Wer im B2B-Bereich einen Onlineshop aufbauen will, stößt früher oder später auf Shopware - und das aus gutem Grund. Das System stammt aus Deutschland, wird in Schöppingen entwickelt und hat seit Jahren einen Fokus auf Großhandel und Industriehandel, der sich in der Architektur spiegelt. Kein Plugin-Flickenteppich für Grundanforderungen, kein Workaround für Netto-Preise, kein Umweg für Firmenkonten mit mehreren Käufern.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie ein B2B Onlineshop mit Shopware konkret aussieht: welche Funktionen das System nativ mitbringt, wie der Aufbau abläuft, was er wirklich kostet - und wo die Grenzen liegen. Nach 13 Jahren Shopentwicklung und über 120 Projekten, darunter einige B2B-Plattformen für Hersteller und Großhändler in Deutschland, kann ich Ihnen eine ehrliche Einschätzung geben.

Warum Shopware für B2B besser aufgestellt ist als die meisten Alternativen

Der entscheidende Unterschied zu WooCommerce oder Shopify ist die Architektur. Shopware 6 wurde von Grund auf als API-first-System gebaut, mit einem Admin, der auf Vue.js läuft, und einer Storefront, die sich über Composable Commerce komplett austauschen lässt. Für B2B bedeutet das: Firmenkonten, Rollen, Preislisten und Freigabe-Workflows sind keine Add-ons, die man obendrauf klebt - sie sind Teil des Datenbankmodells.

WooCommerce B2B funktioniert, wenn die Anforderungen überschaubar sind. Sobald Sie aber individuelle Preise pro Abnehmer, mehrstufige Bestellfreigaben für 50 Einkäufer in einem Unternehmen, oder eine direkte ERP-Anbindung ohne manuellen Datenexport brauchen, wird der Plugin-Stack in WooCommerce schnell unübersichtlich. Ich habe Shops gesehen, die mit sieben verschiedenen B2B-Plugins versuchen, das abzubilden, was Shopware Evolve nativ liefert. Das ist weder wartbar noch skalierbar.

Shopware vs. WooCommerce für B2B

KriteriumShopware EvolveWooCommerce + Plugins
Nativo KundengruppenJa, unbegrenztÜber Plugin (z. B. B2B King)
Staffelpreise pro KundengruppeJa, nativPlugin erforderlich
Individuelle Preislisten pro FirmaB2B ComponentsPlugin, oft instabil
Freigabe-WorkflowsB2B Components (Approval Rules)Nicht verfügbar nativ
AngebotsverwaltungB2B ComponentsPlugin, begrenzt
Netto-Anzeige nach LoginNativ konfigurierbarPlugin erforderlich
ERP-Integration APIREST API nativWooCommerce REST API
GMV-basiertes LizenzmodellJa (ab 1 Mio. Community Edition)Nein, kostenlos

Shopware-Editionen im Überblick: Was ist für B2B relevant

Seit März 2025 gilt für die Community Edition eine Fair Usage Policy: Wer mehr als 1 Million EUR Jahresumsatz über den Shop abwickelt, muss mindestens in den Rise-Plan wechseln. Ab April 2026 meldet Shopware den GMV automatisch über die Version 6.7.8+, ein manuelles Reporting ist damit Geschichte.

Die drei kommerziellen Pläne sind Rise (ab 600 EUR/Monat netto), Evolve (ab 2.400 EUR/Monat netto) und Beyond (ab 6.500 EUR/Monat netto). Für einen echten B2B-Shop ist Evolve die untere Grenze - erst dort sind die B2B Components enthalten, ohne die Angebotsverwaltung, individuelle Preislisten pro Debitor und Freigabe-Workflows nicht funktionieren.

ab 600 EUR/MonatShopware Rise (Einstieg, ohne B2B Components)
ab 2.400 EUR/MonatShopware Evolve (mit B2B Components, ideal für Großhandel)
1 Mio. EUR GMV/JahrCommunity Edition: kostenlos bis zu dieser Schwelle
35.000-90.000 EURTypische Implementierungskosten für mittlere B2B-Projekte

Bei einem Kunden aus der Industrie in Norddeutschland haben wir den Einstieg mit der Community Edition gemacht - der Shop hatte im ersten Jahr unter 800.000 EUR Umsatz. Im zweiten Jahr haben wir rechtzeitig auf Rise gewechselt, bevor der GMV-Grenzwert überschritten wurde. Wer das Wachstum einplant, sollte die Lizenzstruktur von Anfang an in die Kalkulation aufnehmen.

