Was müssen Sie vor dem Website-Auftrag vorbereiten? Checkliste für Unternehmen
Wer einen Website-Auftrag gut vorbereitet, spart Zeit und Geld. Diese Checkliste zeigt, welche Texte, Bilder, Zugänge und Ziele Sie als Kunde vorab klären sollten, damit das Projekt zügig und ohne unnötige Rückfragen läuft.
Ich erlebe es in fast jedem zweiten Projekt: Der Entwickler steht bereit, das Design ist abgenommen, der Hosting-Vertrag läuft, und dann wartet alle Welt auf Texte, ein Passwort oder ein Logo in der richtigen Auflösung. Zwei Wochen Verzögerung, manchmal mehr. Dabei lassen sich die meisten dieser Situationen mit einer guten Vorbereitung auf Kundenseite völlig vermeiden.
Dieser Artikel richtet sich an Unternehmen, die einen Website-Auftrag vergeben wollen, aber noch nicht wissen, was sie dafür bereitstellen müssen. Ich gehe Schritt für Schritt durch die wichtigsten Punkte: von Zielen und Texten über Zugänge und Bilder bis zu rechtlichen Pflichten, die seit 2024/2025 neu geregelt sind.
Zuerst: Was soll die neue Website leisten?
Bevor irgendein Designer eine Zeile Figma zeichnet, braucht es Klarheit über das Ziel. Das klingt offensichtlich, ist aber der am häufigsten übersprungene Schritt.
Beantworten Sie für sich und Ihr Team:
- Welche Hauptaufgabe hat die Website (Leads generieren, Produkte verkaufen, Vertrauen aufbauen, Bewerbungen bekommen)?
- Wer ist die Zielgruppe und was sucht sie genau?
- Welche drei Aktionen soll ein Besucher auf der Seite ausführen?
Aus diesen Antworten ergibt sich die Seitenstruktur fast von selbst. Ohne diese Antworten entwirft jeder Dienstleister nach eigenem Gutdünken, und Sie bekommen eine Website, die zwar hübsch aussieht, aber an Ihren Kunden vorbeigeht.
Ziele und Briefing: Was Sie vorab festlegen
- Hauptzweck der Website (Leads, Verkauf, Information, Recruiting)
- Zielgruppe mit konkretem Kundenprofil (Alter, Branche, Sprache)
- Drei wichtigste Handlungsaufforderungen (Call to Action)
- Lieblings-Wettbewerber-Websites mit Begründung (was gefällt Ihnen daran?)
- Vorhandene Corporate-Identity-Unterlagen (Logo, Farben, Schriften)
- Gewünschte Sprachen (nur Deutsch, Deutsch + Englisch, mehrsprachig)
Texte: Der häufigste Flaschenhals im Projekt
Texte sind in 80 Prozent der Projekte, die ich betreue, der Engpass. Nicht das Design, nicht die Technik. Texte.
Ich empfehle: Erstellen Sie die Texte vor dem Kickoff-Meeting, nicht danach. Zumindest Rohtexte mit allen wichtigen Fakten. Ein Webentwickler kann aus Stichwörtern lesbaren Fließtext machen oder KI-gestützt Entwürfe liefern, aber er kann Ihre Leistungen, Preise und Alleinstellungsmerkmale nicht aus der Luft greifen.
Folgende Texte brauchen fast alle Firmenwebsites:
Texte: Was Sie vorbereiten sollten
- Startseite: Hauptbotschaft in 2-3 Sätzen (Was bieten Sie an? Für wen? Warum Sie?)
- Über-uns-Seite: Gründungsgeschichte, Team, Werte in natürlicher Sprache
- Leistungen oder Produkte: je Seite eine kurze Beschreibung plus Vorteile für den Kunden
- Kontaktseite: Adresse, Öffnungszeiten, Ansprechpartner
- Impressum: alle Pflichtangaben nach § 5 DDG (dazu gleich mehr)
- Datenschutzerklärung: liefert in der Regel der Entwickler als Basis-Vorlage
- Ggf. Blog oder News: zumindest ein erster Artikel zum Start
Schreiben Sie Texte in einem Word-Dokument oder Google Doc, nicht in E-Mails. Das spart Zeit beim Übertragen und vermeidet Versions-Chaos.
