Ein Kunde aus dem Hamburger Mittelstand rief mich an und fragte: "Dawid, wir wollen die Website neu machen - was kostet das?" Meine ehrliche Antwort war: "Das kommt darauf an." Das klingt ausweichend, ist aber die einzige seriöse Antwort. Ein Website-Relaunch 2026 kann 2.000 EUR kosten oder 60.000 EUR. Was den Unterschied macht und wie Sie ein realistisches Budget kalkulieren, erkläre ich hier aus 13 Jahren Projekterfahrung.

Ich betreue kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, hauptsächlich in Hamburg und Umgebung, und habe in den letzten Jahren über 120 Website-Projekte umgesetzt. Darunter waren einfache Firmenwebsites, komplexe WooCommerce-Shops und alles dazwischen. Die Preisspannen, die ich in diesem Artikel nenne, basieren auf realen Projektkalkulationen, nicht auf gerundeten Marketingzahlen.

Was genau ist ein Website-Relaunch?

Ein Relaunch ist mehr als ein neues Design. Im besten Fall umfasst er eine neue Informationsarchitektur, überarbeitete Inhalte, eine technische Aktualisierung (CMS, PHP-Version, Performance), eine vollständige SEO-Migration und die Anpassung an aktuelle rechtliche Anforderungen. Wer nur einen neuen Look möchte und dabei alle anderen Punkte ignoriert, bekommt nach dem Launch oft mehr Probleme als vorher.

2.500 - 6.000 EURtypischer Budgetrahmen für kleine Unternehmenswebsites
8.000 - 25.000 EURmittlere Projekte mit individuellem Design und SEO
4-8 Wochenrealistische Projektdauer bei vorliegenden Inhalten
60 - 150 EURStundensatz Freelancer bis Agentur in Deutschland 2026

Preisrahmen nach Projektgröße

Die ehrlichste Strukturierung ist nach Projektumfang, nicht nach Branche:

Kompakte Unternehmenswebsite (5-10 Seiten): Premium-Theme angepasst, grundlegende SEO-Einrichtung, Kontaktformular, Datenschutz aktuell. Kosten: 2.500 bis 5.000 EUR. Das Ergebnis ist solide und rechtssicher, aber kein Unikat.

Mittlere Unternehmenswebsite (10-30 Seiten): Mehr Unterseiten, stärkere Designindividualisierung, Content-Aufbereitung, erweiterte SEO-Migration mit 301-Redirects. Kosten: 5.000 bis 12.000 EUR. Das ist der Bereich, in dem sich die meisten meiner Kundenprojekte aus dem KMU-Segment abspielen.

Große Website oder Shop-Relaunch: Individuelles Design, Mehrsprachigkeit, WooCommerce oder komplexe Datenbankanbindung, umfangreiche Content-Produktion, Barrierefreiheit nach BFSG. Kosten: 12.000 bis 60.000 EUR und mehr. Ich verweise hier bewusst auf professionelle Webseiten-Lösungen, weil in diesem Segment die Anforderungsklärung vor der Kalkulation unverzichtbar ist.

Website-Relaunch Kosten nach Projektgröße

ProjekttypUmfangKostenrahmen
Kompakte Website5-10 Seiten, Premium-Theme2.500 - 5.000 EUR
Mittlere Unternehmenssite10-30 Seiten, individuelle Anpassung5.000 - 12.000 EUR
Große Website30+ Seiten, Customdesign, SEO-Intensiv12.000 - 30.000 EUR
Shop-Relaunch (WooCommerce)Produkte, Zahlungen, Migration8.000 - 40.000 EUR
Konzern/Enterpriseindividuell, Schnittstellen, Mehrsprachigkeit40.000+ EUR

Die größten Preistreiber im Detail

Nicht alle Kostenfaktoren sind offensichtlich. Diese treiben das Budget am stärksten nach oben:

Individuelles Design vs. Theme-Anpassung: Ein maßgeschneidertes Design kostet 3 bis 5 Mal mehr als ein angepasstes Premium-Theme wie Blocksy oder Divi. Das liegt nicht an der Kreativität allein, sondern am Zeitaufwand für Konzept, Wireframes, Abstimmungsschleifen und Umsetzung. Wenn kein Designbudget vorhanden ist, empfehle ich immer ein hochwertiges Theme mit konsequenter Anpassung.