B2B Components: Die 6 Module im Detail

Die alte B2B Suite, die jahrelang das Standard-Werkzeug für Shopware-B2B-Projekte war, befindet sich im Maintenance Mode und wird mit Shopware 6.8 nicht mehr unterstützt. Neue Projekte sollten ausnahmslos auf die B2B Components aufsetzen, die mit Version 6.7.8 (März 2026) weiter ausgebaut wurden.

Die Components sind modular: Jedes der sechs Module lässt sich unabhängig aktivieren und konfigurieren. Das ist ein echter Vorteil gegenüber der alten Suite, die entweder komplett aktiv war oder gar nicht.

Individual Pricing - Das wichtigste Modul für Großhändler: Jedem Debitor oder jeder Kundengruppe wird eine eigene Preisliste zugewiesen. Das bedeutet, dass Käufer A für Artikel X einen anderen Preis sieht als Käufer B - ohne dass einer vom anderen weiß. Staffelpreise (ab 10 Einheiten Preis A, ab 50 Einheiten Preis B) sind direkt am Produkt konfigurierbar, kundengruppenbezogen differenzierbar. Für Hersteller mit unterschiedlichen Händlerklassen (Platin, Gold, Standard) ist das ohne Aufwand abbildbar.

Quick Order - Stammkunden, die täglich dieselben Artikel bestellen, wollen keine Produktsuche. Mit der Schnellbestellung geben sie Artikelnummern oder eine CSV-Datei ein und haben den Warenkorb in Sekunden gefüllt. Bei einem Kunden aus dem Großhandel für Büromaterial hat das die durchschnittliche Bestellzeit von 8 auf unter 2 Minuten reduziert.

Angebotsverwaltung - Händler können im Shop eine Angebotsanfrage stellen, die Ihr Vertriebsteam im Admin bearbeitet und als verbindliches Angebot zurücksendet. Der Kunde akzeptiert mit einem Klick und das Angebot wird zur Bestellung. Das ersetzt E-Mail-Korrespondenz und manuelle Auftragserfassung.

Employee Management - Firmenkonten sind nicht einfach einzelne Nutzer. Ein Großhandelskunde kann 20 Einkäufer haben, jeder mit anderen Berechtigungen. Employee Management bildet das ab: Rollen wie Einkäufer, Einkaufsleiter oder Buchhalter erhalten granulare Rechte für Bestellabschluss, Preiseinsicht, Budgetverwaltung und mehr.

Approval Rules - Wenn ein Einkäufer eine Bestellung über 5.000 EUR aufgeben will, muss der Einkaufsleiter freigeben. Diese Regel konfigurieren Sie einmal, danach läuft der Workflow automatisch: Freigabe-E-Mail an den Vorgesetzten, Klick auf "Genehmigen", Bestellung wird ausgelöst. Mehrstufige Freigaben für größere Beträge sind ebenso möglich.

Budget Management - Quartalsbezogene Budgetobergrenzen pro Einkäufer oder Abteilung. Wenn das Budget erschöpft ist, kann nicht weiter bestellt werden. Für Unternehmen mit internen Kostenstellen-Kontrollen ein unverzichtbares Feature.

Checkliste: Ist Shopware Evolve das Richtige für Ihren B2B-Shop?

