Freelancer oder Agentur für die Website: Was lohnt sich wirklich?
Ob Freelancer oder Agentur für die Website die bessere Wahl ist, hängt vor allem von Budget, Projektkomplexität und dem Bedarf an direktem Kontakt ab. Als Hamburger WordPress-Freelancer erkläre ich, wo welches Modell wirklich Sinn ergibt.
Wenn ein neuer Interessent mich anruft und fragt, ob er mich oder lieber eine Agentur beauftragen soll, antworte ich ehrlich: Das kommt darauf an. Nicht auf meine Auftragslage, sondern auf sein Projekt, sein Budget und darauf, wie er arbeiten möchte.
Nach 13 Jahren und über 120 Projekten für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland habe ich beide Welten aus nächster Nähe erlebt. Ich erkläre Ihnen in diesem Artikel, wann welches Modell wirklich Sinn ergibt - und wo die Unterschiede jenseits des Preisschilds liegen.
Was kostet eine Website wirklich: Freelancer vs. Agentur
Der Preisunterschied ist real und erheblich. Für eine professionelle Unternehmenswebsite mit 5-10 Seiten, WordPress, Responsive Design und Basis-SEO-Einrichtung rechnen Sie:
Die Preisdifferenz kommt nicht daher, dass Agenturen bessere Arbeit liefern. Sie entsteht durch den Overhead: Büromiete, Vertrieb, Projektmanagement als eigene Stelle, Junioren die lernen, während Ihr Projekt läuft. All das zahlen Sie mit.
Ein Freelancer hat diese Strukturkosten nicht. Wenn ich an Ihrem Projekt arbeite, arbeite ich selbst daran - nicht ein Junior, der mir dann Bericht erstattet. Das bedeutet für Sie: mehr Arbeitsstunden am eigentlichen Projekt für denselben Budgetbetrag.
Der Faktor, den kaum jemand im Preisvergleich nennt: direkte Kommunikation
Bei einem Kundenprojekt aus Hamburg, einem Sanitärbetrieb mit drei Filialen, hatte ich die Aufgabe, eine bestehende Agentur-Website zu übernehmen. Die Dokumentation bestand aus zwei Seiten PDF. Der Projektmanager, der das Projekt betreut hatte, war seit sechs Monaten nicht mehr im Unternehmen. Niemand wusste, warum das Kontaktformular bestimmte E-Mails verschluckte.
Das ist kein Einzelfall. In Agenturen rotieren Mitarbeiter. Was Sie als "Ihre Agentur" kennen, ist oft ein wechselndes Team, das Ihr Projekt aus einer Ticketliste kennt. Sie erklären Ihren Betrieb, Ihre Zielgruppe und Ihre Anforderungen immer wieder von vorne - an einen neuen Projektmanager, an einen neuen Entwickler.
Bei einem Freelancer sprechen Sie immer mit derselben Person. Die Person, die Ihnen das Angebot gemacht hat, baut die Website, beantwortet Ihre Rückfragen und ist in einem Jahr noch da, wenn Sie eine neue Unterseite brauchen. Es gibt keine interne Weiterleitung, kein Ticket-System, kein "ich leite das an die technische Abteilung weiter".
Fragen Sie vor der Beauftragung explizit: Wer ist mein direkter Ansprechpartner für technische Rückfragen? Wird diese Person auch die Programmierarbeit übernehmen? Bei Agenturen ist die Antwort oft: ein Projektmanager zwischen Ihnen und dem Entwickler.
Was eine Agentur besser kann
Ich sage das ohne Selbstunterschätzung: Es gibt Projekttypen, bei denen eine Agentur die sinnvollere Wahl ist.
