manchen Standorten aus noch nicht erreichbar ist.

Muss Domain und Hosting beim selben Anbieter sein?

Nein, das ist keine Pflicht. Viele Nutzer kaufen eine Domain beim günstigsten Registrar und buchen Hosting bei einem Anbieter, der bessere Performance oder Support bietet. Für Einsteiger ist es jedoch einfacher, beides beim selben Anbieter zu haben, da der Support dann alle Einstellungen kennt und keine manuelle DNS-Konfiguration nötig ist.