  • Sie haben Großhandelskunden mit individuellen Preisvereinbarungen
  • Ihre Kunden haben mehrere Einkäufer mit unterschiedlichen Rechten
  • Sie benötigen Freigabe-Workflows für Bestellungen über bestimmte Beträge
  • Sie wollen Angebote direkt im Shop erstellen und verhandeln
  • Sie brauchen eine direkte ERP-Anbindung ohne manuelle Datenpflege
  • Ihr Jahresumsatz überschreitet 1 Mio. EUR oder wird es bald tun
  • Sie planen mit einem Produktkatalog von mehr als 5.000 Artikeln

Kundengruppen und Netto-Anzeige: So funktioniert es in der Praxis

Kundengruppen sind das Fundament jedes Shopware-B2B-Shops. Sie steuern, welcher Kunde welche Preise, welche Produkte und welche Shop-Ansicht sieht. Eine typische Konfiguration in einem Großhandel-Shop:

  • Kundengruppe "Endkunde" sieht Bruttopreise, alle Produkte, kein Großhandelsbereich
  • Kundengruppe "Händler Standard" sieht Nettopreise mit 15% Rabatt auf die UVP
  • Kundengruppe "Händler Premium" sieht Nettopreise mit 22% Rabatt und exklusive Artikel
  • Kundengruppe "OEM-Partner" sieht komplett eigene Preislisten ohne Bezug zur UVP

Die Netto-Anzeige funktioniert dabei so: Nach dem Login eines verifizierten B2B-Kunden zeigt der Shop alle Preise ohne Mehrwertsteuer an. Der Umsatzsteuerbetrag erscheint erst im Checkout separat ausgewiesen - so wie es im B2B-Rechnungsverkehr Standard ist. Für Unternehmen, die innergemeinschaftlich liefern, also an Händler in anderen EU-Ländern ohne deutsche Umsatzsteuer, lässt sich das mit den steuerlichen Einstellungen von Shopware korrekt abbilden. Ich bin Entwickler, kein Steuerberater - die rechtliche und steuerliche Prüfung Ihrer konkreten Konstellation sollte ein Fachmann übernehmen.

Aktivieren Sie die Kundengruppe "Händler" erst nach manueller Prüfung der Unterlagen (Gewerbeschein, UID-Nummer). Die automatische Selbstregistrierung als B2B-Kunde funktioniert in Shopware per Registrierungsformular, aber die Freischaltung der Nettopreise sollte immer manuell durch Ihr Team erfolgen - sonst entstehen steuerliche Risiken.

Staffelpreise werden direkt am Produkt konfiguriert und können pro Kundengruppe unterschiedlich ausfallen. Das Admin-Interface dafür ist in Shopware 6 gut gelöst: Für jedes Produkt sehen Sie eine Tabelle der Preisstufen je nach Menge und Kundengruppe. Bei Produktkatalogen mit mehreren Tausend Artikeln empfiehlt sich der Import per CSV oder direkter ERP-Synchronisation, sonst wird die manuelle Pflege zum Bottleneck.

Angebotssystem: Vom Anfrage-Warenkorb zum verbindlichen Angebot

Das Angebotssystem ist eine der stärksten Differenzierungen von Shopware B2B gegenüber einfacheren Shopsystemen. Es bildet den kompletten Angebotsprozess digital ab:

1. Der Einkäufer legt Artikel in den Warenkorb und klickt "Angebot anfragen" statt "Kaufen".
2. Der Vertrieb sieht die Anfrage im Admin, kann Preise anpassen, Mengen ändern, Sonderkonditionen ergänzen.
3. Das fertige Angebot geht als E-Mail mit direktem Link zurück zum Einkäufer.
4. Der Einkäufer akzeptiert mit einem Klick - das Angebot wird zur verbindlichen Bestellung.
5. Gültigkeitsdatum und Angebotshistorie bleiben im System gespeichert.