Vorteile
- Mehrere Spezialisten gleichzeitig verfügbar (Design, Development, SEA, PR)
- Kapazität für sehr große Projekte mit festen Deadlines und vielen parallelen Tracks
- Formale Strukturen (SLA-Verträge, Datenschutzvereinbarungen nach AVV, dedizierter Account Manager)
- Branchenexpertise in spezifischen Sektoren möglich (z.B. Healthcare, Finance)
- Ausfallsicherheit bei Krankheit oder Urlaub durch mehrköpfiges Team
Nachteile
- Deutlich höhere Kosten bei vergleichbarem Ergebnis für Standard-Projekte
- Kommunikation über Zwischenschichten (Projektmanager, Ticketsystem)
- Personalfluktuation bedeutet Wissensverlust über Ihr Projekt
- Manche Agenturen beauftragen für die Umsetzung selbst wieder Freelancer
- Kleine Kunden werden intern oft niedrig priorisiert
Konkret: Wenn Sie einen gleichzeitigen Launch in drei Sprachen planen, dabei eine eigene App integrieren, eine Werbekampagne starten und alle Texte von einer Redaktion schreiben lassen - dann macht eine größere Agentur Sinn. Für eine Unternehmenswebsite eines Handwerkers, Beraters oder lokalen Händlers in Deutschland sind diese Anforderungen selten gleichzeitig gegeben.
Die richtige Frage: Nicht Freelancer oder Agentur, sondern welcher Freelancer
Der Vergleich "Freelancer vs. Agentur" ist etwas irreführend. Es gibt exzellente Agenturen mit eingespielten Teams - und es gibt Freelancer, die sich für alles zuständig erklären und am Ende nichts richtig können. Die Qualität hängt am einzelnen Menschen, nicht am Modell.
Was Sie bei der Auswahl eines Freelancers konkret prüfen sollten:
Checkliste: Seriöser Freelancer - diese Punkte prüfen
- Vollständiges Impressum mit ladungsfähiger Adresse und Steuernummer prüfen
- Referenz-URLs aufrufen - echte Live-Websites, keine Screenshots oder Mockups
- Technischen Stack erfragen: WordPress? Welche Plugins, welches Hosting wird empfohlen?
- Fragen, ob Kundenkontakt für eine Rückmeldung möglich ist
- Vertragsklausel zu Code-Eigentum und Zugängen vor Unterschrift lesen
- Reaktionszeit bei Wartungsanfragen klären (24h, 48h, 72h?)
- DSGVO-konforme Einbindung von Tools und Diensten ansprechen
- Klären, ob Festpreis oder Stundenbasis - und was bei Mehraufwand passiert
Ein guter spezialisierter Freelancer kennt seine Grenzen. Wenn ich ein Projekt anfrage, das intensive UX-Research-Phasen mit Nutzerinterviews erfordert, sage ich das offen und empfehle, dafür jemanden hinzuzuziehen. Was ich nicht tue: alles versprechen und dann still outsourcen.
Sie können auf der Seite zu meinen WordPress-Website-Leistungen sehen, womit ich konkret arbeite und was mein Angebot abdeckt.
Kosten nach Projekttyp: Ein realistischer Überblick
Website-Kosten Vergleich: Freelancer vs. Agentur 2025
| Projekttyp | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|
| Visitenkarten-Website (3-5 Seiten) | ab 1.000 EUR | ab 2.500 EUR |
| Unternehmenswebsite (5-10 Seiten) | 1.500 - 5.000 EUR | 6.000 - 15.000 EUR |
| WooCommerce-Shop (einfach) | 3.000 - 7.000 EUR | 8.000 - 20.000 EUR |
| WooCommerce-Shop (komplex) | 7.000 - 15.000 EUR | 15.000 - 40.000 EUR |
| Laufende Wartung (monatlich) | 80 - 250 EUR | 150 - 500 EUR |
Diese Zahlen sind Nettopreise und Richtwerte für den deutschen Markt 2025/2026. Die Varianz ist groß - ein Freelancer mit 15 Jahren Spezialisierung kostet mehr als ein Berufseinsteiger, der sich als Freelancer bezeichnet. Der niedrigste Preis ist selten der beste Preis. Entscheidend ist das Verhältnis von Preis zu nachgewiesener Erfahrung.
Bei Agenturen kommt außerdem hinzu: Viele mittlere Agenturen in deutschen Städten beauftragen für die eigentliche WordPress-Entwicklung selbst externe Freelancer. Sie zahlen dann Agenturmargen für eine Leistung, die ein spezialisierter Freelancer direkt erbringt - ohne die Zwischenschicht.
Was nach dem Launch passiert: Wartung und Kontinuität
Ein unterschätzter Aspekt ist die Zeit nach dem Launch. Ihre Website ist kein einmaliges Projekt. WordPress veröffentlicht regelmäßig Security-Updates, Plugins müssen gepflegt werden, Inhalte ändern sich, neue Leistungen kommen dazu. Ohne laufende Betreuung veraltert eine Website schneller als man denkt.
