Wenn mich Kunden fragen, wie lange es dauert, eine Firmenwebsite erstellen zu lassen, lautet meine ehrliche Antwort: zwischen 6 und 14 Wochen, je nachdem was Sie mitbringen und wie schnell Entscheidungen fallen. Diese Spanne ist kein Ausweichen, sondern Realität aus 13 Jahren Projektarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland.

Die gute Nachricht: Sie haben selbst erheblichen Einfluss darauf, ob Ihr Projekt in 6 oder eher in 14 Wochen live geht. Was die Uhr wirklich antreibt und was sie ausbremst, erkläre ich hier Schritt für Schritt auf Basis echter Projekte, nicht auf Basis von Hochglanz-Versprechen aus Agentur-Broschüren.

Was passiert eigentlich zwischen Anfrage und Livegang?

Ein Webprojekt ist keine einfache lineare Abfolge, aber es hat typische Phasen, die jedes Mal durchlaufen werden. Das Verständnis dieser Phasen hilft dabei, realistische Erwartungen zu setzen und Verzögerungen gezielt zu vermeiden.

Die sechs Kernphasen sehen in der Praxis so aus:

Phasen eines Webprojekts von Anfrage bis Launch

  • Phase 1: Erstgespräch, Briefing und Angebot (1-2 Wochen)
  • Phase 2: Konzept und Seitenstruktur (Sitemap, Wireframes) (1-2 Wochen)
  • Phase 3: Design (Mockups für Desktop und Mobil) (1-3 Wochen)
  • Phase 4: Technische Umsetzung in WordPress (2-4 Wochen)
  • Phase 5: Content-Einpflege, Tests und Korrekturrunden (1-2 Wochen)
  • Phase 6: Launch, DNS-Umzug und Post-Launch-Check (2-5 Tage)

Zwischen jeder Phase stehen Freigaben. Jede Freigabe, die einen Tag dauert, ist ein gewonnener Tag. Jede Freigabe, die zwei Wochen dauert, verschiebt den Launch entsprechend.

Realistische Zeitrahmen nach Projekttyp

Nicht jedes Webprojekt ist gleich aufwendig. Hier sind grobe Richtwerte, die ich aus konkreten Projekten ableite:

3-5 WochenOne-Pager oder Visitenkarten-Website (3-5 Seiten)
6-10 WochenStandard-Firmenwebsite mit 8-15 Unterseiten
10-16 WochenUmfangreiche Website mit Blog, Mehrsprachigkeit oder Buchungssystem
16+ WochenWooCommerce-Shop mit 100+ Produkten und individueller Logik

Diese Zeitrahmen gelten bei normaler Auslastung und guter Kommunikation. Sie verlängern sich, wenn Inhalte fehlen, Entscheidungen verzögert werden oder der Scope mitten im Projekt wächst.

Freelancer oder Agentur: Was geht schneller?

Das ist eine Frage, die ich regelmäßig bekomme. Die kurze Antwort: Ein erfahrener Freelancer liefert bei mittleren Projekten oft schneller als eine Agentur, weil keine internen Abstimmungsrunden zwischen Projektmanager, Designer und Entwickler nötig sind. Bei einem Kundenprojekt aus Hamburg hat mir der Auftraggeber erzählt, dass er vorher zwei Monate auf ein Angebot einer Agentur gewartet hatte. Bei mir war die Website 7 Wochen nach dem Erstgespräch live.

Agenturen haben ihre Stärken bei komplexen, teamgetriebenen Projekten mit hohem Budget. Für eine Firmenwebsite mit 10 bis 20 Unterseiten ist ein erfahrener Freelancer oft die schnellere und kostengünstigere Wahl.

Freelancer vs. Agentur: Geschwindigkeit und Kosten im Vergleich

KriteriumFreelancerAgentur
Erstangebot2-5 Tage1-3 Wochen
Durchschnittliche Projektdauer4-10 Wochen8-20 Wochen
Ansprechpartnerdirekt, einerProjektmanager als Zwischenstelle
Kosten einfache Website1.500-5.000 EUR4.000-15.000 EUR
Flexibilität bei Änderungenhochmittel bis gering
Kapazität für Großprojektebegrenzthoch

Was die Dauer am stärksten verlängert

Nach über 120 abgeschlossenen Projekten kenne ich die typischen Zeitfresser. Keiner davon liegt beim Entwickler.

Fehlende Texte und Bilder. Das ist der Klassiker. Der Entwickler wartet auf Texte für die Leistungsseiten, das Team-Foto oder das aktualisierte Logo in Vektorgrafik. Jede fehlende Datei ist eine offene Abhängigkeit. Bei einem Projekt aus Poznan hat das Warten auf vier Seiten mit Produktbeschreibungen das Projekt um drei Wochen verschoben, obwohl die technische Umsetzung längst fertig war.

Langsame Feedback-Runden. Ein Design-Mockup, das zwei Wochen zur Freigabe braucht, weil intern niemand die Entscheidung treffen kann, kostet zwei Wochen Projektzeit. Wer klare interne Zuständigkeiten definiert, bevor das Projekt startet, schützt seinen eigenen Launch-Termin.

