Wenn Unternehmer mich nach den Kosten für eine neue Website fragen, gebe ich keine pauschale Antwort - weil es keine gibt. Ich erlebe regelmäßig, dass Kunden nach einem kurzen Gespräch feststellen: Der billigste Weg ist nicht immer der günstigste. Und der teuerste nicht immer der beste.

In diesem Artikel schlüssele ich auf, was Website erstellen lassen Kosten in Deutschland 2025 wirklich bedeutet - nach Anbietertyp, Projektgröße und versteckten Folgekosten. Ohne Verkaufsversprechen, dafür mit Zahlen aus meiner täglichen Projektarbeit.

Die drei Wege im Überblick

Wer eine Website braucht, hat im Wesentlichen drei Optionen: Baukastensystem (Wix, Jimdo, Squarespace), Freelancer oder Agentur. Jede Option hat ihre Berechtigung - und ihre Grenzen. Die Entscheidung hängt nicht nur vom Budget ab, sondern vor allem davon, was die Website leisten soll.

Kostenvergleich: Drei Wege zur Website

KriteriumBaukastenFreelancerAgentur
Einstiegskosten0-300 EUR1.500-5.000 EUR5.000-30.000 EUR
Monatliche Kosten15-50 EUR Abo50-200 EUR Wartung150-500 EUR Wartung
Individualitätgeringmittel bis hochhoch
SEO-Potenzialeingeschränktgut (WordPress)sehr gut
KommunikationSelf-Servicedirekt, 1:1via Projektmanager
Skalierbarkeitkaumgutsehr gut

Baukastensysteme: günstig starten, aber mit Haken

Wix, Jimdo und Squarespace werben mit einfacher Bedienung und niedrigen Preisen. Das stimmt - bis zu einem Punkt. Die monatlichen Kosten liegen je nach Paket zwischen 15 und 50 EUR. Wer einen Onlineshop benötigt, zahlt meistens 21 bis 36 EUR pro Monat. Der Einstieg kostet wenig, das ist fair.

Das Problem sehe ich in der Praxis immer wieder: Wer bei Google ernsthaft gefunden werden möchte, stößt mit diesen Plattformen schnell an Grenzen. Die SEO-Möglichkeiten sind eingeschränkt, die Ladezeiten oft schlechter als bei einer optimierten WordPress-Installation, und ein Wechsel zu einem anderen System bedeutet in der Regel einen kompletten Neuaufbau. Hinzu kommt die Plattformabhängigkeit: Wenn der Anbieter seine Preise erhöht oder das Produkt einstellt, haben Sie ein Problem.

Squarespace wird oft für sein Design gelobt - und das zu Recht. Aber Squarespace gehört bei der Ladegeschwindigkeit zu den langsameren Systemen, was sich direkt auf das Google-Ranking auswirkt.

Vorteile

  • Sehr niedriger Einstiegspreis
  • Keine technischen Kenntnisse nötig
  • Schnell online, oft innerhalb eines Tages
  • Hosting und Sicherheit inklusive
  • Für einfache Visitenkarten-Websites ausreichend

Nachteile

  • Eingeschränkte SEO-Möglichkeiten
  • Kaum individuelle Funktionen möglich
  • Plattformabhängigkeit: Wechsel bedeutet Neuaufbau
  • Langfristig teurer als erwartet, da monatliche Kosten dauerhaft anfallen
  • Kein echter Datenschutz-Vorteil gegenüber US-Servern

Für eine digitale Visitenkarte ohne Wachstumsambitionen kann ein Baukasten funktionieren. Sobald Sie Kunden über Google gewinnen wollen, ist dieser Weg eine teure Sackgasse - auch wenn er im ersten Moment günstig wirkt.

Freelancer: der Kompromiss, der oft am besten passt

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland ist ein erfahrener Freelancer die sinnvollste Wahl. Die Stundenpreise liegen 2025 typischerweise zwischen 60 und 120 EUR netto, wobei Spezialisten für komplexe Funktionen auch 150 EUR berechnen. Ein Festpreisprojekt für eine solide Unternehmenswebsite liegt in der Regel zwischen 1.500 und 5.000 EUR.