Bei einem Kundenprojekt aus dem Raum Hamburg, einem kleinen Versicherungsmakler, betreue ich die Website seit vier Jahren. In dieser Zeit habe ich jedes Detail dieser Seite im Kopf: die Datenbankstruktur, den Custom-Post-Type für Produkte, die Eigenheiten des Hosting-Anbieters. Wenn das Kontaktformular einen Fehler wirft oder eine neue gesetzliche Anforderung eine Anpassung erfordert, brauche ich keine Einarbeitungszeit.
Genau das verlieren Sie, wenn Sie bei einer Agentur den Projektmanager wechseln oder die Agentur Ihr Budget als nicht lukrativ genug einstuft und Sie intern niedrig priorisiert. Dann warten Sie Tage auf Rückmeldung für etwas, das in einer Stunde erledigt sein könnte.
Laufende Wartungskosten für eine professionell betriebene WordPress-Website liegen in Deutschland bei etwa 400 bis 1.500 EUR pro Jahr, abhängig von Hosting-Qualität, Monitoring-Tools und Aktualisierungsaufwand. Das gilt unabhängig davon, ob ein Freelancer oder eine Agentur die Betreuung übernimmt.
BFSG, DSGVO und rechtliche Anforderungen: Wer kümmert sich darum?
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Für Online-Shops, die Produkte verkaufen, ist Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 Level AA gesetzlich vorgeschrieben. Kleinstunternehmen mit unter zehn Mitarbeitern und maximal 2 Millionen EUR Jahresumsatz, die ausschließlich Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Für Produktverkauf gilt die Ausnahme nicht.
Hinzu kommen DSGVO-Anforderungen, die schon länger gelten: Cookie-Einwilligung nach aktuellem Stand, Datenschutzerklärung, Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Hosting-Anbieter. Das frühere TTDSG heißt seit Mai 2024 TDDDG. Das TMG wurde durch das DDG abgelöst.
Ich bin Webentwickler, kein Anwalt - für rechtsverbindliche Einschätzungen zu Ihrer konkreten Situation empfehle ich einen Fachanwalt für IT-Recht. Was ich tun kann: die technische Umsetzung so gestalten, dass sie die Grundlage für Compliance schafft - korrekte Cookie-Integration, saubere Datenverarbeitung, technisch konforme Formulare.
Ein seriöser Anbieter - ob Freelancer oder Agentur - sollte diese Themen kennen und von sich aus ansprechen. Wenn im Erstgespräch kein Wort über DSGVO oder das Impressum fällt, ist das ein deutliches Warnsignal.
Mehr dazu, wie ich technisch saubere und rechtlich fundiert aufgebaute Websites für Unternehmen in Deutschland umsetze, finden Sie auf meiner Leistungsseite.
Projektplanung: Was Sie vor der Anfrage klären sollten
Unabhängig davon, ob Sie einen Freelancer oder eine Agentur beauftragen - je klarer Ihre Anforderungen, desto genauer das Angebot und desto weniger Überraschungen später im Projekt.
Drei Fragen, die Sie vor der ersten Anfrage beantworten sollten:
Was soll die Website leisten? Reiner Informationsauftritt, Leadgenerierung über Kontaktformulare, direkter Produktverkauf oder eine Kombination? Das bestimmt den Funktionsumfang und damit den Preis erheblich.
Wer pflegt die Inhalte danach? Wenn Sie Texte und Bilder selbst aktualisieren wollen, brauchen Sie ein einfach bedienbares Backend. WordPress mit Gutenberg oder einem Page-Builder ist dafür gut geeignet. Wenn externe Redakteure arbeiten, braucht es klar definierte Rollen und eine kurze Einweisung.
Welches Budget ist realistisch? Konkrete Zahlen nennen, nicht "so günstig wie möglich". Ein erfahrener Entwickler kann mit einem klaren Budget besser planen als auf ein vages "wir haben etwas gespart". Kein seriöser Anbieter wird Sie für eine ehrliche Budgetangabe ablehnen.
Vorsicht vor Agenturen, die günstige Preise anbieten und dann für die Umsetzung externe Freelancer beauftragen, ohne das zu kommunizieren. Sie zahlen dann Agenturpreise für Freelancer-Arbeit, ohne die Vorteile des direkten Kontakts zu haben. Fragen Sie vor der Beauftragung explizit: Wer schreibt den Code?