Bilder und Medien: Qualität schlägt Menge
Stock-Fotos von Händeschütteln in Konferenzräumen kennt jeder und vertraut ihnen kaum jemand. Eigene Fotos, auch wenn sie von einem Smartphone stammen, wirken echter. Trotzdem gibt es Mindestanforderungen.
Für eine professionelle Website brauchen Sie mindestens:
- Ein hochwertiges Team- oder Unternehmensfoto (kein Selfie vor der Wand)
- Fotos Ihrer Produkte, Dienstleistungen oder Räumlichkeiten
- Das Firmenlogo als Vektordatei (.svg oder .ai) und als PNG mit transparentem Hintergrund
- Optional: kurzes Imagefilm-Video (30 bis 90 Sekunden) für die Startseite
Wenn eigene Fotos fehlen, gibt es gute lizenzfreie Alternativen wie Unsplash oder Adobe Stock. Aber klären Sie mit dem Entwickler, welche Lizenz nötig ist, vor allem wenn die Bilder auch für Print oder Social Media genutzt werden sollen.
Zugänge: Rechtzeitig beschaffen
Dieser Punkt klingt banal, sorgt aber regelmäßig für Verzögerungen von mehreren Tagen bis Wochen.
Bei einem Kundenprojekt aus Hamburg warteten wir drei Wochen auf den Domain-Zugang, weil die Firma die Domain noch beim Gründer des Vorgängerunternehmens registriert hatte. Der reagierte langsam, der Registrar brauchte seine Zeit, und der Go-live-Termin verschob sich um fast einen Monat.
Zugänge: Was Sie vorab klären müssen
- Domain-Zugang (Registrar-Login oder AuthInfo-Code für einen Inhaberwechsel)
- Hosting-Zugang (falls Sie bereits Hosting haben oder auf bestehendes Hosting wechseln wollen)
- FTP- oder SSH-Zugangsdaten des aktuellen Servers (bei Relaunch)
- WordPress-Admin-Zugang der alten Website (bei Relaunch oder Migration)
- Google-Konto für Google Search Console und Google Analytics
- Social-Media-Zugänge (Facebook, Instagram, LinkedIn) für die Einbindung oder Verlinkung
- E-Mail-Konto für technische Benachrichtigungen (kein persönliches Konto empfehlenswert)
Domain-Inhaberwechsel bei deutschen Registraren dauern 3 bis 7 Werktage. Klären Sie das in der ersten Projektwoche, nicht kurz vor dem Go-live.
Rechtliche Pflichten: Was 2024/2025 neu geregelt wurde
Die Rechtslage für Websites in Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahren gleich zweimal verändert. Hier die wichtigsten Punkte in Kurzform, ich bin Webentwickler und kein Rechtsanwalt, daher empfehle ich für eine verbindliche Prüfung einen Fachanwalt.
Impressum nach § 5 DDG. Das Telemediengesetz (TMG) wurde durch das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) abgelöst. Die inhaltlichen Pflichtangaben sind gleich geblieben: Name, Anschrift, E-Mail, Telefonnummer. Wenn Ihr Impressum noch auf "§ 5 TMG" verweist, sollten Sie das auf "§ 5 DDG" aktualisieren. Neu: Ab Dezember 2026 muss die Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.) im Impressum erscheinen.
BFSG seit dem 28. Juni 2025. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet Unternehmen mit B2C-Angeboten, ihre Websites nach WCAG 2.1 AA barrierefrei zu gestalten. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen (unter 10 Mitarbeiter, unter 2 Mio. Euro Umsatz) sofern sie nur Dienstleistungen (keine Produkte) anbieten. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 100.000 Euro. Neue Websites sollten diese Anforderungen von Anfang an erfüllen.
DSGVO und Cookie-Banner. Die DSGVO gilt weiterhin, das frühere TTDSG heißt seit Mai 2024 TDDDG. Für Cookies und Tracking brauchen Sie eine rechtssichere Einwilligungslösung. Ich empfehle einen zertifizierten Consent-Manager wie Usercentrics oder Borlabs Cookie.