SEO-Migration: Wer bestehende Rankings nicht verlieren will, braucht ein sauberes Redirect-Konzept, ein Keyword-Mapping der alten auf neue URL-Strukturen und eine technische Prüfung nach dem Launch. Das ist kein Luxus, sondern Pflichtprogramm. Bei einem Kundenprojekt aus Hamburg hatten wir nach einem schlampig migrierten Relaunch einen Rückgang von 40 Prozent im organischen Traffic - die Wiederherstellung dauerte vier Monate.

Content-Produktion: Neue Texte für 20 Seiten zu erstellen kostet je nach Qualitätsanspruch zwischen 1.500 und 6.000 EUR zusätzlich. Viele Unternehmen unterschätzen diesen Anteil und liefern Inhalte entweder zu spät oder in unzureichender Qualität - beides verzögert das Projekt.

Barrierefreiheit (BFSG): Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für B2C-Online-Dienstleistungen und Shops. Wer von Anfang an barrierefrei baut, zahlt einen Aufschlag von 5-10 Prozent. Wer eine fertige Website nachträglich umrüsten muss, zahlt oft deutlich mehr. Ich bin Webentwickler, kein Rechtsanwalt - für eine verbindliche Einschätzung, ob Ihr Unternehmen betroffen ist, wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt oder die IHK.

Das BFSG gilt seit dem 28. Juni 2025 und betrifft B2C-Online-Dienstleistungen. Kleinstunternehmen unter 10 Mitarbeitern und 2 Mio. EUR Jahresumsatz sind von bestimmten Pflichten ausgenommen. Für eine verbindliche Einschätzung empfehle ich die IHK oder einen spezialisierten Anwalt.

Rechtliche Aktualisierungen beim Relaunch

Ein Relaunch ohne rechtliche Überprüfung ist ein Fehler. Drei Punkte sind 2025/2026 besonders relevant:

Das Telemediengesetz (TMG) wurde durch das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG, seit Mai 2024) abgelöst. Das Impressum basiert jetzt auf § 5 DDG statt § 5 TMG - inhaltlich hat sich wenig geändert, aber die Rechtsgrundlage im Impressum sollte stimmen. Das frühere TTDSG heißt seit Mai 2024 TDDDG - wer diese Bezeichnung noch in der Datenschutzerklärung hat, sollte sie beim Relaunch aktualisieren. Ich helfe bei der technischen Einbindung rechtssicherer Texte, bin aber kein Anwalt und gebe keine Rechtsberatung.

Rechtliche Prüfpunkte beim Website-Relaunch

  • Impressum auf § 5 DDG aktualisieren (nicht mehr § 5 TMG)
  • Datenschutzerklärung: TTDSG durch TDDDG ersetzen, Dienste auf Aktualität prüfen
  • Cookie-Consent-Tool auf TDDDG-Konformität prüfen
  • BFSG-Pflicht prüfen (betrifft B2C-Online-Dienstleistungen ab 28.06.2025)
  • SSL-Zertifikat aktiv und gültig
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Dienstleistern (Hosting, Analytics) aktuell

Laufende Kosten nicht vergessen

Der Relaunch ist eine Investition, aber keine einmalige. Was danach monatlich anfällt, überrascht viele Kunden:

  • Hosting: 10 bis 60 EUR pro Monat, je nach Performance-Anforderungen
  • Wartung (Updates, Backups, Sicherheits-Monitoring): 40 bis 120 EUR pro Monat
  • Premium-Plugin-Lizenzen (z.B. ACF Pro, Rank Math Pro): 10 bis 50 EUR pro Monat
  • SEO-Betreuung: 500 bis 2.000 EUR pro Monat, wenn professionell betrieben

In der Summe sind das 600 bis 3.600 EUR pro Jahr allein für den Betrieb, ohne Weiterentwicklung. Wer das beim Relaunch-Budget nicht mitdenkt, hat nach dem Launch eine böse Überraschung.