1.500 - 5.000 EURtypische Projektkosten beim Freelancer
60 - 120 EURStundensatz Webdesign-Freelancer Deutschland 2025
2-4 Wochentypische Projektdauer für eine Unternehmenswebsite

Bei einem Kundenprojekt aus Hamburg - eine Steuerberaterin, 5 Seiten, WordPress - haben wir für 2.400 EUR netto ein vollständiges Ergebnis geliefert: Custom Design, Kontaktformular, DSGVO-konform, optimierte Ladezeiten, Impressum und Datenschutzerklärung korrekt eingebunden. Die Kundin war über eine Agentur herangekommen, die für dasselbe Ergebnis 8.500 EUR veranschlagt hatte.

Der Vorteil beim Freelancer ist die direkte Kommunikation. Es gibt keine Hierarchien, keinen Account Manager als Mittelsmann. Ich spreche mit dem Kunden direkt, kann Fragen sofort klären und auf Änderungswünsche schnell reagieren. Für KMU, die keine Lust auf lange Freigabeprozesse haben, ist das ein erheblicher Vorteil.

Ein Nachteil: Der Freelancer ist oft alleine. Wenn er krank wird oder überlastet ist, können sich Projekte verzögern. Deshalb lohnt es sich, nach Referenzprojekten zu fragen und sich ein Bild von der Verlässlichkeit zu machen.

Fragen Sie jeden Anbieter explizit nach den Kosten nach Projektende: Wartungsvertrag, Update-Service, Hosting. Die Einmalkosten sind oft nur ein Teil der Gesamtrechnung. Ein Angebot ohne Folgekosten-Angabe ist kein vollständiges Angebot.

Agenturen: wenn das Projekt mehr als eine Website ist

Agenturen berechnen in Deutschland 80 bis 150 EUR pro Stunde. Projekte starten selten unter 5.000 EUR - realistische Unternehmensprojekte mit Strategie, Design und Technik liegen zwischen 8.000 und 25.000 EUR, bei komplexen Portalen auch deutlich darüber.

Das ist dann sinnvoll investiert, wenn Sie ein erfahrenes Team brauchen, das Strategie, UX, Design, Entwicklung und Content aus einer Hand liefert. Für mehrsprachige Websites, Kundenportale oder Online-Shops mit über 1.000 Produkten ist eine Agentur oft die richtige Wahl - vorausgesetzt, die Zusammenarbeit ist gut organisiert.

Ein häufiges Problem: In Agenturen kommen viele Hände ins Spiel. Der Vertrieb macht das Erstgespräch, der Projektmanager koordiniert, der Junior-Entwickler baut. Das muss kein Problem sein, aber Kunden erleben manchmal, dass die im Erstgespräch genannten Senior-Entwickler im echten Projekt gar nicht auftauchen.

Kleinen Handwerksbetrieben, Einzelhändlern oder Dienstleistern mit 5 bis 10 Seiten empfehle ich Agenturen in dieser Preisklasse nicht pauschal. Das Budget lässt sich oft gezielter einsetzen.

Wann macht eine Agentur Sinn?

  • Das Projekt ist komplex: viele Seiten, mehrere Sprachen, individuelles Backend
  • Sie brauchen Strategie, Branding und Webentwicklung aus einer Hand
  • Ihr Budget liegt über 8.000 EUR und Sie haben klar dokumentierte Anforderungen
  • Das Projekt soll in einem festen Zeitrahmen mit definierter Projektleitung laufen
  • Sie wollen einen langfristigen Vertrag mit Service-Level und Reaktionszeiten

Die versteckten Kosten: was nach dem Launch kommt

Was viele beim Vergleich unterschätzen oder ganz vergessen: Die Erstellungskosten sind nur ein Teil. Eine WordPress-Website braucht laufende Wartung. Updates, Sicherheits-Patches, Backups - das kostet Zeit und Geld. Ohne diesen Service wird die Website zur Sicherheitslücke.

Planen Sie realistisch:

  • Hosting und Domain: 10 bis 20 EUR pro Monat bei einem deutschen Anbieter (All-Inkl., Strato, Hetzner)
  • Wartungspaket Freelancer: 50 bis 150 EUR pro Monat
  • Wartungspaket Agentur: 150 bis 500 EUR pro Monat
  • Premium-Plugins (SEO, Formulare, Cache, Sicherheit): 100 bis 300 EUR pro Jahr
  • Professionelle Fotos und Texte: je nach Umfang 500 bis 2.000 EUR einmalig

Den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Angebot erkennt man oft nicht am Preis, sondern daran, ob diese Punkte klar aufgeschlüsselt sind.