Für Hersteller mit variablen Preisen oder projektbezogenem Einkauf ist das deutlich effizienter als der klassische E-Mail-Verkehr. Ein Schrotthandel-Kunde aus dem Ruhrgebiet hat mit dieser Funktion seine Angebotsdurchlaufzeit von durchschnittlich 3,5 Tagen auf unter 4 Stunden verkürzt - allein weil der Vertrieb alle Anfragen an einer Stelle sieht und nicht mehr in der Inbox suchen muss.

Wer noch einen Schritt weiter geht: Der B2B Anfragekorb ermöglicht es, Preise im gesamten Shop auszublenden. Der Shop wird zum reinen Produktkatalog mit Anfragefunktion - keine sichtbaren Preise, keine Kaufen-Buttons, nur Artikelinformationen und Mengenfelder. Das eignet sich für Hersteller, die ausschließlich über den Handel verkaufen und keine Direktpreise kommunizieren wollen.

Wenn Sie Preise komplett ausblenden, stellen Sie sicher, dass die Shop-Seiten trotzdem Google-tauglich sind. Ohne strukturierte Produktdaten (Schema.org) und ohne Preisangabe verliert der Shop an organischer Reichweite. Das ist eine SEO-Entscheidung, die Sie bewusst treffen sollten - Details dazu lesen Sie in meinem Artikel zur SEO-Optimierung.

Wie der Aufbau eines Shopware B2B Shops abläuft

Ein B2B-Shopware-Projekt folgt einem anderen Ablauf als ein einfacher B2C-Shop. Der Hauptunterschied: Die fachliche Konzeptionsphase ist länger und wichtiger, weil viele der B2B-Anforderungen in der Datenarchitektur verankert werden müssen - Preismodelle, Kundengruppen, Rollen, Workflows. Was später geändert wird, kostet mehr.

Phase 1: Anforderungsaufnahme (2-4 Wochen) - Welche Kundengruppen gibt es? Welche Preisregeln gelten pro Gruppe? Gibt es Einkäufer mit Budgetlimits? Soll ein ERP angebunden werden, und wenn ja welches? Wie sieht der Angebotsprozess heute aus? Diese Fragen müssen vor dem ersten Entwicklungstag beantwortet sein.

Phase 2: Theme und Design (4-8 Wochen) - Für B2B-Shops sind Benutzerführung und Schnellbestellfunktionen wichtiger als visueller Anspruch. Das Layout muss trotzdem professionell wirken, weil Einkäufer auch Shopware-Shops bewerten. Ein angepasstes Theme auf Basis der Shopware-Default-Storefront ist der Standardweg.

Phase 3: B2B-Konfiguration (4-6 Wochen) - Kundengruppen, Preislisten, Employee Management, Approval Rules, Angebotssystem - alles wird konfiguriert, testweise befüllt und mit der Fachabteilung abgestimmt.

Phase 4: ERP-Integration (4-12 Wochen je nach System) - Die Anbindung an SAP, Dynamics 365 oder Xentral ist oft der aufwändigste Teil. Artikeldaten, Lagerbestände, Kundenpreise und Bestellstatus müssen bidirektional synchronisiert werden. Hier entscheidet die Qualität der Daten im ERP, wie viel Bereinigungsarbeit nötig ist.

Phase 5: Test und Go-Live (2-4 Wochen) - B2B-Shops sollten intensiver getestet werden als B2C-Shops, weil Fehler in der Preisprüfung oder im Freigabe-Workflow direkt Geschäftsprozesse treffen.

Gesamtdauer für ein mittleres B2B-Projekt: 4 bis 8 Monate. Für Projekte mit komplexer ERP-Integration sind 12 Monate realistisch.