Vorteile

  • Einmaliger Relaunch beseitigt technische Schulden und setzt neue Grundlage
  • Neue URL-Struktur und sauberer Code verbessern Core Web Vitals
  • Rechtliche Compliance (BFSG, DDG, TDDDG) kann vollständig hergestellt werden
  • Gelegenheit, Content-Strategie und Zielgruppen-Ansprache zu überarbeiten

Nachteile

  • Unterschätzte Kosten für Content-Produktion verzögern viele Projekte
  • SEO-Rankings können temporär sinken, wenn Migration nicht sauber durchgeführt wird
  • Laufende Betriebskosten werden in der Erstplanung oft ignoriert
  • Scope Creep (wachsende Anforderungen während des Projekts) ist häufigste Ursache für Budgetüberschreitungen

Festpreis oder Stundensatz?

Diese Frage bekomme ich in fast jedem ersten Gespräch. Meine Einschätzung nach über 120 Projekten: Für klar abgegrenzte Projekte ist ein Festpreisangebot besser, weil das Budget planbar bleibt. Stundensätze sind sinnvoll, wenn der Umfang noch nicht feststeht oder wenn nach dem Launch viele kleinere Anpassungen erwartet werden.

Seriöse Anbieter - ob Freelancer oder Agentur - kalkulieren bei Festpreisangeboten ein Änderungsbudget von 10 bis 15 Prozent des Gesamtpreises ein. Das sollte im Vertrag explizit stehen. Was nicht festgehalten ist, kostet später mehr als geplant.

Bevor Sie Angebote einholen: Erstellen Sie eine schriftliche Liste mit Ihrer aktuellen Website-Struktur, gewünschten Funktionen, vorhandenen Inhalten und dem Zeitrahmen. Je konkreter Ihre Briefing-Unterlage, desto vergleichbarer und realistischer sind die Angebote, die Sie zurückbekommen.

Wann lohnt sich ein Relaunch?

Nicht jede alte Website braucht einen Vollrelaunch. Manchmal reicht ein technisches Update, neue Inhalte oder eine gezielte Performance-Optimierung. Ein Relaunch lohnt sich, wenn:

  • Die Website älter als 4-5 Jahre ist und die Technik nicht mehr zeitgemäß ist
  • Core Web Vitals dauerhaft schlecht sind und Performance-Optimierungen nicht helfen
  • Die Informationsarchitektur nicht mehr zum aktuellen Angebot passt
  • Rechtliche Anforderungen (BFSG, DSGVO, DDG) nicht mehr erfüllt werden
  • Die Website nicht mehr auf mobilen Geräten funktioniert
  • Der Rebranding-Prozess des Unternehmens eine neue visuelle Sprache erfordert

Bei einem Kundenprojekt in der Hamburger Beratungsbranche haben wir nach einer ehrlichen Analyse entschieden, keinen Relaunch zu machen, sondern gezielt 5 technische Baustellen zu beheben und die Content-Struktur anzupassen - Kosten: 2.800 EUR statt der ursprünglich befürchteten 15.000 EUR. Das ist nicht immer die Antwort, aber manchmal die richtige.

Wie Sie das beste Angebot finden

Ein gutes Angebot erkennen Sie nicht am niedrigsten Preis. Achten Sie auf:

  • Detaillierte Leistungsbeschreibung (nicht nur "Website neu aufbauen")
  • Klare Angabe, was im Preis inbegriffen ist (Texte, Bilder, SEO-Migration, Tests)
  • Transparenz über Stundensätze und Änderungspauschalen
  • Referenzprojekte in ähnlicher Größenordnung
  • Klare Kommunikation über Zeitplan und Meilensteine

Wenn Sie eine neue Unternehmenswebsite in Deutschland planen, spreche ich gerne über Ihren konkreten Umfang. Ein realistisches Budget lässt sich erst nach einem kurzen Briefing-Gespräch seriös nennen.

Performance und Technik als Kostenfaktor

Ein oft unterschätzter Posten beim Relaunch ist die technische Performance. Google bewertet Core Web Vitals (Ladezeit, Interaktivität, visuelle Stabilität) als Rankingfaktor. Eine neue Website, die langsamer lädt als die alte, ist kein Fortschritt. Gute Performance kostet Zeit: Bild-Optimierung, Lazy Loading, Caching-Konfiguration (auf LiteSpeed-Servern z.B. mit LiteSpeed Cache), minimierte CSS- und JS-Dateien. Bei meinen WordPress-Projekten plane ich dafür pauschal 5-8 Stunden ein - das sind 400 bis 960 EUR, die im Angebot explizit auftauchen sollten.