Scope-Creep. Mitten im Projekt kommen neue Anforderungen: "Können Sie noch einen Kalkulator einbauen?" oder "Wir brauchen doch eine englische Version." Jede neue Anforderung, die nicht im ursprünglichen Briefing stand, verlängert das Projekt und erhöht die Kosten.

Wer ohne fertiges Textmaterial ins Projekt startet, sollte mindestens 3 bis 4 Wochen zusätzliche Pufferzeit einplanen. Ich biete alternativ Texterstellung als Zusatzleistung an.

Was Sie selbst vorbereiten können, um Zeit zu sparen

Die schnellsten Projekte, die ich je abgeliefert habe, hatten eines gemeinsam: der Kunde kam zum Erstgespräch vorbereitet. Das bedeutet nicht, dass alles perfekt sein muss. Es bedeutet, dass die wichtigsten Fragen bereits beantwortet sind.

Was Sie vor dem Projektstart vorbereiten sollten

  • Zieldefinition: Was soll die Website leisten? (Anfragen generieren, Produkte verkaufen, Vertrauen aufbauen)
  • Zielgruppe: Wer besucht die Seite, und was sucht diese Person?
  • Seitenstruktur: Welche Unterseiten soll es geben? Eine grobe Liste reicht.
  • Texte: Zumindest Rohtexte für die wichtigsten Seiten (Startseite, Über uns, Leistungen)
  • Bilder: Professionelle Fotos vom Team und vom Unternehmen, ggf. Produktfotos
  • Corporate Design: Logo als Vektordatei (SVG oder AI), Farbcodes, Schriften
  • Referenzen: 2-3 Websites, die Ihnen gefallen und warum

Kosten und Zeitplan: Zwei Seiten derselben Münze

Der Preis einer Website beeinflusst auch die Dauer. Wer sehr günstige Angebote vergleicht, kauft oft Tempo ein und bezahlt später mit Korrekturrunden. Ein solides Budget schafft Spielraum für sorgfältiges Arbeiten.

2.000-4.000 EUReinfache WordPress-Firmenwebsite beim Freelancer (5-8 Seiten)
5.000-15.000 EURprofessionelle Unternehmenswebsite bei Agentur (10-20 Seiten)
80-150 EURtypischer Stundensatz für WordPress-Entwickler in Deutschland
6-10 Wochenrealistischer Zeitplan für eine Standard-Firmenwebsite

Wenn Sie eine professionelle Firmenwebsite erstellen lassen möchten, sollten Sie beide Dimensionen von Anfang an klären: Was ist das Budget, und wann soll die Website live sein? Beides zusammen ergibt den Rahmen, in dem ein Entwickler oder eine Agentur arbeiten kann.

Technische und rechtliche Anforderungen einplanen

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Technische und rechtliche Pflichten verlängern das Projekt, wenn sie erst kurz vor dem Launch aufploppen.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit dem 28. Juni 2025 für Websites, die Dienstleistungen für Verbraucher anbieten. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und maximal zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind ausgenommen. Ich bin Webentwickler, kein Anwalt, daher: Prüfen Sie im Zweifel mit rechtlicher Beratung, ob Ihr Unternehmen betroffen ist. Barrierefreie Umsetzung von Anfang an ist einfacher und günstiger als eine nachträgliche Überarbeitung.

Dazu kommen Pflichten, die fast jeden betreffen: DSGVO-konformes Cookie-Management, ein vollständiges Impressum (Pflicht nach dem DDG, das das frühere TMG abgelöst hat), Datenschutzerklärung und ggf. ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hosting-Anbieter.

Vorteile

  • Rechtliche Anforderungen früh eingeplant spart Nacharbeiten
  • Barrierefreiheit von Anfang an verbessert SEO und Nutzererfahrung
  • DSGVO-konformes Setup von Anfang an schützt vor Abmahnungen
  • Klare technische Anforderungen im Briefing beschleunigen die Umsetzung

Nachteile

  • Barrierefreiheit erhöht den Entwicklungsaufwand um ca. 15-25 %
  • Cookie-Management-Systeme (z.B. Cookiebot, Borlabs) kosten laufend Lizenzgebühren
  • Rechtliche Absicherung erfordert ggf. externe Beratung (Anwalt oder Dienst wie e-recht24)
  • Nachträgliche Korrekturen bei DSGVO-Verstößen sind teuer und zeitaufwendig

Nach dem Launch: Was kommt danach?

Ein Webprojekt endet nicht mit dem Launch. Direkt nach dem Go-Live stehen noch einige Aufgaben an, die ebenfalls Zeit kosten und die viele Kunden nicht einplanen.

Planen Sie nach dem Launch 1 bis 2 Wochen für Post-Launch-Korrekturen ein. In echten Browsern und auf echten Geräten tauchen immer Details auf, die im Staging nicht sichtbar waren.