Was Sie vor dem Projektstart klären sollten

  • ERP-System und Version (SAP B1, Dynamics 365, Xentral, Sage - je nach System ändert sich der Integrationsaufwand)
  • Anzahl der Kundengruppen und deren Preislogik (pauschal, prozentual, eigene Preisliste)
  • Geplante Produktanzahl und ob Varianten-Artikel vorhanden sind
  • Ob Mitarbeiter-Accounts mit Rollenmodell benötigt werden
  • Ob Freigabe-Workflows notwendig sind und ab welchem Bestellwert
  • Ob Preise im Shop sichtbar oder versteckt sein sollen
  • Shopware-Edition (Evolve mindestens für B2B Components)
  • Budget für Lizenz, Implementierung und laufenden Betrieb

ERP-Integration: Der kritische Punkt für jedes B2B-Projekt

Kein B2B-Shop funktioniert dauerhaft ohne Anbindung an das bestehende Warenwirtschaftssystem. Lager, Preise, Kundenstammdaten und Bestellungen müssen synchron gehalten werden - manuell ist das ab einer bestimmten Größe schlicht nicht mehr handhabbar.

Shopware 6 bietet hier eine solide Basis: Die REST-API ist vollständig dokumentiert, webhookfähig und ermöglicht Echtzeit-Datenaustausch. Für die DACH-Region relevante Systeme:

  • SAP Business One / S/4HANA - Über zertifizierte Middleware-Lösungen oder Direct-API-Integration. Laut einer Studie von easy.bi berichten Unternehmen nach ERP-Anbindung von 40% schnellerer Auftragsverarbeitung.
  • Microsoft Dynamics 365 Business Central - Verbindung über OData v4, Azure Service Bus als Middleware, gut dokumentiert. Fertiger Connector von mehreren Shopware-Partnern verfügbar.
  • Xentral - Sehr populär im deutschen Mittelstand, native Shopware-Integration, einfach einzurichten.
  • Sage / weclapp - Über API oder iPaaS-Tools wie Celigo oder Alumio.

Der häufigste Fehler, den ich in Projekten sehe: Die ERP-Daten sind nicht sauber. Artikel ohne Bilder, inkonsistente Beschreibungen, fehlerhafte Preisgruppen - all das landet im Shop und muss dort bereinigt werden. Das kostet mehr Zeit als die eigentliche Integration. Planen Sie mindestens zwei Wochen Datenqualitäts-Sprint vor dem Start der technischen Anbindung ein.

Wenn Sie mehr über den Prozess einer Shopsystem-Migration oder eines Neuprojekts erfahren möchten, lesen Sie meinen Artikel zum Thema Shop-Migration ohne Ranking-Verlust - die beschriebenen Prinzipien gelten auch für B2B-Plattformen.

Vorteile

  • Native B2B-Funktionen ohne Plugin-Flickenteppich
  • Flexibles Rollenmodell für Firmenkonten mit mehreren Einkäufern
  • Angebotssystem direkt im Shop integriert
  • API-first-Architektur erleichtert ERP-Anbindungen erheblich
  • Entwickelt in Deutschland, DSGVO-konform von Haus aus
  • Modulare B2B Components: nur aktivieren, was gebraucht wird
  • Community Edition kostenlos bis 1 Mio. EUR GMV/Jahr

Nachteile

  • Evolve-Lizenz (2.400 EUR/Monat) ist für kleine Händler ein hoher Festkostenpunkt
  • B2B Suite läuft aus - bestehende Projekte müssen migriert werden
  • Implementierungskosten höher als bei WooCommerce-Einstiegsprojekten
  • Fachkräftemangel: spezialisierte Shopware-Agenturen sind gefragt und entsprechend teuer
  • Community Edition: ohne Evolve keine nativen B2B Components, nur Basis-Funktionen

Was Shopware-B2B-Projekte wirklich kosten - ehrliche Zahlen

Die Lizenz ist oft nicht das Größte an den Gesamtkosten. Die Implementierung kostet mehr - und das sollten Sie einkalkulieren.