Wer zusätzlich auf ein CDN (Content Delivery Network) setzt, zahlt monatlich 10 bis 30 EUR mehr, gewinnt dafür aber messbar schnellere Ladezeiten besonders für Besucher aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Für Shops mit internationaler Kundschaft ist das keine Option, sondern Pflicht.

Ein letzter Punkt, der zu wenig Aufmerksamkeit bekommt: der technische Abnahmetest vor dem Live-Gang. Alle gängigen Browser, mobil und Desktop, verschiedene Bildschirmgrößen, alle Formulare, alle Bestellprozesse, alle Weiterleitungen. Wer das sorgfältig macht, braucht 4 bis 8 Stunden. Wer es weglässt, findet Fehler im Live-Betrieb - dann kostet das mehr, weil Kunden bereits betroffen sind. Für Ihren nächsten Relaunch oder Online-Shop bin ich gerne der Ansprechpartner, der diese Punkte von Anfang an im Projektplan verankert.

Häufige Fragen

Was kostet ein einfacher Website-Relaunch für ein kleines Unternehmen?

Für eine kleine Unternehmenswebsite mit bis zu 10 Unterseiten, angepasstem Premium-Theme und grundlegender SEO-Migration liegen die Kosten 2026 typischerweise zwischen 2.500 und 6.000 EUR. Individuelle Designwünsche, Mehrsprachigkeit oder ein angebundener Shop treiben den Preis nach oben. Monatliche Folgekosten für Hosting und Wartung kommen ab etwa 50-150 EUR hinzu.

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Ein kompakter Relaunch einer Unternehmenswebsite dauert realistisch 4-8 Wochen, wenn alle Inhalte bereits vorliegen. Fehlen Texte, Bilder oder müssen viele Abstimmungsrunden eingerechnet werden, verlängert sich das Projekt auf 3-4 Monate. Großprojekte mit individuellem Design und Shop-Migration können 6 Monate und mehr in Anspruch nehmen.

Muss ich beim Relaunch die DSGVO neu beachten?

Ein Relaunch ist ein guter Zeitpunkt, Datenschutzerklärung und Impressum auf den aktuellen Stand zu bringen. Das TMG wurde durch das DDG (seit Mai 2024) abgelöst, das frühere TTDSG heißt seit Mai 2024 TDDDG. Als Webentwickler unterstütze ich bei der technischen Umsetzung - für konkrete Rechtsberatung empfehle ich einen Anwalt oder Dienste wie eRecht24.

Was treibt die Website Relaunch Kosten am stärksten nach oben?

Individuelles Design nach Kundenvorgaben kostet 3-5 Mal mehr als ein angepasstes Premium-Theme. Weitere Preistreiber sind komplexe Datenbankmigrationen, umfangreiche SEO-Aufbereitung (Redirects, Keyword-Mapping), Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit nach BFSG und die nachträgliche Integration von E-Commerce-Funktionen. Viele Projekte werden teurer, weil Umfang und Wünsche während des Projekts wachsen.

Lohnt sich ein Festpreis oder besser nach Stunden abrechnen?

Für klar definierte Projekte ist ein Festpreisangebot die sichere Wahl, weil das Budget planbar bleibt. Stundensätze empfehlen sich, wenn der Umfang noch unklar ist oder viele kleine Änderungen in der Nachphase erwartet werden. Seriöse Anbieter kalkulieren bei Festpreisprojekten ein Änderungsbudget von 10-15 Prozent ein, das im Vertrag transparent ausgewiesen sein sollte.

Kann ich einen Website-Relaunch mit WordPress selbst umsetzen?

Technisch ja - WordPress ist das meistgenutzte CMS der Welt und gut dokumentiert. Aber ein professioneller Relaunch umfasst mehr als das Aufsetzen eines neuen Themes: SEO-Migration, Performance-Optimierung, Datenschutz-Compliance, Barrierefreiheit und Browser-Tests kosten Zeit und Erfahrung. Wer das unterschätzt, riskiert Rankingverluste und rechtliche Lücken.