Meine Empfehlung nach 13 Jahren Praxis
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland gilt: Ein spezialisierter Freelancer mit nachweisbaren Referenzen, klarem Vertrag und gutem Kommunikationsstil ist die bessere Wahl. Sie sparen Geld, haben einen direkten Draht zum Menschen, der Ihre Website tatsächlich baut, und behalten die Kontinuität über Jahre.
Eine Agentur lohnt sich, wenn Sie wirklich parallele Spezialdisziplinen brauchen, ein fixes Team mit SLA-Vertrag benötigen oder das Projekt so komplex ist, dass eine einzelne Person es kapazitätsseitig nicht stemmen kann.
Das entscheidende Kriterium ist am Ende nicht das Label auf der Visitenkarte, sondern die nachgewiesene Erfahrung, die Referenzen und die Bereitschaft zur klaren Kommunikation. Beides - Freelancer und Agentur - kann das liefern. Prüfen Sie konkret, nicht pauschal.
Wenn Sie unsicher sind, ob mein Leistungsprofil zu Ihrem Projekt passt, schauen Sie auf meine Webseiten-Leistungsseite oder schreiben Sie mir über Kontakt. Ich antworte ehrlich - auch wenn die Antwort sein sollte, dass jemand anderes besser geeignet ist.
Ein Freelancer berechnet für eine Unternehmenswebsite (5-10 Seiten, WordPress, Responsive Design, Basis-SEO) in der Regel 1.500 bis 5.000 EUR netto. Eine vergleichbare Agenturleistung kostet meistens 6.000 bis 15.000 EUR. Die Preisdifferenz entsteht durch geringeren Overhead beim Freelancer: kein Büromiete für 20 Mitarbeiter, kein Vertrieb, kein Projektmanager als Zwischenschicht. Eine Agentur lohnt sich, wenn das Projekt wirklich parallele Spezialdisziplinen erfordert, die nicht in Folge erledigt werden können. Beispiel: ein Relaunch, bei dem gleichzeitig ein Grafik-Team, ein SEA-Spezialisten-Team und Backend-Entwickler an verschiedenen Systemen arbeiten. Für die meisten KMU in Deutschland ist das nicht der Fall. Prüfen Sie: Gibt es ein echtes Impressum mit ladungsfähiger Adresse? Sind Referenz-URLs lebende Websites (nicht nur Screenshots)? Kann der Freelancer Kundenkontakt herstellen für eine Rückfrage? Ein guter Freelancer zeigt den Code (z.B. GitHub) oder erklärt seine technische Stack-Wahl. Pauschale Aussagen wie 'wir machen alles' ohne Schwerpunkt sind ein Warnsignal. Das ist das häufigste Gegenargument, und es ist berechtigt. Die Antwort liegt im Vertrag: Seriöse Freelancer übergeben kompletten Code-Zugang, Dokumentation und Admin-Zugänge. Bei WordPress ist das ohnehin der Standard - Sie können jederzeit einen anderen Entwickler beauftragen. Klären Sie vor Vertragsschluss, wem alle Zugänge gehören. Das BFSG gilt seit dem 28. Juni 2025. Für Online-Shops, die Produkte verkaufen, ist Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 Level AA Pflicht. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und maximal 2 Millionen EUR Jahresumsatz, die ausschließlich Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Ich bin Webentwickler, kein Anwalt - für rechtsverbindliche Beratung wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt. Ja, und das ist sogar ein Vorteil. Ein Freelancer, der Ihre Website von Grund auf gebaut hat, kennt jeden Code-Block und jede Entscheidung dahinter. Updates, neue Unterseiten oder technische Fehlerbehebung gehen schneller als bei einer Agentur, wo jedes Mal ein anderer Junior-Entwickler die Datenbankstruktur neu lernen muss.Häufige Fragen
Was kostet eine professionelle Website beim Freelancer im Vergleich zur Agentur?
Wann ist eine Agentur die bessere Wahl?
Wie erkenne ich einen seriösen Freelancer?
Was passiert mit meiner Website, wenn der Freelancer aufhört zu arbeiten?
Muss meine neue Website das BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) erfüllen?
Kann ein Freelancer auch langfristige Wartung und Support übernehmen?
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