Lizenzkosten (laufend, netto):

  • Community Edition: 0 EUR bis 1 Mio. EUR GMV/Jahr
  • Shopware Rise: ab 600 EUR/Monat
  • Shopware Evolve: ab 2.400 EUR/Monat (Pflicht für B2B Components)
  • Shopware Beyond: ab 6.500 EUR/Monat

Implementierungskosten (einmalig, netto, mit Agentur):

  • Einfaches B2B-Projekt (bis 2 Kundengruppen, kein ERP): 12.000 bis 35.000 EUR
  • Mittleres B2B-Projekt (ERP-Anbindung, Rollenmodell, Angebote): 35.000 bis 90.000 EUR
  • Komplexes Projekt (Industriekunden, mehrstufige Freigaben, Multi-ERP): 90.000 bis 250.000 EUR

Agentur-Stundensatz: 110 bis 180 EUR netto für spezialisierte Shopware-Agenturen in Deutschland.

Laufende Betriebskosten (monatlich, netto):

  • Hosting (Managed Cloud): 200 bis 1.500 EUR je nach Traffic
  • Partner-Retainer für Updates und Support: 500 bis 3.000 EUR
  • Summe Betrieb: 3.000 bis 10.000 EUR/Monat für einen aktiven Mittelstands-B2B-Shop

Der Vergleich mit einem WooCommerce-Onlineshop zeigt: WooCommerce hat keine Lizenzkosten, aber der Plugin-Stack für vollständige B2B-Funktionalität kostet 2.000 bis 8.000 EUR/Jahr, die Implementierung liegt bei 15.000 bis 50.000 EUR - und die Skalierbarkeit stößt früher an Grenzen. Die Gesamtkosten über 3 Jahre sind bei komplexen B2B-Anforderungen oft vergleichbar.

Falls Sie bereits einen bestehenden Shop haben und über einen Wechsel zu Shopware nachdenken, empfehle ich meinen Artikel Von Shopify zu Shopware migrieren - viele der beschriebenen Migrationsprinzipien gelten auch für andere Ausgangssysteme wie Magento oder OXID.

Shopware B2B in der Praxis: Worauf Sie achten sollten

Nach mehreren B2B-Projekten mit Shopware möchte ich einige Punkte hervorheben, die in den meisten Guides nicht auftauchen:

Daten vor dem Go-Live bereinigen. Artikel ohne Bilder, Preise ohne Staffeln, fehlende EAN-Codes - das stört B2B-Kunden mehr als B2C-Kunden, weil sie Profis sind und wissen, was ein guter Katalog leisten muss.

Testkonten für jede Kundengruppe anlegen. Bevor der Shop live geht, sollte jemand aus Ihrem Team als "Händler Standard" einkaufen, als "Händler Premium" einkaufen und als "Einkäufer ohne Freigaberecht" eine Bestellung über dem Limit versuchen. Erst wenn alle Workflows durchgeklickt sind, geht es live.

Onboarding-Prozess für neue Händler definieren. Wie registriert sich ein neuer Großhandelskunde? Wer prüft die Unterlagen? Wer aktiviert die Kundengruppe? Dieser Prozess muss klar dokumentiert sein, bevor der Shop läuft.

B2B Components rechtzeitig einplanen. Wer mit Community Edition startet und später auf Evolve upgradet, muss die B2B Components noch konfigurieren - das ist kein einfaches Einschalten. Wer von Anfang an mit Evolve plant, spart sich diese Hürde.

Ich helfe Händlern und Herstellern in Deutschland, B2B-Plattformen zu konzipieren und zu implementieren. Wenn Sie Ihre Anforderungen besprechen möchten, finden Sie alle Details auf meiner Leistungsseite für Online-Shops oder kontaktieren Sie mich direkt über die Kontaktseite.

Häufige Fragen

Was kostet ein B2B Onlineshop mit Shopware 2026?

Die Lizenzkosten beginnen bei 600 EUR/Monat für Shopware Rise, jedoch sind die vollständigen B2B Components erst ab Shopware Evolve (2.400 EUR/Monat netto) enthalten. Dazu kommen Implementierungskosten mit einer Agentur: mittlere B2B-Projekte kosten 35.000 bis 90.000 EUR einmalig, komplexe Plattformen für Industriekunden 90.000 bis 250.000 EUR und mehr. Hosting und laufender Betrieb schlagen mit rund 3.000 bis 10.000 EUR pro Monat zu Buche.