Rechtliche Änderungen für Websites 2024/2025
| Rechtliches Thema | Alte Regelung | Aktuelle Regelung |
|---|---|---|
| Impressum | § 5 TMG | § 5 DDG (inhaltlich gleich) |
| Telekommunikation/Datenschutz | TTDSG | TDDDG (seit Mai 2024) |
| Barrierefreiheit B2C | keine gesetzliche Pflicht | BFSG ab 28.06.2025 (WCAG 2.1 AA) |
| W-IdNr. im Impressum | nicht vorgeschrieben | Pflicht ab Dezember 2026 |
| OS-Plattform-Link | in AGB/Impressum Pflicht | ab Juli 2025 entfernen (Plattform abgeschaltet) |
Budget und Zeitplan: Realistische Erwartungen setzen
Eine professionelle WordPress-Website für ein kleines oder mittleres Unternehmen in Deutschland kostet 2025 realistisch zwischen 3.000 und 8.000 Euro netto. Online-Shops starten je nach Umfang bei 5.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und Updates von etwa 50 bis 200 Euro pro Monat.
Wer mit einem Budget von 800 Euro kommt und dabei ein individuelles Design, 15 Seiten, mehrsprachige Inhalte und SEO-Optimierung erwartet, bekommt entweder ein Template aus der Stange oder einen Dienstleister, der bei der Qualität spart.
Vorteile
- Eigene Texte und Bilder vorab liefern: Projektdauer um 2-4 Wochen kürzer
- Klares Briefing spart Rückfragen und Fehlentwicklungen
- Zugänge rechtzeitig klären verhindert Last-Minute-Blockaden
- Realistisches Budget sichert Qualität und faire Bedingungen für beide Seiten
Nachteile
- Texte und Fotos selbst produzieren kostet Zeit und wird oft unterschätzt
- Zugänge bei alten Registraren aufzuspüren kann Wochen dauern
- Rechtliche Anforderungen (BFSG, DDG) erfordern externe Beratung
- Budget-Anpassungen in der Projektmitte sind immer teurer als beim Start
Technische Anforderungen klären
Viele Kunden wissen nicht, was sie technisch brauchen, und das ist völlig in Ordnung, dafür gibt es den Entwickler. Trotzdem erleichtert es die Planung, wenn Sie folgende Fragen vorab beantworten:
- Soll die Website eine Shop-Funktion haben (WooCommerce)?
- Brauchen Sie ein Buchungs- oder Reservierungssystem?
- Soll ein Blog oder News-Bereich eingebaut werden?
- Wie sollen Formulare funktionieren (einfaches Kontaktformular, mehrstufige Anfrage, Datei-Upload)?
- Wird eine Schnittstelle zu einem anderen System benötigt (CRM, ERP, Newsletter-Tool wie Mailchimp oder Brevo)?
- Wer pflegt die Inhalte nach dem Go-live, und wie technisch versiert ist diese Person?
Der letzte Punkt ist entscheidend für die Wahl des Page-Builders und des Theme-Konzepts. Ein technisch unerfahrener Kunde braucht ein anderes Backend als ein interner Redakteur mit Web-Kenntnissen.
Bei Projekten in Deutschland mit mehrsprachiger Website (Deutsch + Englisch oder Deutsch + Polnisch) empfehle ich das Plugin WPML oder TranslatePress. Beide sind mit WooCommerce kompatibel und DSGVO-konform.
Die gesamte Vorbereitungs-Checkliste auf einen Blick
Website vorbereiten: Komplette Checkliste vor dem Auftrag
- Ziele schriftlich definiert (Hauptzweck, Zielgruppe, gewünschte Aktionen)
- Texte für alle geplanten Seiten erstellt (zumindest als Stichpunkt-Rohversion)
- Logo als .svg und als .png (transparent) vorhanden
- Fotos von Team, Büro, Produkten oder Dienstleistungen bereitgestellt
- Domain-Zugang oder AuthInfo-Code beschafft
- Hosting-Zugang geklärt (neu buchen oder bestehendes Hosting nutzen)
- Google-Konto für Analytics und Search Console bereit
- Budget und Zeitplan realistisch abgesteckt
- Rechtliche Pflichten gecheckt: Impressum nach § 5 DDG, BFSG-Relevanz geprüft
- Schnittstellen-Anforderungen (CRM, Newsletter, Buchungssystem) dokumentiert
- Ansprechpartner intern benannt, der Feedback erteilt und Freigaben gibt
Was passiert, wenn Sie gut vorbereitet in ein Projekt starten?