Ohne regelmäßige Updates ist eine WordPress-Website ein Sicherheitsrisiko. In meiner Praxis sehe ich gehackte Websites fast immer bei Kunden, die seit Monaten keine Updates eingespielt haben. Ein kompromittierter Server kann auch andere Websites auf demselben Hosting gefährden.

Das BFSG seit Juni 2025: was Sie wissen müssen

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es betrifft Online-Shops und bestimmte Websites, die Dienstleistungen an Verbraucher anbieten. Die technischen Anforderungen basieren auf dem WCAG 2.1 Standard in Stufe AA - das umfasst unter anderem ausreichende Farbkontraste, Tastaturnavigation, Alt-Texte für Bilder und klar beschriftete Formulare.

Wichtig: Reine Informationsseiten fallen in der Regel nicht darunter. Auch Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von maximal 2 Millionen EUR sind ausgenommen. Ich bin Webentwickler, kein Anwalt - ob Ihr konkretes Projekt betroffen ist, sollten Sie im Zweifelsfall rechtlich klären lassen.

Für neue Projekte, die unter das BFSG fallen, bedeutet barrierefreies Bauen erfahrungsgemäß 10 bis 20 Prozent höhere Entwicklungskosten. Wer jetzt neu baut, tut gut daran, das gleich einzuplanen - nachträgliche Anpassungen kosten mehr als von Anfang an sauber umzusetzen.

28.06.2025Geltungsdatum des BFSG für betroffene Websites
10-20%Mehrkosten für WCAG-2.1-konformes Webdesign
100.000 EURmaximales Bußgeld bei BFSG-Verstoß

WordPress: warum es für die meisten Projekte die richtige Basis ist

Nach 13 Jahren und über 120 Projekten - für Kunden in Hamburg, Poznan und dem deutschsprachigen Raum - ist meine Empfehlung in den meisten Fällen WordPress. Nicht weil es perfekt ist, sondern weil es das flexibelste, am besten unterstützte und am weitesten verbreitete System ist. Rund 43 Prozent aller Websites weltweit laufen auf WordPress - das bedeutet: große Community, viele Entwickler, viele Lösungen für jedes Problem.

Für Ihr Unternehmen bedeutet das:

  • Vollständige Datenkontrolle, kein Anbieter-Lock-in
  • Hervorragende SEO-Möglichkeiten mit Tools wie Rank Math
  • Skalierbar: von der Visitenkarte bis zum Onlineshop mit hunderten Produkten
  • Tausende geprüfter Themes und Plugins für fast jede Anforderung
  • Große Entwickler-Community, falls Sie je den Anbieter wechseln möchten

Die Kosten für eine professionelle WordPress-Website liegen beim Freelancer zwischen 2.000 und 5.000 EUR für ein typisches KMU-Projekt. Das ist eine einmalige Investition, die sich bei konsequenter SEO-Arbeit innerhalb von 12 bis 18 Monaten amortisieren kann.

Bei einem Handwerksbetrieb aus dem Hamburger Umland haben wir eine WordPress-Seite für 2.800 EUR aufgebaut - sauber strukturiert, schnell, mobiloptimiert. Sechs Monate nach dem Launch kamen 40 Prozent der Neukunden über Google. Vorher war das null. Das ist kein Einzelfall.

Wenn Sie auch über einen Online-Shop nachdenken, ist WordPress mit WooCommerce in vielen Fällen die günstigste professionelle Lösung - vor allem gegenüber Shopify oder anderen Abomodellen, die auf Dauer teurer werden.