Was ist der Unterschied zwischen der Shopware B2B Suite und den B2B Components?

Die B2B Suite war ein monolithisches Plugin-Bündel, das ab Shopware 6.8 nicht mehr unterstützt wird und sich im Maintenance Mode befindet. Die B2B Components sind der modulare Nachfolger: Jedes der 6 Module (Individual Pricing, Quick Order, Angebotsverwaltung, Employee Management, Approval Rules, Budget Management) lässt sich unabhängig aktivieren und konfigurieren. Neue Projekte sollten ausschließlich auf B2B Components setzen.

Kann Shopware Netto-Preise nur für gewerbliche Kunden anzeigen?

Ja, genau das ist eines der stärksten nativen Features. Nach dem Login sehen Händler und Wiederverkäufer die Preise ohne Mehrwertsteuer, die Steuer wird erst im Checkout separat ausgewiesen. Privatkunden sehen weiterhin Bruttopreise. Diese Trennung lässt sich pro Kundengruppe konfigurieren, ohne Drittanbieter-Plugins.

Ist Shopware für kleinere B2B-Händler geeignet oder nur für große Unternehmen?

Die Community Edition ist bis 1 Mio. EUR Jahresumsatz kostenlos und eignet sich für den Einstieg. Wer jedoch Freigabe-Workflows, individuelle Preislisten pro Abnehmer oder ein echtes Angebotssystem benötigt, braucht mindestens Evolve - das rentiert sich ab etwa 30 bis 60 aktiven Großhandelspartnern. Kleinsthändler mit wenigen Firmenkunden fahren oft günstiger mit WooCommerce plus B2B-Plugin.

Wie funktioniert die ERP-Integration bei einem Shopware B2B Shop?

Shopware 6 basiert auf einer API-first-Architektur (REST + webhooks), was Integrationen zu SAP Business One, SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365 Business Central, Xentral, Sage und weclapp deutlich erleichtert. Es gibt zertifizierte Middleware-Lösungen sowie fertige Connector-Plugins. Für Dynamics-365-Projekte wird häufig OData v4 mit Azure Service Bus als Middleware eingesetzt.

Was passiert mit bestehenden Shopware B2B Suite Projekten?

Die B2B Suite läuft mit dem Release von Shopware 6.8 aus dem aktiven Support aus. Bestehende Installationen können weiter betrieben werden, erhalten aber keine neuen Features mehr. Eine Migration zu den B2B Components ist empfohlen, erfordert aber Planungsaufwand - vor allem, wenn benutzerdefinierte Rollen und Workflows in der Suite konfiguriert wurden. Frühzeitig damit zu beginnen ist sinnvoll.

Kann ich mit Shopware einen reinen Katalog ohne Preise betreiben?

Ja, über den B2B Anfragekorb lässt sich der Shop als Produktkatalog ohne sichtbare Preise betreiben. Kunden legen Artikel in den Anfrage-Warenkorb, der Shop sendet dann eine Anfrage-E-Mail oder ein Angebot wird manuell erstellt. Diese Konfiguration eignet sich für Hersteller mit variablen Endkundenpreisen oder wenn Preise erst nach Verhandlung kommuniziert werden sollen.

Shopware oder WooCommerce für meinen B2B-Shop - was soll ich wählen?

Wenn Sie komplexe Firmenkonten, mehrstufige Freigabe-Workflows, individuelle Preisvereinbarungen pro Abnehmer und eine skalierbare Plattform für 10.000+ Produkte brauchen, ist Shopware die klarere Wahl. WooCommerce eignet sich gut, wenn Sie bereits ein WordPress-Ökosystem haben, die B2B-Anforderungen überschaubar sind und das Budget für Shopware-Lizenzen nicht vorhanden ist. Ich helfe bei der Entscheidung - am besten nehmen Sie Kontakt auf.