Ich habe Projekte erlebt, die drei Monate gedauert haben und eigentlich vier Wochen hätten dauern sollen, weil auf jeder Seite Informationen fehlten. Und ich habe Projekte erlebt, bei denen der Kunde in der ersten Woche ein vollständiges Briefing, alle Texte und ein Google-Drive-Ordner mit Fotos geliefert hat. Diese Projekte sind pünktlich oder früher fertig geworden.
Gute Vorbereitung auf Ihrer Seite bedeutet: weniger Rückfragen, günstigere Stunden, schnellere Freigaben, und am Ende eine Website, die Ihren Vorstellungen entspricht, nicht dem, was der Entwickler aus lückenhaften Informationen rekonstruiert hat. Wenn Sie bereit sind, Ihren Auftrag zu starten, können Sie mich über die Kontaktseite oder direkt über dawidweb.com/de/webseiten/ erreichen.
Für eine typische KMU-Website mit 5 bis 15 Seiten rechne ich mit 4 bis 8 Wochen vom Kickoff bis zum Go-live. Der größte Zeitfresser ist fast immer die Bereitstellung der Inhalte durch den Kunden. Wer Texte und Bilder bereits beim ersten Meeting mitbringt, kann diesen Zeitraum auf 2 bis 4 Wochen verkürzen. Für eine handwerklich saubere WordPress-Website mit 5 bis 20 Seiten, individuellem Design und DSGVO-konformer Einbindung liegt der Marktpreis in Deutschland 2025 bei etwa 3.000 bis 8.000 Euro netto. Online-Shops starten ab 5.000 Euro aufwärts. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und ggf. SEO von rund 50 bis 200 Euro monatlich. Seit das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) das TMG abgelöst hat, sind die Pflichtangaben für das Impressum in § 5 DDG geregelt. Inhaltlich hat sich gegenüber dem alten TMG kaum etwas geändert: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer bleiben Pflicht. Wichtig: Bis Dezember 2026 kommt die Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.) als weiteres Pflichtfeld hinzu. Ich bin Webentwickler, kein Rechtsanwalt, daher empfehle ich für eine rechtssichere Prüfung einen Fachanwalt oder einen spezialisierten Dienst wie eRecht24. Das BFSG gilt seit dem 28. Juni 2025 für gewerbliche B2C-Dienstleistungen, also praktisch für alle Online-Shops und viele andere Unternehmenswebsites mit Kontaktformularen oder Buchungsfunktionen. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und maximal 2 Millionen Euro Jahresumsatz, sofern sie nur Dienstleistungen (keine Produkte) anbieten. Neue Websites sollten von Anfang an nach WCAG 2.1 AA gebaut werden. Das hängt vom Vertrag ab. Ich biete Texterstellung als Zusatzleistung an, aber generell gilt: Sie kennen Ihr Unternehmen und Ihre Kunden am besten. Eigene Texte sind meist authentischer und erhöhen die Chancen bei der Google-Suche, weil sie einzigartigen Inhalt liefern. Als Kompromiss funktioniert gut, dass der Kunde Stichpunkte und Fakten liefert und der Texter oder die KI daraus lesbaren Fließtext macht. Domain-Inhaberwechsel bei deutschen Registraren (DENIC, united-domains, Strato usw.) dauern oft 3 bis 7 Werktage, manchmal länger. Wenn der Zugang fehlt, kann die fertige Website nicht live gehen, auch wenn alles andere bereit ist. Deshalb sollte die Domain-Frage in der ersten Projektwoche geklärt sein, nicht in der letzten.Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine neue Firmenwebsite zu erstellen?
Was kostet eine professionelle Website für ein kleines Unternehmen in Deutschland?
Welche rechtlichen Pflichtangaben braucht eine Firmenwebsite 2025?
Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für mein Unternehmen?
Muss ich eigene Texte liefern oder schreibt das der Webentwickler?
Was passiert, wenn ich den Domain-Zugang nicht rechtzeitig übertrage?
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