Checkliste: Was ein seriöser Anbieter liefern sollte

  • Klarer Projektplan mit Meilensteinen und realistischen Deadlines
  • Festpreisangebot oder nachvollziehbares Stunden-Budget mit Obergrenze
  • Referenzen und nachweisbare Erfahrung in Ihrer Branche
  • DSGVO-konformes Setup: Datenschutzerklärung, Impressum, Cookie-Banner
  • SSL-Zertifikat inklusive
  • Übergabe aller Zugangsdaten nach Projektabschluss
  • Optionales Wartungspaket mit klar definierten Leistungen
  • Angabe der laufenden Kosten (Hosting, Updates, Lizenzen)

Mein Fazit: Was sich wirklich rechnet

Wer eine Website nur als digitale Visitenkarte braucht und keine Zeit hat, sich mit Technik zu befassen, kann mit einem Baukasten starten. Wer seine Website als Werkzeug versteht - um Kunden zu gewinnen, Vertrauen aufzubauen, bei Google sichtbar zu sein und langfristig zu wachsen - sollte in eine professionelle Lösung investieren. Die Differenz zwischen 300 EUR Baukasten und 3.000 EUR WordPress-Website kann sich durch einen einzigen gewonnenen Kunden amortisieren.

Die Frage ist nicht: Was kostet eine Website? Die eigentlich wichtige Frage ist: Was kostet es mich, keine funktionierende Website zu haben?

Wenn Sie wissen wollen, was ein Projekt für Ihr Unternehmen konkret kosten würde, schauen Sie sich meine Webseiten-Leistungen an oder schreiben Sie mir direkt über den Kontakt. Ich kalkuliere gerne konkret - ohne Formular-Höflichkeit und ohne versteckte Posten.

Häufige Fragen

Was kostet eine einfache Unternehmenswebsite in Deutschland 2025?

Eine einfache Unternehmenswebsite mit 5-8 Seiten kostet beim Freelancer typischerweise 1.500 bis 3.500 EUR. Eine Agentur beginnt für dasselbe Projekt meist bei 4.000 bis 7.000 EUR. Baukastensysteme liegen bei 0 bis 300 EUR Einmalkosten plus 15 bis 40 EUR monatlich.

Wann lohnt sich ein Baukasten wie Wix oder Jimdo?

Baukastensysteme lohnen sich, wenn Sie ein sehr begrenztes Budget haben, keine SEO-Ambitionen und nur eine digitale Visitenkarte brauchen. Sobald Sie bei Google gefunden werden wollen, individuelle Funktionen benötigen oder langfristig wachsen möchten, kommen Sie an WordPress oder einer professionellen Lösung kaum vorbei.

Was ist der Unterschied zwischen Freelancer und Agentur beim Webdesign?

Ein Freelancer arbeitet direkt, oft ohne Overhead - das macht ihn günstiger und direkter in der Kommunikation. Eine Agentur bringt ein Team aus Designer, Entwickler, Texter und Projektmanager mit - das lohnt sich bei komplexen Projekten mit hohem Abstimmungsbedarf. Für KMU ist ein erfahrener Freelancer oft die bessere Wahl.

Was kostet eine WordPress-Website vom Profi?

Eine professionelle WordPress-Website kostet vom Freelancer 2.000 bis 5.000 EUR, von einer spezialisierten Agentur 5.000 bis 15.000 EUR. Das hängt stark von der Seitenanzahl, dem Design-Aufwand und den benötigten Funktionen ab. Laufende Wartung kommt mit 50 bis 200 EUR pro Monat hinzu.

Muss meine Website seit 2025 barrierefrei sein?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit dem 28. Juni 2025 - jedoch nicht für alle Websites. Betroffen sind vor allem Online-Shops und bestimmte Dienstleistungs-Websites, die sich an Verbraucher richten. Reine Informationsseiten und Kleinstunternehmen mit unter 10 Mitarbeitern und maximal 2 Millionen EUR Jahresumsatz sind ausgenommen. Ich empfehle, das im Einzelfall rechtlich prüfen zu lassen.

Welche laufenden Kosten kommen nach der Website-Erstellung dazu?

Rechnen Sie mit 10 bis 20 EUR pro Monat für Hosting und Domain bei einem deutschen Anbieter. Dazu kommen Wartung und Updates: beim Freelancer 50 bis 150 EUR monatlich, bei einer Agentur gern 200 EUR aufwärts. SSL-Zertifikat ist heute meist inklusive. Baukastensysteme sind hier vermeintlich einfacher - aber der Monatsbeitrag läuft dauerhaft.