Nach dem Launch kommen laufende Kosten: Hosting (ca. 10 bis 50 EUR pro Monat, je nach Anbieter und Paket), Wartung und Updates (ab 50 EUR pro Monat bei einem externen Dienstleister), Domains und SSL-Zertifikat sowie ggf. Premium-Plugins. Wer diese Posten von Anfang an budgetiert, erlebt nach dem Launch keine unangenehmen Überraschungen.

Ein praktischer Tipp aus meiner Erfahrung: Vereinbaren Sie schon beim Vertragsabschluss, was nach dem Launch im Preis enthalten ist. Gemeint sind damit Korrekturrunden in den ersten zwei bis vier Wochen nach Go-Live, ein kurzer Support bei technischen Fragen und ggf. ein Wartungsvertrag für WordPress-Updates. Diese Punkte werden in vielen Angeboten nicht explizit erwähnt, führen aber später zu Missverständnissen, wenn der Kunde davon ausgeht, dass der Entwickler kostenlos nachbessert.

Für Unternehmen, die auch einen Online-Shop aufbauen oder parallel SEO betreiben möchten, verlängert sich die Gesamtlaufzeit entsprechend. Beides lässt sich parallel planen, aber nicht parallel ohne erhöhten Aufwand umsetzen.

Mein Fazit aus der Praxis

Wie lange dauert eine Website? Realistisch sind 6 bis 10 Wochen für eine solide Firmenwebsite, wenn beide Seiten strukturiert arbeiten. Die wichtigste Variable ist nicht das technische Know-how des Entwicklers, sondern die Vorbereitung auf Kundenseite. Wer mit fertigen Texten, Bildern und einem klaren Briefing startet, halbiert die Projektdauer im Vergleich zu jemandem, der alles unterwegs entwickelt.

Ich arbeite seit 13 Jahren mit kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland, betreue Projekte von Hamburg bis in den deutschen Mittelstand und kenne beide Seiten des Tisches. Kurzprojekte in 4 bis 6 Wochen sind genauso möglich wie sorgfältig geplante Launches mit 12 Wochen Vorlauf. Beides hat seine Berechtigung, und beides hängt vor allem von Ihren Zielen und Ihrer Vorbereitung ab. Wenn Sie wissen möchten, was Ihr konkretes Projekt kosten und dauern würde, sprechen wir einfach kurz miteinander. Eine erste Einschätzung gibt es unverbindlich über das Kontaktformular.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine einfache Firmenwebsite mit ca. 5 Seiten?

Bei klarem Briefing, vorhandenen Texten und einem guten Bild-Material dauert eine 5-seitige Firmenwebsite typischerweise 3 bis 5 Wochen. Wenn Texte und Bilder erst noch erstellt werden müssen, kommen leicht 2 bis 3 Wochen obendrauf. Mit einem erfahrenen WordPress-Entwickler und straffem Prozess lässt sich das auf unter 4 Wochen drücken.

Was sind die typischen Phasen eines Webprojekts?

Ein strukturiertes Webprojekt durchläuft meistens sechs Phasen: Briefing und Anforderungsanalyse, Konzept und Seitenstruktur, Design (Mockups), technische Entwicklung, Content-Einpflege und Tests sowie Launch. Jede Phase braucht Zeit auf beiden Seiten, also sowohl beim Entwickler als auch beim Kunden für Freigaben.

Warum dauert eine Website bei einer Agentur oft länger als beim Freelancer?

Agenturen haben mehr interne Abstimmungsebenen: Projektmanager, Designer, Entwickler und Texter arbeiten teilweise nacheinander, nicht gleichzeitig. Das erhöht Qualität und Prozesssicherheit, verlängert aber die Gesamtdauer. Ein erfahrener Freelancer übernimmt oft mehrere Rollen selbst und reagiert schneller auf Änderungen.

Was verzögert ein Webprojekt am häufigsten?

Mit Abstand am häufigsten verzögern fehlende Inhalte auf Kundenseite ein Projekt: Texte, Bilder, Logos und Produktdaten kommen zu spät oder in schlechter Qualität. Auch langsame Feedback-Runden, nachträgliche Änderungen am Konzept und unklare Entscheidungsstrukturen beim Kunden sind typische Verzögerer.

Muss meine neue Website das BFSG erfüllen?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit dem 28. Juni 2025 für Websites, die Dienstleistungen für Verbraucher anbieten. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und maximal zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Ich bin Webentwickler, kein Anwalt - lassen Sie sich im Zweifel rechtlich beraten, ob Ihr Unternehmen betroffen ist.

Was kostet eine professionelle Firmenwebsite in Deutschland 2025?

Eine solide Firmenwebsite mit individuellem Design kostet beim Freelancer typischerweise 2.000 bis 6.000 Euro, bei einer Agentur 5.000 bis 20.000 Euro. Der Preis hängt stark von Umfang, Anzahl der Seiten, Individualisierungsgrad und ob Texte und Bilder separat erstellt werden. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und Updates.